So sah die Schloßberg-Hütte vor dem Brand aus.

vorschlag für begegnungshütte

Riesige Hürden für Schloßberg-Plan

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Schongau - Die Schongauer CSU würde gern eine Begegnungshütte auf dem Schloßberg errichten lassen, als Ausgleich für die vor einigen Monaten abgebrannte Hütte. Doch die Hürden sind riesig.

Nach dem nächtlichen Feuer Mitte November war von der Schloßberghütte, die seit mehr als 130 Jahren auf dem exponierten Standort zwischen Schongau und Peiting thronte, nur noch ein Haufen Schutt übrig. Schon eine Woche später verfasste die Schongauer CSU einen Antrag, der bereits einmal vertagt und deshalb erst jetzt im Stadtrat behandelt wurde. Darin wird das Feuer einerseits bedauert, andererseits als Chance gesehen, an gleicher Stelle eine etwas vergrößerte Hütte als Begegnungszentrum zu errichten. „Sie sollte den Bürgern und Vereinen, aber auch Schulklassen aus den Gemeinden Altenstadt, Peiting und Schongau zur Verfügung stehen und ein Symbol für den Ikek-Prozess sein“, schreibt Fraktionschef Michael Eberle. Die Finanzierung sei mit Ikek-Unterstützung machbar, es könnte ein Leuchtturmprojekt der Kooperation zwischen den drei Kommunen werden, so Eberle.

„Eine sehr interessante und gute Idee“, lobte Bürgermeister Falk Sluyterman den Vorschlag. Denn man müsse den Bestandsschutz nutzen und schnell entscheiden, ob und wenn ja wie die Hütte wiederaufgebaut werden könne. Der Vorschlag mit dem Ikek und einer möglichen Förderung sei ebenfalls zu begrüßen, allein schon wegen der Lage, aber auch, weil Schongau alleine sicher nicht das nötige Geld aufbringen könnte.

Nach dem verheerenden Feuer blieb von der Hütte nichts übrig.

Das Problem ist aber in erster Linie weniger die Finanzierung, sondern die Genehmigung an sich. Die Stadtverwaltung hat eine mögliche Begegnungsstätte geprüft und ein deutliches Urteil gefällt: nicht machbar. „Die Hütte liegt im Außenbereich, wurde früher als Schärferhütte genutzt und zuletzt für Ausflügler und private Zwecke“, sagte Stadtbaumeister Ulrich Knecht. Deshalb wäre sogar der reine Wiederaufbau fraglich, weil die Hütte zuletzt nicht der Land- oder Forstwirtschaft gedient hat. Und wenn die Nutzung in eine Begegnungsstätte geändert werden solle, gebe es mit den Problemen der fehlenden Erschließung und Zufahrt, Rettungswegen und Toiletten schier unüberwindliche Hürden. „Da werden wir auch beim Ikek keine Genehmigung bekommen“, fürchtete Knecht.

Altenstadt hätte von der Begegnungsstätte nichts

Das sah auch Eberle ein. „Wenn man die Nutzung ausweitet, fällt der Bestandsschutz weg“, sagte er und überlegte: „Wenn man es als Freizeithütte deklarieren könnte, in der man sich begegnen kann, würde es vielleicht gehen.“ Barbara Karg (SPD) fand die Idee zwar ebenfalls „charmant“, sie komme aber wegen der vielen Hürden für sie nicht in Frage. „Man kann so eine Begegnungsstätte ja an anderer Stelle im Auge behalten“, schlug sie vor. Mit der Lage hatte auch Bettina Buresch (ALS) ein Problem: „Altenstadt gehört auch zum Mittelzentrum dazu, die hätten von dem Begegnungszentrum auf dem Schloßberg nichts.“ Das sei bei anderen Ikek-Projekten auch so, dass nicht alle drei Kommunen direkt angrenzen, entgegnete Sluyterman.

Eberle schlug schließlich vor, sich erst einmal mit dem Landratsamt zum Thema Genehmigung auszutauschen, bevor das Gespräch mit Peiting und Altenstadt gesucht wird. Das wurde mit großer Mehrheit von 21:2 beschlossen.

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