+
Haltepunkt mit jeder Menge Informationen: Ex-Geschichtslehrer Siegfried Schmid (mit weißem Hut) berichtete den Teilnehmern der Bankerltag-Wanderung der Reichlinger Gartler über die damalige Römerstraße. 

Gartenbauverein Reichling

Bankerltag als diesjähriger Höhepunkt

Viel geboten war in den vergangenen Wochen bei den Gartlern in Reichling:

Reichling – Sei es der interessante und gut besuchte Wildbienenvortrag mit Dr. Andreas Fleischmann im Gasthaus Mitschke, dem tollen Rosenschnittkurs mit Frank Belien im Pfarrgarten oder dem ausgebuchten Weidenwindenkurs mit Simone und Karin Hauck. Es folgte der allseits beliebte Pflanzentausch am Pfarrheim mit Torten-Bufett und Kinderbastelangeboten.

Dem folgte die jährliche „Kürbispflanzenaktion“, bei der die Kommunionkinder aus Reichling und Ludenhausen bei der Dankandacht ein „wachsendes Geschenk“ in Form von Kürbispflanzen von der Vorstandschaft überreicht bekamen. Vor der Verwaltungs-Gemeinschaft und unter dem Pfarrheim sorgt die Aktion „Kräuterprobiertröge“ für Aufmerksamkeit: Edwin Eldner und Xaver Sepp halfen mit handwerklichem Geschick mit, die Idee der Vorstandschaft umzusetzen und den neuen Kasten vor dem Rathaus zu verwirklichen. Alle Kästen wurden bepflanzt vom Gartenbauverein mit Pflanzen der Gärtnerei Löwenzahn.

Die Krönung war jetzt der „Bankerltag“ mit geschichtlicher Wanderung und kulinarischen Stopps. Im Pfarrheim-Museum konnte man sich mit Altbürgermeister Manfred Mayr anhand eines Modells der Mühlau, das alle historischen Plätze zeigt, und diversen Funden auf den Nachmittag einstimmen. Trotz brütender Hitze lauschten gut über 70 Mitwanderer jeden Alters anschließend Siegfried Schmid.

Als ehemaliger Geschichtslehrer verstand er es, interessant, witzig und ausführlich die enorme Bedeutung der damaligen Römerstraße, ehemals wichtigste Verbindung des Römischen Reiches vom Bodensee bis Byzanz, mit allen geschichtlichen Hintergründen zu erläutern. Eine bedeutende Stelle war Abodiacum, also Epfach. Von dort aus gelangte man über zwei Lechbrücken (Holz- und Pfahlrostbrücke) in die Mühlau.

Den Straßenverlauf konnte Schmid nachvollziehbar beschreiben, es gibt markante Stellen. Damals gab es im Süden Reichlings ein Todeistal, wovon heute noch ein Todeisloch zeugt. Der Weg führte daran vorbei über die Bachrunzel: „Leider ist dieser Hohlweg sehr zugewachsen“, laut Schmid sollte er besser gepflegt werden.

Er führt weiter Richtung Rott, Haid, Raisting bis zum Chiemsee, Salzburg und über den ganzen Balkan in die heutige Türkei.

Auf dem Weg in die Mühlau und zum Lech erfuhren die Teilnehmer von Brandgrabstellen, Urnenfunden und Ziegelbrennofen, von keltischer- und römischer Vergangenheit. An schattigen Plätzen machten die Bankerltag-Wanderer Rast. Man wurde an drei Stationen, davon zwei neuen Bänken, gut bewirtet mit Kuchen und Kaffee, Bowle und Obst.

Vor der letzten Rast am kühlen Stausee mit verlockend duftender warmen „Römerbrotzeit“ „bedrängte“ eine besonders interessierte Gruppe den Referenten, bis zum untersten Aufstieg zur Mühlau-Terrasse weiterzugehen. Am Ende stärkten sich alle nach den vielen Informationen und der Hitze des Tages an der letzten Rast und ließen sich noch eine Weile mit einem kühlen Bier, allerhand Leckereien und einem Schnapserl an der „Lechblickbank“ zum gemütlichen Ausklang nieder.

ale

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kuriose Apfelernte: Zwischen toll und nichts
Nächste Woche nehmen im Schongauer Land die ersten Obstpressen wieder ihren Betrieb auf. Allerdings dürfte sich der Ansturm zum Mosten in Grenzen halten, denn die …
Kuriose Apfelernte: Zwischen toll und nichts
Wenn Gardasee-Trip die Blutspende verhindert
Im Sommer ist es für den Blutspendedienst wegen Badewetter und Urlaubszeit schwer, ausreichend Blutspenden zu bekommen. Deshalb kommen Aktionen wie von der Landjugend …
Wenn Gardasee-Trip die Blutspende verhindert
Fahrer flüchtet nach Unfall - und hinterlässt verräterische Spur
Ein 59-Jähriger verursachte in Peiting mit seinem Auto einen Unfall. Daraufhin begeht er Fahrerflucht. Doch er vergisst eine Kleinigkeit und hinterlässt offensichtliche …
Fahrer flüchtet nach Unfall - und hinterlässt verräterische Spur
Stau wegen Bankett-Ausbesserung
Wer heute auf der Marktoberdorfer Straße, einer der Schongauer Hauptachsen, unterwegs war, musste etwas mehr Zeit mitbringen: Es gab lange Staus.
Stau wegen Bankett-Ausbesserung

Kommentare