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124 Bürger waren zur Bürgerversammlung in den Gasthof „Mitschke“ gekommen.

Bürgerversammlung

Reichlinger Baugebiet „An der Rees:“ Gasleitung macht den Bürgern weiter Sorgen

Die Gasleitung im Baugebiet „An der Rees“ beunruhigt die Anwohner immer noch sehr. Dies wurde auch bei der Bürgerversammlung in Reichling deutlich. Jetzt soll eine eigene Anliegerversammlung einberufen werden.

Reichling – Gesprächsstoff gab es im Gasthof „Mitschke“ genug, als Gemeindechefin Margit Horner-Spindler zum letzten Mal in ihrer Amtszeit vor den Bürgern Rechenschaft ablegte. Schließlich haben die Rathauschefin und der Gemeinderat in jüngster Vergangenheit so einige Projekte gestartet: die Sanierung der beiden Dorfgemeinschaftshäuser („Happerger“ in Ludenhausen und Mehrzweckhalle in Reichling) und den Kanalanschluss von Gimmenhausen – um nur die größten zu nennen.

Zu jedem der Projekte gab es auch ausführliche Berichte der zuständigen Fachleute. Dennoch zeigte sich am Schluss: Am meisten bewegte die Gemüter die Gasleitung an der Rees, da die Anwohner aufgrund der Explosion in Rettenbach sehr besorgt sind – zumal jetzt jüngst beim Aushub eines Neubaus eine Leitung beschädigt worden sei, wie von einem aufgebrachten Anwohner berichtet wurde.

Auf eine schriftliche Anfrage der Anwohner hin gab Horner-Spindler nun bei der Bürgerversammlung bekannt, dass die Anlage in Reichling nach Auskünften der Baufirma mit sogenannten Gasstromwächtern ausgestattet sei, die ein Ausströmen von Gas verhindern würden. Dennoch teilte die Bürgermeisterin die Sorgen der Anwohner: „Ich verstehe, da wird es einem mulmig“, sagte sie.

Die Gemeinde habe die Möglichkeit, vorzeitig aus dem bis 2024 laufenden Gasliefervertrag auszusteigen, hatte die Rathauschefin in Erfahrung gebracht. Allerdings verstehe sie auch diejenigen Anwohner, die Gas beziehen und dies beibehalten wollten. Horner-Spindler forderte die Anlieger auf, miteinander zu reden und zu einer Einigung zu kommen. Dies soll nun im Rahmen einer Anwohnerversammlung geschehen.

Vergleichsweise wenig Gesprächsstoff lieferten in der Diskussionsrunde die Großprojekte – es war jedoch schon bei den ausführlichen Vorträgen der Fachleute vieles gesagt worden.

Lediglich die Kosten für die Asbestsanierung im Kulturzentrum „Happerger“ wollte ein Bürger genauer wissen. Architekt Manfred Ullmann hatte zuvor berichtet, dass kürzlich unter dem Parkettboden im Saal ein asbesthaltiger Kleber zum Vorschein gekommen war, der von einer Spezialfirma hatte entsorgt werden müssen. Die Kosten für die Entfernung des Asbests einschließlich der Entsorgung bezifferte der Architekt auf rund 14 000 bis 15 000 Euro. Der Asbestfund verzögerte die Baumaßnahme, die voraussichtlich Ende 2020 abgeschlossen werden kann.

Gemeinde steht trotz großer Vorhaben gut da

Trotz der Verwirklichung vieler großer Vorhaben steht die Gemeinde finanziell gut da. Es konnten weiter Schulden abgebaut und Rücklagen gebildet werden. „Seit 2008 wurden 1,789 Millionen Euro an Zins und Tilgung bezahlt“, rechnete Horner-Spindler vor. Und das elfte Jahr in Folge habe die Gemeinde keine Kreditaufnahme benötigt.

Dagegen habe die Gemeinde Reichling sehr viele Zuschüsse erwirken können. „In den letzten elf Jahren haben wir rund 3,8 Millionen Euro an Zuschüssen erhalten bzw. sicher zugesagt bekommen“, informierte die Rathauschefin.

Dass die Bürgermeisterin sich immer sehr dafür einsetze, möglichst viele Zuschüsse herauszuholen, dies betonte ihr Stellvertreter Benedikt Schmid in seinen Dankesworten an Horner-Spindler, die bei den nächsten Wahlen bekanntlich nicht mehr antreten wird. Landrat Thomas Eichinger bescheinigte der Bürgermeisterin „ein Engagement, das deutlich über das hinausgeht, was man erwartet“.

„Die letzten zwölf Jahre waren gute Jahre für Reichling“, stellte der Landrat fest, der bei der Bürgerversammlung über die aktuellen Entwicklungen im Kreis Landsberg berichtete.

VON MANUELA SCHMID

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