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Reichlinger schnappen sich Issinger Maibaum

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Der gestohlene Issinger Maibaum in Reichlingsried. Vorne rechts Manuel Schäferle (Landjugendvorsitzender), links Klaus Kink von der Feuerwehr Issing. © ale

Selbst kurz vor dem 1. Mai sind die Maibäume nicht sicher: Jetzt haben die Reichlinger zugeschlagen.

Reichling – Auch im Lechrain hat der Maibaumdiebstahl Tradition. Die Reichlinger Landjugend hat jetzt den Issinger Zunftbaum in ihren Besitz gebracht. Der lag vier Stunden unbewacht in einer Halle auf dem Hof der Familie Hager.

Um 1 Uhr nachts ging es los. Landjugendvorsitzender Manuel Schäferle rückte mit 40 Mann an. Mit Muskelkraft stemmten sie den Baum in die Höhe und trugen ihn gut 250 Meter aus der Halle über eine rutschige Wiese und einen Hügel hinauf. Dann legte man den Baum auf den mitgebrachten Wagen. Er war mit Decken ausgepolstert, damit dem Baum nichts passiert. So schoben sie ihn hinaus bis zur Gemeindegrenze, in der Nähe der Biogasanlage. Erst dann kam der Traktor zum Einsatz. Nun liegt der Maibaum auf dem Wagen zwischen Kälberstall und Tenne. Als Hanni Schäferle, die Seniorbäuerin, in der Frühe ihrer Stallarbeit nachgehen wollte, war sie erstmal sprachlos über das, was da auf dem Futterbarren lag.

Eine WhatsApp am frühen Morgen lässt den Maibaumverantwortlichen Klaus Kink, der bis nach 22 Uhr in Issing beim Maibaum gewesen war, aufhorchen. Er eilt zum leeren Lagerplatz. Dann macht er sich mit seinem Schwager Christian Tillmann auf die Suche. Er hat Reichling gleich im Verdacht. Aber wo steckt er, der Issinger Baum? Das Gewerbegebiet Höhenberg ist sein erstes Ziel. Als er dort alle langen Gebäude abgesucht hat und nicht fündig wird, fahren sie nach Reichlingsried. Als er dort Karin Schäferle mit zwei Kannen Kaffee Richtung Stall laufen sieht, fallen ihm auch die geparkten Autos auf. „Da hab ich eins und eins zusammengezählt“, meint Klaus Kink, der inmitten der Maibaumdiebe gegen Mittag bereits die Auslöseverhandlungen abgeschlossen hat. Kink ist seit 15 Jahren der Verantwortliche fürs Maibaumaufstellen. Es ist sein sechster Baum, der unter seiner Führung aufgestellt wird. Der Baum muss nun so schnell wie möglich wieder zurück nach Issing. Er ist frisch grundiert und braucht noch seinen blau-weißen Anstrich. Zur Auslösung wird es zum späteren Zeitpunkt ein Grillfest mit Spanferkel und Trinken in Issing geben.  ale

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