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Wird schon Silvester im „Happerger“ in Ludenhausen gefeiert?

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Von: Manuela Schmid

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Am Dorfgemeinschaftshaus „Happerger“ in Ludenhausen schreiten die Arbeiten voran. Mit der neuen Außenfassade hebt sich das Gebäude deutlich von der Umgebung ab. Schon
Am Dorfgemeinschaftshaus „Happerger“ in Ludenhausen schreiten die Arbeiten voran. Mit der neuen Außenfassade hebt sich das Gebäude deutlich von der Umgebung ab. © Schmid

Die Arbeiten am Dorfgemeinschaftshaus in Ludenhausen schreiten voran. Ehrenamtliche Helfer haben schon satte 2850 Stunden Arbeit geleistet.

Ludenhausen – Der „Happerger“ im Reichlinger Ortsteil Ludenhausen ist nun schon seit zweieinhalb Jahren eine Großbaustelle. Doch wenn alles klappt, könnte das neue Dorfgemeinschaftshaus bis Ende des Jahres noch fertig werden.

Die Zielsetzung ist klar: Die Ludenhausener würden gerne am 31. Dezember in dem wieder aufgebauten Gebäude ihren traditionellen Silvesterball feiern. Das wäre zumindest der Wunschtermin. Ob bis dahin alles fertig ist, steht aber noch in den Sternen.

Wie berichtet, entsteht anstelle des ehemaligen Gasthofs in der Ludenhausener Ortsmitte gerade ein neues Dorfgemeinschaftshaus. Dort sollen dann zum einen regelmäßig Kulturveranstaltungen stattfinden. Zum anderen ziehen die Vereine des Ortsteiles in das Dorfgemeinschaftshaus an der Hauptstraße um.

Von außen schon nahezu fertig

Von außen ist das Gebäude, das nach einem Teilabriss größtenteils wieder ganz neu aufgebaut werden musste, schon nahezu fertig. In den kommenden Monaten sind noch zahlreiche Innenarbeiten zu erledigen, bei denen auch wieder etliche ehrenamtliche Helfer aus dem Ort zum Einsatz kommen.

13 verschiedene Firmen waren bislang an den Bauarbeiten beteiligt. In den vergangenen Wochen waren die Trockenbauer und die Elektriker vor Ort. In den Saal, der auch künftig wieder für Veranstaltungen aller Art vorgesehen ist, ist kürzlich ein vollflächiges Gerüst eingebaut worden, um die Verkabelung unter der Deckenabhängung zu montieren. Im Anschluss wird die Decke angebracht: Dies soll voraussichtlich bis Ende Mai geschehen.

Ehrgeiziges Projekt über die Dorferneuerung

Außerdem werden im Saal gerade die Lüftungsrohre verlegt. In den Toilettenanlagen sowie in der Küche und in den Gängen in den oberen Stockwerken werden derzeit die Fliesen angebracht. Die nächsten größeren Arbeiten, die anstehen, sind das Weißeln im Innenbereich, der Einbau der Holzdecken mit Be- und Entlüftung, das Verlegen der Fußböden, der Einbau der Küche sowie der Ausbau der Vereinsräume.

Mit dem Projekt „Happerger“ verwirklicht die Gemeinde Reichling mit Mitteln aus der Dorferneuerung ein ehrgeiziges Projekt, das nicht immer ohne Schwierigkeiten ablief. Ursprünglich waren ein Umbau und eine Renovierung der ehemaligen Gastwirtschaft geplant. Doch dann hatte es sich herausgestellt, dass ein Großteil des alten Gebäudes nicht mehr erhalten werden konnte. Daraufhin folgte im Oktober 2019 der Teilabriss. Der Saal inklusive Dachstuhl wurden stehen gelassen.

Bauarbeiten haben sich etwas verzögert

Im April 2020 konnte dann erst der Rohbau beginnen. Dabei wurde der alte „Happerger“ getreu dem abgerissenen Altbau wieder aufgebaut. Zusätzlich entstand an der Nordseite noch ein neuer Bühnenanbau.

Es war der Wunsch der Ludenhausener, das markante und ortsprägende Gebäude in der Dorfmitte wieder genau so aufzubauen, wie es einmal war. Sogar die Positionen der Fenster sind gleich geblieben. Lediglich an der Farbgebung hat sich etwas geändert: Das neue Dorfgemeinschaftshaus hat einen farbenfrohen Anstrich bekommen. Es solle ja auch auffallen und sich von den anderen Häusern abheben, erklärte Gemeinderat Heinrich Quartal, der zugleich Vorsitzender der Dorferneuerung Ludenhausen ist.

Fester Stamm von zehn Leuten

In jüngster Vergangenheit hatten sich die Bauarbeiten etwas verzögert, da einige Firmen die Lieferzeiten nicht einhalten konnten. Da mussten dann oft Alternativen überlegt werden, wie Tobias Reizele von der Dorferneuerungsgruppe berichtet.

Die Dorferneuerungsgruppe – dies sind etwa zehn Ludenhausenener – kümmert sich ehrenamtlich rund um die Uhr um das Bauprojekt. Neben dieser Gruppe gibt es aber auch noch viele freiwillige Helfer aus dem Ort, die bei Bedarf per WhatsApp informiert werden und immer zur Stelle sind, wenn es ehrenamtliche Arbeiten auf der Baustelle zu verrichten gibt.

Voraussichtlich 80 Prozent Förderung

„Bei den bis jetzt angefallenen Arbeiten waren 85 verschiedene Bürger beteiligt, die zusammen ungefähr 2850 Stunden geleistet haben“, rechnet Reizele vor. „Planungs- und Sitzungszeiten der vergangenen zehn Jahre sind nicht mitgerechnet“, betont er und ergänzt: „Beim Ausbau, Einrichten und so weiter werden die meisten Stunden noch dazu kommen.“

Eines ist klar: Ohne die vielen Helfer aus der Ludenhausener Bevölkerung hätte die Gemeinde Reichling das Projekt sicherlich nicht in diesem Umfang verwirklichen können. Finanzielle Unterstützung erhält die Gemeinde vom Amt für Ländliche Entwicklung: Von den drei Millionen Euro, die vom Architekten für das Projekt veranschlagt worden sind, erhält die Kommune voraussichtlich 80 Prozent Förderung.

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