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Die Riesen-Haie vom Auerberg - ein Zahn-Fund als Beweis

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Ein solcher Haifisch-Zahn ist in einem Sedimentsgestein bei Ellensberg am Auerberg gefunden worden. Foto: privat
Ein solcher Haifisch-Zahn ist in einem Sedimentsgestein bei Ellensberg am Auerberg gefunden worden. Foto: privat

Bernbeuren - Wo sich jetzt der Auerberg erhebt, war früher ein riesiger Ozean, in dem sich auch riesige Hai-Fische tummelten. Dies belegen verschiedene Funde, unter anderem ein Hai-Zahn, der jetzt in den Ablagerungen der oberen Meeresmolasse am Auerberg entdeckt worden ist.

Da staunte der Hobbygeologe Tobias Klöck aus Kaufbeuren nicht schlecht, als er an einem Nagelfluhfelsen beim Weiler Ellensberg am Auerberg nach versteinerten Überresten aus längst vergangenen Zeiten suchte. Auf einem heruntergebrochenen Felsen verbarg sich unter einer dünnen, kalkigen Verwitterungskruste der Zahn eines riesigen urzeitlichen Haifisches.

„Funde von Haifisch-Zähnen im Allgäu sind von vielen Stellen bekannt“, so der 24-jährige Tobias Klöck, der in Kempten Betriebswirtschaft studiert und in seiner Freizeit als Hobby-Geologe unterwegs ist. Der Fund eines solch großen Exemplars stelle aber eine „außerordentliche Seltenheit“ dar.

Die Geschichte zu dem Fund beginnt bereits 1906, als der Kaufbeurer Kurat Christian Frank am Auerberg nach vorgeschichtlichen Zeugnissen gegraben hat und dabei auf einen ähnlichen Zahn gestoßen ist. Als Geschenk wanderte das Fundstück vier Jahre später nach Augsburg.

„Bis auf einen Hinweis in den Berichten des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben und Neuburg aus dem Jahr 1911 gab es bisher keinen Anhaltspunkt dafür, dass diese Hai-Art, deren entfernter Verwandter der Weiße Hai ist, in den Meeresablagerungen am Auerberg vorkommt“, so Klöck. Gegenwärtig seien nur wenige Zähne, die in der Nähe von Kempten gefunden wurden und der gleichen Gattung zugeschrieben werden konnten, aus dem Allgäu bekannt. Die Bestätigung des Fundes von Frank wäre somit auch der Nachweis dieser Hai-Art am Auerberg.

Der Hobby-Geologe Klöck wandte sich an das Naturkundemuseum Augsburg, wo aber nach Durchsicht des Inventars kein Stück gefunden werden konnte, auf welches die Beschreibung zutraf.

„Es muss davon ausgegangen werden, dass der Frank’sche Fund während der Kriegsjahre verloren ging“, so der Museumsleiter des Augsburger Naturkundemuseums, Michael Rummel.

Für Tobias Klöck ist es jetzt umso erfreulicher, einen handfesten Beweis für die Existenz solcher Tiere in den Ablagerungen der oberen Meeresmolasse vom Auerberg zu haben - noch dazu von einer Stelle, an der Kurat Frank vor fast 100 Jahren ein gleiches Exemplar fand.

Warum außer den Zähnen nicht mehr von den Tieren gefunden werden kann, lässt sich mit der Tatsache erklären, „dass Haie Knorpel- und keine Knochenfische sind“, stellt Tobias Klöck klar.

Wohin mit dem HaifischZahn? Klöck will ihn dem Stadtmuseum in Kaufbeuren zur Verfügung stellen, das sich derzeit noch im Bau befindet.

Warum er erst jetzt an die Öffentlichkeit tritt (der Fund war bereits im Mai vergangenen Jahres), das begründet Tobias Klöck damit, dass ein befreundeter Sammler aus Kempten den Haifisch-Zahn altersmäßig erst jetzt hat bestimmen können (zirka 20 Millionen Jahre).

Dass das Ellensberger Konglomerat (Sedimentgestein) mit Überresten von Fossilien bestückt ist, das weiß auch Barbara Zach von der Interessengemeinschaft Auerberg. So seien im Bereich des Bachtals auch schon Muscheln gefunden worden. Der Auerberg sei ein Teil der oberen Meeresmolasse - also auch geologisch sehr interessant.

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