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Das Logo der geschlossenen Sudbury-Schule.

Urteil soll bald fallen

Pfiffe und Buh-Rufe bei Prozess um Sudbury-Schule

Es war ein emotionaler zweiter Verhandlungstag vor dem Münchner Verwaltungsgericht. Der Vorstand der geschlossenen Sudbury-Schule in Ludenhausen (Kreis Landsberg) hatte viele Unterstützer mobilisiert, die die Verhandlung über die Zukunft der alternativen Schule verfolgten.

Reichling/München – Applaus, Pfiffe und Buh-Rufe gibt es im Gericht nicht oft zu hören – doch nach anfänglicher Geduld griff die Vorsitzende Richterin dann doch zur Ermahnung: „Wir wissen, dass sie alle Unterstützer sind, aber jetzt bitte ich um Ruhe.“

Kern der Verhandlung ist die Frage, ob das Konzept der Schule mit dem bayerischen Gesetz vereinbar ist. Die Sudbury-Schule setzte bis zum Entzug der Genehmigung durch die Regierung von Oberbayern im Sommer 2016 auf selbstbestimmte Bildung statt auf Prüfungen, Noten und Zeugnisse. Für den Schulvorstand ist das die ideale Form, um auch diejenigen wieder zum Lernen zu motivieren, die in der Regelschule nicht zurecht gekommen sind. Die Regierung von Oberbayern als Aufsichtsbehörde ist dagegen der Ansicht, dass die Schule die vorgeschriebenen Lernziele gemäß dem bayerischen Lehrplan nicht ausreichend nachweisen konnte.

Die Richterin machte gestern deutlich, dass sie in einigen Punkten eher der Auffassung des Freistaats Bayern folgt. So wurde etwa diskutiert, ob die Sudbury-Schüler nach der vierten Klasse den vorgeschriebenen Wissensstand in Mathematik – zum Beispiel das Rechnen im Zahlenraum bis zu einer Million – erreicht haben. Die Richterin gab sich hier skeptisch. Auch von Seiten des Schulvorstands hieß es: Manche Schüler hätten den Wissensstand, andere würden sich schwerer tun. Das liege aber nicht am Schulkonzept, sondern an der problematischen Vorgeschichte vieler Kinder, die an der neuen Schule erst langsam aufblühen würden.

Verlesen wurden zudem Berichte von Eltern und Schülern, die sich für den Beibehalt der Schulform aussprachen. Ob das ausreicht, um das Gericht zu überzeugen, bleibt fraglich. Das Urteil soll in den nächsten Tagen schriftlich ergehen.  dg

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