Direkt neben der Kirche soll der Hofladen entstehen: Dort, wo neben der Reichlinger Kirche das Holzgerüst steht. schmid
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Direkt neben der Kirche soll der Hofladen entstehen: Dort, wo neben der Reichlinger Kirche das Holzgerüst steht. schmid

Bedenken wegen Kirche

Reichling: Hofladen abgelehnt, neue Pläne eingereicht

Ob in der Wurzbergstraße in Reichling ein Hofladen gebaut werden darf, ist noch unsicher. Der Gemeinderat hatte wegen der Nähe zur Kirche Bedenken. Nun gibt es neue Pläne.

Reichling – Familie Elfinger will in Reichling einen Hofladen mit einem Verarbeitungsraum und zusätzlich eine Wohnung an der Kirche errichten. In dem Laden sollen dann Lammfleisch und andere selbst produzierte Lebensmittel verkauft werden.

Im Gemeinderat war das Projekt zunächst vertagt worden, da das neue Gebäude unmittelbar neben der Reichlinger Pfarrkirche entstehen soll. Jetzt unternahm der Gemeinderat erst einmal eine Ortsbesichtigung, um sich ein Bild davon zu machen, wie das Haus mit Hofladen, Büro und Wohnung das Ortsbild um die Kirche herum verändern würde.

Nach Ortsbesichtigung lehnt Gemeinderat das Vorhaben ab

Nach der Ortsbesichtigung lehnte die Mehrheit des Gemeinderates das Projekt nun ab. Hauptargument: Das Gebäude würde neben der Kirche zu hoch herauskommen.

Damit sich jeder vorstellen kann, wie der Bau einmal aussehen würde, hatte die Gemeinde eigens ein Holzgerüst aufgestellt, das die Veränderung auf das Ortsbild sichtbar machen sollte. Der neue Bau soll an der Stelle entstehen, wo das alte Austragshäuschen gestanden war. Das baufällige Haus ist mittlerweile abgerissen worden.

Das Problem sahen mehrere Räte darin, dass das neue Gebäude mit dem Hofladen gut drei Meter höher werden sollte als das alte Austragshaus – nämlich 9,96 Meter hoch (Firsthöhe).

„Es kommt wirklich ziemlich hoch heraus“, meinte etwa Lars Scharding. Ein Stockwerk weniger wäre für ihn in Ordnung, aber dann hätten die Betreiber ja zu wenig Räume. „Es ist eine hohe Optik vom Friedhof her“, stellte auch Ute Steininger fest. „Ich finde es gut, Wohnraum zu schaffen, aber diese Lösung ist nicht gut.“

Heinrich Quartall regte an, ob nicht durch eine Versetzung Richtung Wurzberg eine Geschossfläche eingespart werden könnte, indem das Gebäude dann breiter würde und nicht mehr so hoch. Thomas Schelle meinte, ob nicht vielleicht das Carport rausgenommen werden könnte, um dort Räumlichkeiten zu schaffen.

Hans-Jürgen Korn betonte, ihm sei sehr daran gelegen, einen Kompromiss zu finden. Steininger meinte, dass die Antragsteller diesbezüglich auch kooperativ wären.

Neue Pläne eingereicht

Laut Bernd Glück habe sich der Gemeinderat erst vor ein paar Wochen darüber unterhalten, dass man „so etwas nicht mehr haben will“, meinte er in Bezug auf die optische Wirkung des geplanten Gebäudes. Walter Dirr merkte an, dass es eigentlich „schade um den Hof“ wäre, wenn dieser nun durch das neue Gebäude verdeckt würde. Den alten Bauernhof hatte die Familie Elfinger mühevoll restauriert.

Einen Bebauungsplan, der ins Spiel gebracht wurde, lehnte Korn ab: „Wir haben mit Mühe und Not in der vergangenen Legislaturperiode Bebauungspläne abgeschafft“, führte er ins Feld. Bürgermeister Johannes Leis wies darauf hin, dass ein Bebauungsplan über das ganze Dorf rechtlich gesehen auch kritisch sei.

Letztlich waren nur Korn und Leis bereit, dem Bauvorhaben in der aktuellen Form das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen. Der Rest stimmte dagegen. Gemeinderat Stephan Leis war als Planer von der Abstimmung ausgeschlossen.

Die Bauwerber haben nach dieser Entscheidung jetzt die Pläne nochmals abgeändert. Über den geänderten Plan wird der Gemeinderat nun in seiner Sitzung am heutigen Montag um 19.30 Uhr im Pfarrheim diskutieren.

VON MANUELA SCHMID

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