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Waren sich einig: Franziska Lindner (Bäckerei), Conny Berktold (Hofladen Löwenzahn), Brigitte Dusch (Gemischtwaren Knappich), Sabine und Norbert Schappele (Metzgerei) und Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler (v.l.) im Sitzungssaal des Rathauses.

Nach Aus von Gemischtwarenladen 

Geschäftsleute bilden Versorgungsnetz

Der Gemischtwarenladen in Reichling ist Geschichte, seine Angebote bleiben den Bürgern dennoch erhalten. Auf Initiative der Bürgermeisterin haben die anderen Geschäfte im Ort ihre Sortimente aufgestockt. Zusammen bilden sie jetzt das „Reichlinger Nahversorgungsnetz“.

Reichling Gemischtwaren Knappich in Reichling ist eine Institution, die nach fast 100 Jahren zu Ende gegangen ist. Theresa Knappich stand viele Jahrzehnte im Geschäft und bediente ihre Kunden. Gemeinsam mit Tochter Brigitte Dusch führte sie das Traditionsgeschäft. Die beiden hielten von Kurzwaren über Schulsachen, Getränke, Haushalts- und Pflegeartikel, Konserven und Frischobst bis hin zu Tiefgekühltem viele Produkten des täglichen Bedarfs für ihre Kunden bereit. Gerade den nicht mobilen Menschen war „d´Knappich“ sehr wichtig. Gesundheitliche Einschränkungen der 85-Jährigen und die Berufstätigkeit der Tochter waren der Grund für die Schließung Ende Oktober.

Ab November wäre nun eine große Grundversorgungs-Lücke entstanden, doch Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler setzt sich ein, neue Wege zu beschreiten. Sie hatte die Idee, sich untereinander auszutauschen, das Sortiment abzusprechen. Das Angebot des Gemischtwarenladens sollte auf die anderen Geschäfte verteilt werden. Dazu trafen jüngst die „Lebensmittelversorger“ Reichlings im Rathaus zusammen. Franziska Lindner (Bäckerei), Norbert und Sabine Schappele (Metzgerei) und Conny Berktold (Hofladen Löwenzahn) setzten sich mit der Rathauschefin und Brigitte Dusch an den runden Tisch, gingen das Sortiment des schließenden Ladens zusammen durch und waren alle im sozialen Miteinander bereit, ihre bisherigen Warenangebote so aufzustocken, dass man in Reichling weiterhin Sortimente des täglichen Grundbedarfs bekommt. Fast alles wurde auf die Geschäfte aufgeteilt.

Die Gemeindechefin dankte zunächst Brigitte Dusch für die jahrzehntelange Nahversorgung und hob das gute Miteinander der Geschäftsleute hervor, das im Vordergrund stehe. „Ich bin so froh und sehe es als ein Riesenglück, dass man sich nicht als Konkurrenz untereinander sieht, sondern miteinander schaut, dass es an nichts mangelt. Wir wollen das, was wir haben, erhalten und freuen uns, dass wir im Ort noch so viel bekommen“, sagte Horner-Spindler. Ein Wunsch aller sei es nun, dieses „Probemodell“ der Nahversorgung in den Köpfen der Leute zu verankern.

Die Geschäftsleute wollen die Kundenwünsche ernst nehmen, hieß es. Sie wünschen sich, dass die Besucher ohne Scheu in den Geschäften Wünsche anmelden und nachfragen, ob bestehende Artikel gelistet werden können. Die Sortimente können dann entsprechend angepasst werden. Nach einigen Monaten werde sich zeigen, ob das Modell des „Reichlinger Nahversorgungsnetzes“ gelingt. Bei einem weiteren Treffen, zu dem auch alle anderen Einzelhandelsgeschäfte des Ortes mit ins Boot genommen werden, soll Resümee gezogen und über mögliche Versorgungslücken diskutiert werden. „Es liegt in den Händen der Verbraucher“, meinte die Bürgermeisterin.  ale

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