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Strahlen um die Wette: Geburtstagskind Hedwig Heger mit Tochter Inge (rechts) und Reichlings Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler, die einen Bildband von Reichling überbrachte.

Geburtstagsfeier von Hedwig Heger

Rüstige Reichlingerin feiert 90. Geburtstag

Reichling - Hedwig Heger ist aus dem Reichlinger Ortsbild nicht wegzudenken, man sieht die rüstige und immer zu einem Schwätzchen bereite Seniorin mit dem Rollator jeden Tag spazierengehen. Kaum zu glauben dass sie jetzt ihren 90. Geburtstag gefeiert hat.

Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler gehörte zu den ersten Gratulanten und überbrachte als Geschenk der Gemeinde einen Bildband mit zahlreichen Bildern des Ortes von Beginn der Fotografie an bis heute.

Hegers Lebensgeschichte begann als ältestes von neun Kindern im Sudetenland, im kleinen 350 Seelendorf Bernhau. Der Vater kehrte nicht aus dem Krieg zurück, und die älteren Kinder mussten in jungen Jahren bereits mit der Mutter und Großmutter die Landwirtschaft meistern. Die ersten 20 Lebensjahre lebte sie in Bernhau, bis 1946 die ganze Bevölkerung vertrieben, der Ort zerstört wurde. Die Familie blieb zusammen und kam nach Herburg bei Nürnberg.

1955 hatte die Jubilarin eine Begegnung mit der Vergangenheit: Sie traf Josef Heger, mit dem sie schon in Bernhau zur Schule gegangen war. Ihn hatte es nach Peiting verschlagen, und nach dem Tod seiner Frau holte er Hedwig Heger und ihre dreijährige Tochter Elfriede nach Reichling, wo er Arbeit bei Bauern gefunden hatte. Am 31. Dezember 1955 heirateten die beiden, und als Tochter Inge zur Welt kam, war ihr Glück komplett.

Hedwig Heger war später 25 Jahre lang als Milchmesserin in Reichling beschäftigt. Als Josef pflegebedürftig wurde, war sie bis zu seinem Tod 2006 an seiner Seite. Man kennt sich im Ort, denn seit 1955 leben die Hegers bereits in Reichling. „Fünf Mal sind wir jedoch innerorts umgezogen“, erinnerte die Jubilarin.

Wenn Tochter Inge, die in Landsberg lebt und arbeitet, nicht da ist, schaut die Nachbarschaft bei der rüstigen Jubilarin vorbei. „Das hier ist eine gute Ecke“, so die Tochter. „Man kennt sich, schaut aufeinander.“

Hedwig Heger hat so ihre Prinzipien, sie hört beispielsweise nur Radio. Mittagsschlaf macht sie keinen, ihr Tagesablauf steht fest. Nur wenn Tochter Inge da ist, dann geht’s ins Wohnzimmer auf die Couch, dann sehen die beiden fern.

Die rüstige Jubilarin macht noch immer tägliche Spazierrunden in Reichling, durch die Siedlung bis hoch zum Wurzberg zum Beispiel. „Ich geh’ viel spazieren, beschäftige mich im Garten, baue dort und im Treibhaus Gemüse an, und ich tu a bisserl beten.“ Das sieht sie als ihr Lebensrezept für ihr hohes Alter.

ale

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