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Grünes Licht fürs Bauen neben den Silos

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Darf nun mit Einschränkung bebaut werden: ein Grundstück am Nordrand von Gimmenhausen. Rechts die beiden Fahrsilos. © Mergel

Die Gemeinde Reichling hat für ein Grundstück in Gimmenhausen, das eigentlich kein Bauland war, eine Einbeziehungs- und Abgrenzungssatzung beschlossen. So kann die junge Generation einer einheimischen Familie am Ort bleiben.

Gimmenhausen – Seit einigen Monaten beschäftigt sich die Gemeinde Reichling mit dem Grundstück am nördlichen Ortsrand von Gimmenhausen, das linksseitig an eine landwirtschaftliche Fläche anschließt. Vom Landratsamt kamen bei der eingeholten Stellungnahme einige Einwände. In der jüngsten Gemeinderatssitzung beriet man nun darüber.

Von der Unteren Bauaufsichtsbehörde kam der Hinweis, ob man nicht das Baugebiet gleich bis zum südlichen Rand, auf dem Nebengebäude stehen, ausdehnen wolle. Ein überraschender Einwand, da das Landratsamt eigentlich bei Einbeziehungssatzungen wenig begeistert ist. „Das hat mich auch etwas gewundert“, sagte Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler auf Nachfrage.

In der Sitzung hielt man aber an dem Baufenster im südlichen Bereich fest, das seitens des Bauwerbers derzeit keine Bebauung geplant sei. Auch die Untere Naturschutzbehörde meldete sich zu Wort: Vom 1. März bis zum 30. September sei es dort verboten, Bäume und Gebüsche aus Artenschutzgründen abzuschneiden. Ein Hinweis, den der Gemeinderat mit in die Satzung aufnahm.

Von der Unteren Emissionsschutzbehörde kam ein weiterer Einwand. Denn auf dem Nachbargrund auf der Westseite stehen zwei landwirtschaftliche Fahrsilos. Laut einem Bericht der Bayerischen Landesanstalt für Landtechnik betrage der Abstand für Geruchsemissionen aus Silage als „schwach wahrnehmbar“ 25 Meter. Die Behörde ließ aber durchblicken, dass ein Abstand der Baugrenze von 15 bis 17 Meter zum Silo akzeptabel wäre, wenn für den Silobetreiber eine Grunddienstbarkeit eingetragen werde. Das bedeutet: Der Bauherr verzichtet auf alle Widerspruchsrechte in Sachen Geruchsbelästigung beim Betrieb des Fahrsilos. Auf gut Deutsch: Er darf bauen, wenn er später nie über Gestank klagt.

In der Sitzung versuchte man nun, diesem Problem gerecht zu werden und eventuelle Konflikte der Zukunft – zwischen den Nachbarn und auch gegenüber der Behörde – zu vermeiden. „Die Fahrsilos waren schon vorher da, man muss die Behörden auch verstehen“, sagte Horner-Spindler. „Wir müssen uns da jetzt absichern, nicht dass es später zu Beschwerden kommt.“

Nach einem weiteren Schriftverkehr mit dem Landratsamt konnte man einen Kompromiss aushandeln. Denn bei einem zu starken Verschieben der Baugrenze würde nicht mehr viel Bauland übrig bleiben. Die Verschiebung der Silos wiederum würde einen zu großen finanziellen Aufwand bedeuten.

Mit der Auflage, dass neben der Grunddienstbarkeit des Silobesitzers der Bauherr eine Lüftungsanlage einbaut und dass die Fenster auf der betroffenen Seite gar nicht zu öffnen seien, darf er nach dem Beschluss bis auf sechs Meter Abstand von den Fahrsilos bauen. So wurde die Verwaltung vom Gemeinderat beauftragt, das Flurstück in die Satzung einzubeziehen.

Die Erleichterung und Freude über die Einigung lag nicht nur bei dem jungen Bauwerber, der in der Sitzung anwesend war. Auch die Gemeinderäte waren zufrieden damit. „Das bedeutet einen großer Aufwand, aber das war es uns für die Einheimischen wert“, sagte Horner-Spindler. „Da können die jungen Leute jetzt bauen. Mit ein paar Einschränkungen halt, aber es geht.“

Klaus Mergel

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