Da hat jemand richtig Spaß: Adrian Sepp mit dem Eigenbau-Maishäcksler seines Opas Konni.
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Da hat jemand richtig Spaß: Adrian Sepp mit dem Eigenbau-Maishäcksler seines Opas Konni.

In Reichlingsried

Historische Maisernte mit Zweireiher-Häcksler „Konni“

Vor 15 Jahren wurde er eingemottet - jetzt hat ein selbstgebauter Maishäcksler in Reichlingsried ein Comeback gefeiert. Es war auch eine Erinnerung an den verstorbenen Opa Konrad „Konni“ Sepp.

Reichling/Birkland – Vor 35 Jahren baute Konrad Sepp auf seinem Hof in Reichlingsried einen einzigartigen Zweireiher-Maishäcksler: Aus einem Class Columbus Mähdrescher und einem 110 PS Mercedes-Benz Dieselmotor mit Antrieb entstand in Eigenbau das Gefährt, das die vier befreundeten Landwirte Ludwig Pröbstl aus Reichling sowie die zwei Birkländer Bauern Anton Schilcher und Johann Pröbstl gemeinsam mit Konrad Sepp viele Jahre nutzten. Vor 15 Jahren wurde es schließlich ausgemustert und verschwand in einen Unterstand bei Birkland.

Die drei Enkel erfuhren nur zufällig von dem Gefährt

Martin Sepp, der Sohn des vor 23 Jahren bei einem Arbeitsunfall gestorbenen Konni Sepp, hat mit seiner Frau Daniela den elterlichen Milchvieh-Betrieb längst auf Bullenmast umgestellt. Kürzlich erzählte er in der Familie von dem Maishäcksler seines Vaters. Seine Kinder Adrian, Felizitas und Matthias erfuhren so erstmals, dass es das Gefährt überhaupt gibt. „Die Buben waren ganz wild darauf, historisch Mais zu häckseln“, sagt Martin Sepp. So war die Idee geboren, den Häcksler, den sie nach ihrem Opa „Konni“ benannten, wieder nach Reichlingsried zu holen. Ein kleiner Kundendienst, und die einzigartige museumsreife Erfindung war für den Einsatz bereit.

Beim Spektakel war die ganze Familie dabei: Martin und Daniela Sepp mit den Kindern Adrian, Felicitas und Matthias.

Mit weiteren Reichlinger Bauern, die unbedingt dabei sein wollten, entstand ein spontaner gemeinsamer „Häckselnachmittag“ auf Sepps Maisfeld im Reichlinger Westerholz. Die Bauernfamilien halfen zusammen beim Häckseln, Abfahren und Silieren. Jung und Alt hatte Freude dabei, sich mit den anderen Maishäckslern zu messen und sich zu erinnern an den Konni und die „gute alte Zeit“. Zum Vergleich: Laut Martin Sepp schafft der Zweireiher-Eigenbauhäcksler eineinhalb Tagwerk (0,34 Hektar) pro Stunde, die modernen Maschinen fünf bis sechs Tagwerk. Gisela Klöck

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