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Prost auf die Anstrengung fürs Trinkwasser: Reichlings Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler mit Wilfried Lechler. Er ist Vorsitzender der Pöringer Wassergruppe und war bei den Verhandlungen mit den Reichlinger Landwirten maßgeblich beteiligt.

Wasserschutzzone in Reichling

Kampf um Reichlinger Wasserschutzzone endet mit Erfolg

Erhebliche Anstrengungen waren nötig, damit die Gemeinde Reichling die wasserrechtliche Erlaubnis für die Quelle in Reichling erhalten hat. Waren die betroffenen Landwirte anfangs eher skeptisch und Gegner der Auflagen im Schutzgebiet, so sind sie nunmehr Partner bei diesem Vorhaben.

Reichling – Die Schutzzone hat eine Fläche von 25 Hektar. Die jetzt unterzeichneten freiwilligen Vereinbarungen der sechs von sieben betroffenen Landwirte beziehen sich auf Fruchtfolge, Zwischenfrüchte, Bodenbearbeitung, Pflanzenschutzmaßnahmen, Umbruchstermine und andere Bereiche. Erklärtes Ziel ist die Senkung des Nitratwertes.

Die Gemeinde Reichling ist den Weg gegangen, mit den Landwirten in den betroffenen Gebieten „An der Bachrunzel“ freiwillige Vereinbarungen zu treffen. Dazu gab es Treffen mit den Bauern, die ihre Flächen in der Schutzzone der Quellen bewirtschaften. Immer mit dabei: Wilfried Lechler aus Stoffen. „Er war bei der Ausarbeitung und Umsetzung der komplexen Vereinbarung eine große Stütze“, kommentiert Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler.

Lechler ist Gemeinderat, Sprecher der Landwirte im Wasserschutzgebiet „Teufelsküche“ und seit dem Jahr 2014 auch Vorsitzender der Pöringer Wassergruppe. Von dort aus werden Landsberg und die Orte östlich der Kreisstadt versorgt. Jährlich werden zwei Millionen Kubikmeter Wasser gefördert. Das reicht für 60 000 Einwohner.

Wilfried Lechler bewirtschaftet einen 60 Hektar großen Betrieb. Zwei Drittel davon sind Ackerflächen, ein Drittel Wiesen. 48 Hektar Fläche liegen in einem Wasserschutzgebiet, der Landwirt kennt also die Thematik.

Das fachliche Wissen und die Erfahrung Lechlers im Verhandeln bzw. Moderieren hat die Reichlinger Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler gern aufgegriffen. Beim Gespräch „von Bauer zu Bauer“ sei manche Besorgnis genommen worden und gegenseitiges Verständnis aufgebaut worden, wie die Gemeindechefin betonte, als sie mit Lechler, Wasserwart Markus Schallameier sowie dem Gemeinderat und Landwirt Walter Dirr zu einem Resümee zusammentraf.

Seit dem Jahr 2008 sind in das gemeindliche Wassernetz von Reichling rund 350 000 Euro investiert wirden. Die Einrichtung der Fernüberwachung bedeute mehr Sicherheit und einen großen Schritt in die Zukunft, so Horner-Spindler. Zudem ermögliche der Verbund Reichling-Ludenhausen, dass Wasser in beide Richtungen gepumpt werden könne. Die Trinkwasserversorgung beider Ortsteile sei jederzeit gewährleistet. Zugleich konnte der Wasserverlust in den vergangenen Jahren enorm reduziert werden.

Eines bedauert die Rathauschefin aber: Politik und Gesetzgeber würden den Kommunen in der ganzen komplexen Thematik der Wasserschutzzonen nur wenige Möglichkeiten an die Hand reichen. „So waren wir wieder einmal Einzelkämpfer“, kommentiert Horner-Spindler das Problem. Doch nun habe man in Reichling die wasserrechtliche Erlaubnis. Eine Bedingung in der Genehmigung sei allerdings, dass mit einer anderen Gemeinde in nächster Zeit ein Notverbund geschlossen werden soll. Dabei kommt Rott in Frage. „Verhandlungen sind bereits am Laufen“, so Horner-Spindler.

Johannes Jais

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