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Auf der Straße Richtung Issing soll es nach dem Wunsch des Reichlinger Gemeinderates auch weiterhin kein Tempolimit geben. 

Gemeinderat Reichling

Tempo 60 stößt auf Ablehnung

Auf der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Reichling und Issing geht es manchmal recht eng her. Ein Tempolimit hält der Reichlinger Gemeinderat aber deswegen nicht für angemessen: So entschied es das Gremium in der vergangenen Sitzung.

Reichling – Den Gemeinderäten in Reichling lag eine Anfrage der Nachbargemeinde Vilgertshofen vor: Diese schlug auf der Straße zwischen Reichling und dem Vilgertshofener Ortsteil Issing ein Tempolimit von 60 Stundenkilometern vor.

Dies ging so manchem Reichlinger Gemeinderat aber zu weit: Erich Holl und Hans-Jürgen Korn reagierten mit Unverständnis. Das sei Unsinn und reiner Bürokratismus, so Korn.

Auch bei den meisten anderen Räten stieß die Anfrage auf wenig Gegenliebe und wurde daher mit großer Mehrheit abgeschmettert. Nur zwei Gemeinderäte – Hubert Frankl und Heidrun Höbel – stimmten für das Tempolimit.

Auf der Strecke „wird gerast“, hat Höbel oft schon beobachtet. Frankl sah vor allem eine Gefahr für Radfahrer: „Viele drücken die Radler raus“, berichtete er von einigen unumsichtigen Autofahrern.

Das Hauptproblem auf der Strecke: Die Straße ist ziemlich eng. Eben aus diesem Grunde hatte sich der Gemeinderat aus Vilgertshofen zuvor für ein Tempolimit ausgesprochen, wie Vilgertshofens Bürgermeister Albert Thurner unserer Zeitung auf Anfrage sagte. Bei Gegenverkehr sei die Straße zu eng zum Ausweichen, erklärte Thurner.

Die Fahrzeuge würden aufs Bankett ausweichen. Aus diesem Grunde seien hier bereits Rasengittersteine angebracht worden. Doch diese seien nicht so beständig – das Bankett müsste immer wieder mal nachgebessert werden, legte der Gemeindechef dar.

Der Vilgertshofener Gemeinderat habe sich einstimmig für eine Geschwindigkeitsbegrenzung ausgesprochen. Lediglich über die Höhe der Begrenzung habe es unterschiedliche Ansichten gegeben: Es sei über Tempo 60 und auch über Tempo 80 diskutiert worden. Aber die Mehrheit der Räte habe sich letztendlich für Tempo 60 ausgesprochen, informierte Thurner.

In der Diskussion im Reichlinger Gemeinderat meinte Heidrun Höbel, dass statt Tempo 60 auch eine Beschränkung auf 70 Stundenkilometer ausreichen würde – wie sie etwa Richtung Rott gelte.

Dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung überhaupt etwas bringen würde, das bezweifelte Alexander Graf: Er habe oft gesehen, dass Raser sich dadurch nicht vom Schnellfahren abbringen ließen. Viel sinnvoller seien Geschwindigkeitsmessungen. Graf schlug vor, einen Geschwindigkeitsanzeiger aufzustellen.

Die Sitzung wurde von Vizebürgermeister Benedikt Schmid geleitet, da Gemeindechefin Margit Horner-Spindler verhindert war.

Falls der Reichlinger Gemeinderat bei seinem Beschluss bleibt, wird es jedenfalls auf der Strecke keine Beschränkung geben: Denn der Großteil liegt auf Reichlinger Flur. Damit dürfen also weiterhin 100 Stundenkilometer gefahren werden.

Manuela Schmid

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