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Schüler und Eltern bei einer Demonstration vor dem Kultusministerium im Jahr 2016.

Petition im Landtag eingereicht

Umstrittene Schule geschlossen - nun gibt es Hoffnung für das alternative Projekt

Für die umstrittene Sudbury-Schule bei Reichling (Kreis Landsberg) gibt es noch einen Hoffnungsschimmer – allerdings erst zum übernächsten Schuljahr 2019/20.

München – Im Bildungsausschuss des Landtags signalisierten die Abgeordneten parteiübergreifend Zustimmung zur Wiederaufnahme des Schulbetriebs, sofern sich die Gründerinitiative und die Regierung von Oberbayern auf einen „gangbaren Weg“ einigen. Das allerdings dürfte nicht leicht werden.

Die Sudbury-Schule gab es im ehemaligen Schulgebäude des Dorfes Ludenhausen westlich des Ammersees. Zwei Jahre lang, bis Sommer 2016, gab es ein Schulleben, das wenig mit dem in herkömmlichen Regelschulen gemein hat. Sudbury war wohl die alternativste Schule, die es je in Bayern gab. Keine Noten, dafür viel Selbstbestimmung, Teamfähigkeit und Demokratie – bis die Regierung von Oberbayern, die Aufsichtsbehörde für die Privatschulen ist, den Weiterbetrieb untersagte. (merkur.de)

„Korsett der Regelschule“

Doch die Anhänger des Sudbury-Gedankens, der aus den USA stammt, stecken nicht auf. Im Landtag reichten sie eine Petition ein. Dort beschwerte sich die Wortführerin Monika Wernz gestern bitter über die Vorgehensweise der Regierung. Zwei je zweistündige Schulvisitationen seien viel zu kurz, um sich ein Bild von der Schule zu machen. Der Regierungsvertreter habe versucht, „uns ins Korsett der Regelschule zu pressen“ und „abschätzig“ mit Schülern gesprochen. „Es braucht eine andere Haltung, um die Schule verstehen zu können“, verlangte sie. Denn zu ihnen kämen Schüler, „die vorher gar nicht mehr beschulbar waren“.

Keine Noten, dafür viel De mokratie: das Logo der Sudbury-Schule am Ammersee.

Vor allem der SPD-Schulexperte Martin Güll zeigte viel Verständnis für die Sudburyianer. Es gebe widersprüchliche Aussagen. Er zitierte Aussagen eines Schulamtsleiters aus Miltenberg, der die Schule besucht hatte und zu der Feststellung kam: „Hier wird intensiv gelernt.“ Die Feststellung des Kultusministeriums, die den Beschluss der Regierung von Oberbayern überprüft habe, sei allerdings ebenso eindeutig. „Das lässt mich unzufrieden zurück.“

Lesen Sie bei merkur.de: Regierung verbietet Sudbury-Schule: Protest vor Ministerium

Weiterbetrieb im Jahr 2019?

Tatsächlich hatte das Ministerium die von Sudbury kritisierten unangekündigten Schulbesuche als absolut üblich bezeichnet. Er könne beim besten Willen „keine Verstöße gegen Recht und Gesetz“ feststellen, sagte der CSU-Abgeordnete Gerhard Waschler nach Lektüre der Ministeriums-Stellungnahme. Doch auszuschließen sei es nicht, dass die Schule nach einer Konzeptänderung weitergeführt werden könne. Für eine Betriebsaufnahme im nächsten Schuljahr sei es zu spät, aber vielleicht klappe es ja 2019.

Daher wurde die Eingabe von Sudbury gestern nicht wie sonst oft bei Petitionen üblich mit dem Hinweis „durch Erklärung der Staatsregierung erledigt“ zu den Akten gelegt. Vielmehr will der Bildungsausschuss ein Urteil des Verwaltungsgerichts München abwarten, das am 2. Juli über eine Klage der Sudbury-Schule gegen die Regierung von Oberbayern entscheidet. Dann will der Ausschuss erneut tagen – und eventuell eine Brücke zwischen Sudbury und der Regierung bauen. 

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