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Ortstermin: Die Reichlinger Gemeinderäte sahen sich die Umgebung rings um den geplanten Standort für die landwirtschaftliche Halle an. Der Weg führt direkt zum Wurzberg.

Gemeinderat in Sorge um Landschaftsbild

Keine Lagerhalle am Reichlinger Wurzberg

Aufgrund der schönen Aussicht hat der Gemeinderat Reichling eine Maschinen- und Lagerhalle am Fuße des Reichlinger Wurzbergs abgelehnt. Das schöne Landschaftsbild würde sonst zu stark beeinträchtigt, befürchten die Räte.

Reichling – Es war ein sensibles Thema für das Reichlinger Ratsgremium: Ein Landwirt wollte etwas oberhalb seiner Hofstelle eine Maschinen- und Lagerhalle errichten. Doch genau da beginnt bereits der Weg zum malerischen Wurzberg, der bei der Bevölkerung ein beliebtes Ausflugsziel ist und auf dem aufgrund der schönen Aussicht unter anderem regelmäßig Hochzeiten und auch Bergmessen gefeiert werden.

Um sich ein genaues Bild von dem Vorhaben zu machen, traf sich der Gemeinderat an Ort und Stelle. Bei dem Ortstermin wurden das vorgesehene Grundstück und die gesamte Umgebung genauer betrachtet.

Bei der anschließenden Gemeinderatssitzung im Rathaus eröffnete Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler dann die Diskussion über den Antrag. Dabei wurden von vielen Seite erhebliche Bedenken gegen das Vorhaben angemeldet. Nach einer ausgiebigen Debatte lehnte das Gremium den Neubau der Halle mit knapper Mehrheit ab: Fünf Räte stimmten dafür, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen, sechs stimmten dagegen.

Ausschlaggebend für die Ablehnung war vor allem die geplante Lage – direkt am Fuße des Wurzberges. Ein unschöner Anblick, so die Auffassung mehrerer Räte: Einen „Riesenklotz“ nannte Annette Socher die Halle, die 36 Meter auf 15 Meter groß werden und eine Firsthöhe von 8,07 Metern bekommen sollte. Wer den Weg vom Wurzberg ins Dorf hinunter gehe, würde also künftig direkt auf die Halle blicken: Diese Vorstellung gefiel Heidrun Höbel gar nicht. „Man kommt von einem schönen Aussichtspunkt und läuft dann direkt auf die Halle zu“, stellte sie fest. „Und nach Vilgertshofen sieht man dann auch nicht mehr.“

Hubert Frankl nannte den Wurzberg einen „markanten Höhenzug“, der im Landschaftsbild der Gemeinde prägend sei. Frankl meinte auch, dass der Landwirt die Halle lieber näher an seinem Hof – und damit auch näher am Dorf – bauen sollte: „Der Bauherr kann reinrutschen: Und wenn er reinrutschen kann, dann sollte er auch reinrutschen“, so seine Auffassung. „Er hat ja um die Hofstelle herum Platz“, stellte auch Annette Socher fest. Es sei nicht notwendig, die Halle so weit außerhalb zu bauen.

„Das Gemeinwohl hat Vorrang“

Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler und Hubert Frankl betonten, dass das Gemeinwohl Vorrang habe. Doch es gab auch einige Räte, die kein Problem mit dem Bauvorhaben hatten. Hans-Jürgen Korn sagte etwa, er sei nach dem Ortstermin zu dem Ergebnis gekommen, dass die Halle nicht so stören würde, wie er anhand des Planes gedacht habe. Denn an der Seite wäre das Gebäude ja zugewachsen.

Diese Ansicht teilte auch Walter Dirr: An der Westseite befinde sich eine Hecke, so bliebe lediglich die Nordseite sichtbar. Für den Landwirt sei der Standort etwas weiter weg von der Hofstelle vorteilhaft: Denn dort würde er sich für spätere mögliche Vorhaben „nichts verbauen“, erklärte Dirr.

Manuela Schmid

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