Die Feuerwehr beim Löschen eines Stadel-Brands
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Immer wieder standen Stadel im Raum Schongau in Flammen. Hat die Polizei die Feuerteufel nun gefasst?

Seit Januar in Untersuchungshaft

Brandserie im Lechrain: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen mutmaßliche Täter

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  • Christoph Peters
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  • Barbara Schlotterer-Fuchs
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Es war eine aufsehenerregende Brandserie, die im Dezember und Januar die Landwirte im Lechrain in Atem hielt. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die beiden mutmaßlichen Täter erhoben.

  • Seit Dezember hält eine Brandserie im Raum Schongau und im Landkreis Landsberg am Lech die Feuerwehren in Atem. 
  • In der Nacht auf Freitag (17.1.) brannte es in Unterdießen erneut. 
  • Nun hat die Polizei zwei Verdächtige festgenommen. 

Update vom 31. August: Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen die beiden mutmaßlichen Täter erhoben. Den zwei Freunden im Alter von 24 und 26 Jahren werden gemeinschaftliche Brandstiftung in neun Fällen, davon in vier Fällen mit gemeinschaftlicher Sachbeschädigung, versuchte gemeinschaftliche Brandstiftung in einem Fall und gemeinschaftliche Sachbeschädigung in zwei weiteren Fällen vorgeworfen.

Sie sollen im Zeitraum von Mitte Dezember bis Mitte Januar Feldscheunen, Heuballen, Holzstapel und Mülltonnen in Brand gesetzt haben. Der dabei verursachte Gesamtschaden beläuft sich auf rund eine Million Euro. Beide Angeklagten sitzen bereits seit Anfang des Jahres in Untersuchungshaft, nachdem sie in der Nacht auf den 17. Januar in Verbindung mit dem Brand einer großen Lagerhalle bei Unterdießen gebracht und festgenommen worden waren.

Der Prozess vor dem Landgericht Augsburg könnte Ende Januar beginnen. Gegen einen dritten Verdächtigen sei das Verfahren schon Ende Januar eingestellt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Ein Anfangsverdacht, dass er zumindest an einem Teil der Taten beteiligt gewesen sein könnte, habe sich nicht bestätigt.

Update vom 26. Januar: Wieder brennt ein Stadel in der Region Weilheim-Schongau, diesmal in Polling. Die Verdächtigen zur der Brandserie sitzen allerdings in U-Haft (siehe Updates weiter unten). Die Kripo Weilheim hat die Ermittlungen aufgenommen.

Update, 18. Januar, 16.42: Wie die Polizei berichtet, befinden sich die Tatverdächtigen mittlerweile in Untersuchungshaft. Wie berichtet, gelang es Fahndungskräften der Kripo Fürstenfeldbruck im Rahmen eines Konzepteinsatzes zwei Tatverdächtige für eine Serie von Brandlegungen auf frischer Tat festzunehmen. Die beiden 24- und 25-jährigen Beschuldigten wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Augsburg heute Nachmittag (18. Januar) dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser bestätigte den Haftantrag und ordnete Untersuchungshaft an. Die Einlieferung in zwei unterschiedliche Justizvollzugsanstalten ist inzwischen erfolgt. Im Rahmen der erfolgten kriminalpolizeilichen Vernehmung legten die Beschuldigten ein Teilgeständnis ab.

Brandserie im Landkreis Landsberg am Lech: Details zur Festnahme

Update, 17. Januar, 17.40 Uhr: Neue Details zur Festnahme der mutmaßlichen Brandstifter: „Man muss sich den Zufall erarbeiten können“, sagte Manfred Frei, Leiter der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck. Stolz verkündete er, dass zwei mutmaßliche Täter der Brandserie im Lechrain festgenommen wurden. Am Freitag um 1 Uhr nachts bemerkten Beamte der Kriminalpolizei bei Unterdießen (Landkreis Landsberg) ein Feuer in einer großen Holzlagerhalle. Sie alarmierten die Feuerwehr. Außerdem beobachteten die Polizisten ein wegfahrendes Auto, einen 3er-BMW. Sie verständigten ihre Kollegen. Mehrere Streifen nahmen die Verfolgung auf. Etwa 20 Minuten später kam das Auto vor einem Wohnhaus in Thaining (Landkreis Landsberg) zu stehen. Die Polizisten nahmen die Männer fest. „Ein Zugriff auf einem Wohnanwesen ist besser als eine Verfolgungsjagd“, erklärte Frei.

Die Brandserie hatte viele Menschen in Atem gehalten. Die Meldung, dass die Feuerteufel wohl ermittelt sind, verbreitete sich schnell in der Region. „Die ganze Gegend ist erleichtert“, sagte Karl Fernsemer aus Rott. Seine Scheune war am 14. Dezember niedergebrannt. „Hoffentlich sind es die Richtigen.“ Er und andere Landwirte hatten zuletzt in ständiger Angst gelebt. „Man hat sich immer gefragt, ob etwas passiert oder nicht“, erzählte der Landwirt. Vorsorglich hatte er das Heu und Stroh aus seinen anderen drei Scheunen auf den Hof geholt. Andere Landwirte hatten mit Wasser befüllte Güllefässer zum Löschen vorbereitet und nachts Wache geschoben.

Schongau: Nach verstörender Brandserie: Mutmaßliche Brandstifter festgenommen - Polizei nennt Details

Update, 17. Januar, 15 Uhr: Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Nord nun informiert, liege der Sachschaden bei den insgesamt zwölf Bränden, die sich im Landkreis Landsberg am Lech und dem benachbarten Landkreis Weilheim-Schongau im Zeitraum von Dezember 2019 bis Januar 2020 ereigneten, bei rund 600.000 Euro.

Noch im Dezember vergangenen Jahres gründete die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck eine eigene Ermittlungsgruppe (EG Feldscheune).

Auf eine versuchte Brandlegung an einem größeren Holzlager in Unterdießen wurde die Polizei in der Nacht auf Freitag (17.1.) aufmerksam. Laut Polizeibericht verhinderten die Polizisten die Ausbreitung des Feuers. Zudem bewirkten sie die Festnahme der beiden Tatverdächtigen, die sich in einem 3er BMW vom Tatort entfernten. Der Zugriff erfolgte vor der Wohnung eines 25-Jährigen aus dem Landkreis Landsberg am Lech. Beim Fahrer des Fahrzeuges handelt es sich um einen 24-jährigen Mann aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Die beiden Beschuldigten werden derzeit bei der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck vernommen. Am Samstag (18.1.) sollen sie dem Haftrichter vorgeführt werden.

Mutmaßliche Brandstifter festgenommen - Polizei nennt auf Pressekonferenz Details

Update, 17. Januar, 14.10 Uhr: Auf einer Pressekonferenz in Fürstenfeldbruck informiert die Polizei nun gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Augsburg zu den Festnahmen. Die Ermittler wurden im Rahmen der Untersuchungen des Brandes in der Nacht auf Freitag (17.1.) auf ein verdächtiges Fahrzeug aufmerksam. Diese Ermittlungen hätten schließlich zur Festnahme der beiden Verdächtigen geführt.

Die Tatverdächtigen werden aktuell vernommen. Den Brand in der gestrigen Nacht gelegt zu haben, hätten die beiden mutmaßlichen Täter bereits gestanden. Auch auf weitere Geständnisse hätten sie sich bereits eingelassen. Hier möchten die Beamten allerdings noch keine Details nennen. 

Die Polizei geht davon aus, ihnen den „Großteil der Brände“ zuordnen zu können. Es handelt sich bei den beiden Verdächtigen um einen 24 Jahre alten Mann aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Er ist Soldat und aufgewachsen im Landkreis Landsberg. Der zweite Tatverdächtige ist 25 Jahre alt, arbeitslos und wohnhaft im Landkreis Landsberg. Er ist der Polizei bereits bekannt und in der Vergangenheit bereits wegen Diebstahl, Fahrens ohne Führerschein und anderer Delikte aufgefallen. Die Männer kennen sich offenbar aus ihrer Bundeswehrzeit. 

Die früheren Spekulationen, dass es sich bei den Brandstiftern möglicherweise um Feuerwehrleute handelt, haben sich nicht bestätigt.

Brandserie im Raum Schongau: Feuer in Unterdießen - Polizei nimmt zwei Verdächtige fest 

Schongau - Sie hat den Lechrain und das Schongauer Land in Atem gehalten: Die Brandserie, die bereits im Dezember begonnen hat. Jetzt, in der Nacht von Donnerstag auf Freitag (17.1.), hat die Polizei nach einem weiteren Stadelbrand in Unterdießen zwei Verdächtige gefasst. 

Nach verstörender Brandserie im Schongauer Land: Polizei nimmt zwei Verdächtige fest 

Seit Wochen beschäftigt eine Brandserie Polizei und Feuerwehr im Landkreis Landsberg. Dass die zwei Verdächtigen gefasst sind, das bestätigt das Polizeipräsidium Oberbayern Nord auf Anfrage unserer Zeitung.

Nähere Informationen über Geschlecht oder Alter der Tatverdächtigen gibt es zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Um 14 Uhr werden die Ermittler in einem Pressegespräch Stellung nehmen.

Unheimliche Brandserie im Raum Schongau: Erst vor wenigen Tagen brannte es bei Vilgertshofen

Brandserie im Raum Schongau: Eine Bilanz mit Karte zu den Bränden. Erst vor wenigen Tagen hielt ein Feuer bei Vilgertshofen die Einsatzkräfte in Atem. Auch in Reichling ging nach einem Brand die Angst vor weiteren Anschlägen des Feuerteufels um. Ein Stadel zwischen Reichling und Vilgertshofen war in Flammen aufgegangen.

Im bayerischen Waldkraiburg, ereignete sich ein Brandanschlag auf ein türkisches Geschäft. Die Polizei ermittelt in Richtung Terrorismus und Extremismus.

Hier gibt es weitere Nachrichten aus Schongau und Umgebung.

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