Auf dem freien Platz vor der Reichlinger Pfarrkirche sollte der Hofladen entstehen.
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Auf dem freien Platz vor der Reichlinger Pfarrkirche sollte der Hofladen entstehen.

Dem Gemeinderat ist das geplante Gebäude immer noch zu hoch und wuchtig

Reichling: Auch neue Hofladen-Pläne abgelehnt

Immer noch zu groß: Auch die geänderten Pläne für den Neubau eines Hofladens in Reichlings Dorfmitte sind beim Gemeinderat auf Ablehnung gestoßen. Die Mehrheit sieht nach wie vor die Ortsansicht zu sehr beeinträchtigt.

Reichling – Wie berichtet, plant Familie Elfinger in der Wurzbergstraße in Reichling einen neuen Hofladen, in dem sie selbst produzierte Lebensmittel aus ihrer eigenen Landwirtschaft – unter anderem Lammfleisch – anbieten möchte. In der vorangegangenen Sitzung hatte der Gemeinderat den Neubau neben der Reichlinger Pfarrkirche abgelehnt, woraufhin die Bauwerber neue Pläne eingereicht haben.

Diese geänderten Pläne wurden in der Gemeinderatssitzung am vergangenen Montag diskutiert. Auf den Plänen erschien das Gebäude nun optisch kleiner: Es wirkte weniger voluminös, da das Dach steiler geplant war. Doch der Unterschied zu den vorherigen Plänen war der Ratsmehrheit zu gering: Am Ende stimmten nur drei Gremiumsmitglieder für das Projekt, neun waren dagegen – Gemeinderat Stephan Leis stimmte dabei nicht mit, da er selbst der Planer des Projekts ist.

Wandhöhe um 1,28 Meter gesenkt

„Es ist im Endeffekt nicht niedriger geworden“, konkretisierte Alexander Graf das Problem, das mehrere Räte mit dem Gebäude haben, in dem neben dem Laden selbst auch ein Verarbeitungsraum, ein Büro und eine Wohnung eingeplant waren.

Konkret war die Wandhöhe um 1,28 Meter gesenkt worden – von 8,03 Meter auf 6,75 Meter –, während die Firsthöhe aber nur 30 Zentimeter weniger betrug als zuvor.

„Es ist ein bisschen niedriger geworden von der Optik her“, befand Hans-Jürgen Korn. Er meinte, dass die Veränderung nicht so groß sei, aber dass die Gemeinde mit dieser Lösung den Antragsteller ziemlich einschränke: „Man verbaut ihm eigentlich nur etwas.“

Mit einem Stockwerk weniger geht auch nicht

Lars Scharding wandte ein: „Ich denke, das Gebäude ist an sich zu hoch.“ Er sei der Ansicht, dass ein ganzes Stockwerk herunter genommen werden sollte, erklärte Scharding. Bei diesem Vorschlag sah Planer Stephan Leis jedoch das Problem: „Dann hat er zu wenig Platz für das, was er machen will.“ Sprich, die Antragsteller könnten dann in dem Gebäude nicht alle ihre Pläne verwirklichen. „Wir haben versucht, das Haus so weit wie möglich zu drücken“, erläuterte der Planer. „Wir wollten schauen, dass oben zumindest noch zwei oder zweieinhalb Räume reingehen.“

„Ich denke, eine lange Diskussion brauchen wir heute nicht mehr“, schloss Bürgermeister Johannes Leis die kurze Debatte und verwies auf die vorherige Sitzung, in der die Räte sich nach einer Ortseinsicht sehr ausführlich mit dem Projekt befasst hatten. Dabei war es unter anderem auch um die Veränderung des Ortsbildes im sensiblen Umfeld der Kirche gegangen, das durch einen großen Neubau unter Umständen beeinträchtigt werden könnte.

Landratsamt muss entscheiden

Dass der Gemeinderat jetzt mit seiner Ablehnung dem Vorhaben nicht das gemeindliche Einvernehmen erteilt hat, bedeutet aber noch nicht das Ende für den Hofladen. Denn entscheiden muss am Ende das Landratsamt Landsberg, an das die geänderten Pläne nun gehen. Die Gemeinde war in dem Verfahren wie üblich nur um ihre Stellungnahme gebeten worden. Diese wird im Entscheidungsprozess aber mit berücksichtigt und von Amts wegen abgewägt.

Manuela Schmid

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