+
Düstere Mienen: Architekt Manfred Ullmann und Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler erklären, warum das Dach der Reichlinger Mehrweckhalle unbedingt komplett erneuert werden muss. 

Gemeinderat Reichling

Reichlinger Mehrzweckhalle braucht ganz neues Dach

Es gibt Sicherheitsmängel am Dach der Mehrzweckhalle in Reichling: Eine Erneuerung ist unumgänglich, damit das Gebäude wieder für den Sportbetrieb und öffentliche Veranstaltungen genutzt werden kann.

Reichling – Die Lage ist akut: Das Dach genügt nicht mehr den Sicherheitsvorschriften. Der Brandschutz ist ungenügend, und obendrein stellt die Statik eine Gefährdung dar. Die Probleme sind so gravierend, dass die Halle mit dem jetzigen Dach überhaupt nicht mehr geöffnet werden dürfte.

Es dürften keine öffentlichen Veranstaltungen mehr stattfinden, und auch der Sportbetrieb müsste ganz eingestellt werden – sofern das Dach nicht erneuert wird. Das gab jetzt Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler in der jüngsten Gemeinderatssitzung bekannt.

Die Gemeinde sieht nun keine andere Möglichkeit, als über der Halle ein neues Dach zu errichten. „Uns bleibt nichts anderes übrig, ansonsten könnte in der Halle künftig auch kein Sport mehr betrieben werden. Die Verantwortung kann keiner von uns übernehmen“, erklärte Horner-Spindler.

Architekt Manfred Ullmann schildert das Problem am Dach wie folgt: „Nachdem die einfach-genagelte Nagelbinderkonstruktion statisch nicht mehr weiter ertüchtigt werden kann, die Wärmedämmung aus Glaswolle nach Energieeinsparverordnung untauglich und die annähernd 50 Jahre alte Betondacheindeckung marode und undicht ist, muss in diesem Bereich das Dach erneuert werden.“ Ausgenommen ist lediglich das Dach über der Sportgaststätte.

Wie der Architekt unserer Zeitung erläuterte, gibt es sowohl mit dem Brandschutz, als auch mit der Statik Probleme. Der Träger sei vom Brandschutz her nicht zulässig. Außerdem sei das Dach auf die heute zugrunde gelegte Schneelast nicht ausgelegt.

Die ursprünglichen Pläne der Gemeinde, die nur eine Sanierung des Daches vorsahen, können somit nicht verwirklicht werden. Da stattdessen der Hauptteil des Daches erneuert werden muss, entstehen der Gemeinde bei der Sanierung und dem Umbau des Gebäudes insgesamt Mehrkosten in Höhe von 176 000 Euro.

Diese errechnen sich aus den Kosten für die Erneuerung des Daches (rund 231000 Euro) abzüglich der Kosten, die ursprünglich für die Sanierung des alten Daches vorgesehen waren und nun ja nicht mehr aufgebracht werden müssen.

Die Kosten können jedoch nur in diesem Rahmen gehalten werden, da für den Rückbau Eigenleistungen eingerechnet worden sind. Dabei muss auch die Fotovoltaikanlage herunter- und wieder hinauf gebaut werden – einer Aufgabe, der sich Gemeinderatsmitglied Hans-Jürgen Korn gerne annehmen möchte.

Auf Grundlage der Kostenschätzung von Architekt Ullmann stimmte der Reichlinger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung der Dacherneuerung zu. Über die Sicherheitsprobleme war das Gremium bereits vorab vom Architekten informiert worden.

Nach der Sitzung berief Horner-Spindler den Arbeitskreis ein, um mit dem Architekten nochmals die Problematik zu besprechen. Nach diesem Zusammentreffen steht jetzt endgültig fest: Das Dach wird erneuert, es gibt wohl keinen anderen Weg, wenn im dem Gebäude auch weiterhin Sport betrieben werden soll.

Es gibt aber auch Positives zu berichten, was die Sanierung der Mehrzweckhalle angeht: Seit dem 17. Februar helfen viele Ehrenamtliche fleißig beim Hallenumbau mit. „Das ist ganz toll, wie das jetzt läuft, das ist einmalig“, schwärmt die Bürgermeisterin über das große Engagement der freiwilligen Helfer. „Hier geht sehr viel voran. Ich bin wahnsinnig stolz auf die Gemeinde.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Für alle Gartler und die, die es noch werden wollen
Der Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte – und die Gruppe Schongau belebt gibt dem noch viele Frühlingsfarben dazu: Am Samstag, 5. Mai, heißt …
Für alle Gartler und die, die es noch werden wollen
Vom Kino bis zum Tattoo-Studio
Was mögen die Peitinger Jugendlichen an ihrer Heimatgemeinde und wo sehen sie Verbesserungspotenzial? Das herauszufinden, war am Donnerstag das Ziel der …
Vom Kino bis zum Tattoo-Studio
Nach 40 Jahren Schongauer Stadtrat: Paul Huber hört auf
Mit einem Paukenschlag endete die jüngste Schongauer Stadtratssitzung: Paul Huber (CSU), langjähriger Vize-Bürgermeister, legt nach 40 Jahren sein Stadtrats-Mandat …
Nach 40 Jahren Schongauer Stadtrat: Paul Huber hört auf
Schwabbruck als Vorreiter in Bayern
Vier Monate später als geplant ist in dieser Woche in Schwabbruck das ersehnte Glasfaser-Internet an den Start gegangen. Die kleine Gemeinde mit ihren knapp 1000 …
Schwabbruck als Vorreiter in Bayern

Kommentare