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Ludenhausen kann Reichlings Wahl entscheiden

Stichwahl am Sonntag

Ludenhausen kann am Sonntag Reichlings Wahl entscheiden

Äußerst spannend wird die Stichwahl in der Gemeinde Reichling: Die beiden Bürgermeisterkandidaten trennten im ersten Wahlgang nur 4,4 Prozent der Stimmen.

Reichling – Alfons Schelkle, der für die Dorfgemeinschaft Reichling antritt, hat bei der Bürgermeisterwahl vor knapp zwei Wochen mit 37,2 Prozent die meisten Stimmen bekommen, Leis von der „WählerGemeinschaft“ (WG) lag mit 32,8 Prozent nur knapp dahinter. Wie jetzt die Stichwahl ausgeht, ist also schwer vorherzusagen, es ist alles völlig offen.

Und wie sehen die Kandidaten selbst ihre Chancen? „Das ist eine ganz schwierige Frage“, sagt Schelkle. „Es stellt sich vor allem die Frage, wie die Ludenhausener wählen, die ja mit großer Mehrheit für Lars Scharding gestimmt hatten“, meint er. „Ludenhausen kann die Wahl entscheiden.“ Insgesamt sieht Schelkle seine Chancen bei 50:50 Prozent.

Alfons Schelkle Dorfgemeinschaft Reichling

Stichwahl in Reichling: So schätzt Johannes Leis die Lage ein

Ganz genauso schätzt Johannes Leis die Lage ein: „Fifty-fifty“ stünden seine Chancen, meint er. Wegen der Ausgangsbeschränkungen habe er jetzt aus der Bevölkerung nicht mehr so viele Rückmeldungen bekommen können, sagt der 30-Jährige, der bei einer Motorsportfirma in Führungsposition arbeitet. Doch er sei jetzt nochmals auf Instagram und Facebook „live“ gewesen, erklärt er. „Aber wir hatten ja wegen der Briefwahl eigentlich nur noch eine Woche Zeit für Wahlkampf.“ Die meisten hätten ihre Stimme jetzt wohl schon abgegeben, vermutet Leis.

Johannes Leis „WählerGemeinschaft“ Reichling

Alfons Schelkle hat nach dem ersten Wahlsonntag vor allem von Einwohnern aus dem Ortsteil Reichling Rückendeckung bekommen. „Viele Reichlinger haben mir Mut gemacht“, erklärt der 56-jährige Schreinermeister. In Reichling selbst hatte Schelkle auch mit Abstand die meisten Stimmen geholt (141 Stimmen ohne Briefwahl), während er in Ludenhausen mit zwölf Stimmen klar hinter seinen beiden Konkurrenten zurück blieb. Leis hatte sowohl in Reichling, als auch in Ludenhausen jeweils die zweitmeisten Stimmen geholt (91 beziehungsweise 77 Stimmen – jeweils ohne Briefwahl).

Stichwahl in Reichling: Kein klarer Favorit

Am ersten Wahlsonntag ging Leis eigenen Angaben zufolge noch ganz gelassen ins Rennen. Jetzt sei dies etwas anders, mittlerweile sei er schon etwas aufgeregt: „Jetzt geht es um alles oder nichts“, stellt er fest.

Mit seinem Ergebnis von 32,8 Prozent, das er bei der ersten Wahl erreicht hatte, ist Leis durchaus zufrieden. „Damit kann man schon leben“, sagt er. Auch Schelkle kann nicht klagen: „Man konnte schon damit rechnen, dass es sehr knapp wird.“

Einen klaren Favoriten gibt es bei der Stichwahl also nicht. Was Lars Scharding angeht, der nach der ersten Wahl ausgeschieden war? Er wolle keine Wahlempfehlung abgeben, sagte er auf Nachfrage.

Von seinem eigenen Wahlergebnis (30 Prozent) sei er zwar nicht direkt enttäuscht, „aber ich hätte natürlich gerne Bürgermeister gemacht“, gibt er zu. „Jetzt werde ich dafür mehr Zeit für meine sieben Kinder haben“, sieht Scharding aber einen Vorteil. Denn obwohl er nicht gewählt wurde, wird er trotzdem die Leitung der Schüler- und der Jugendkapelle an seinen Sohn Fabian abgeben.

VON MANUELA SCHMID

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