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Mit Advents-Leckereien: Rita Beißer ist seit 30 Jahren Pfarrhausfrau, seit vier Jahren in der Wies. 

Rita Beisser: Seit 30 Jahren Pfarrhausfrau

„Wir sind eine große Gemeinschaft“

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Schongau –  Seit 30 Jahren ist Rita Beißer Pfarrhausfrau bei Monsignore Gottfried Fellner und feierte gerade ihr Jubiläum. Nach vielen Jahren in Dillingen hat die 56-Jährige aus Dürrwangen seit 2012 guten Anschluss gefunden in Wies. Die Arbeit geht ihr im Pfarrhaus nicht aus. Viel Lob erhält die passionierte Köchin von ihren Gästen.

Pfarrhausfrau zu werden war nicht unbedingt der erste Berufswunsch für Rita Beißer, aber ein naheliegender. Der Berufsstand war in der Familie mehrfach vertreten, waren doch zwei ihrer Onkel Pfarrer, der Haushalt wurde von den Tanten geführt. „In den Ferien war ich oft dort, es war immer schön.“ Aufgewachsen in Dürrwangen, lernte die Dinkelsbühlerin zwei Jahre Hauswirtschaft, legte dann die Ausbildung zur Altenpflegerin ab. „Es ist ein toller Beruf, es hat mir Spaß gemacht“, erzählt sie rückblickend. Doch als sie nach Unstimmigkeiten im Pflegeheim ihrem Heimatpfarrer das Herz ausschüttete, empfahl ihr dieser, sich anders zu orientieren – und wusste, dass Pfarrer Gottfried Fellner eine Hausfrau sucht.

Daraus sind mittlerweile 30 Jahre geworden. Am 1. Dezember 1986 trat sie mit knapp 26 Jahren ihren Dienst an. Vermutlich sei es doch Berufung gewesen, meint Rita Beißer rückblickend. „Man braucht schon christliche Wurzeln, muss religiöse Spiritualität mitbringen – vor allem aber muss es passen.“

Der Beruf der Pfarrhausfrau sei vor allem eines: vielseitig. Und die Arbeit bedeutet natürlich weit mehr, als man hinter den früheren Berufsbezeichnungen Pfarrköchin oder Pfarrhaushälterin vermuten könnte. Kochen, Einkaufen, Putzen, der Garten und die Wäsche stehen natürlich auch auf der Aufgabenliste. Aber Rita Beißer hilft überall – ob im Pfarrbüro, beim Dekorieren der Kirche oder der Verpflegung der vielen Pilger im Pilgersaal. Und natürlich auch, wenn japanische Besucher morgens um acht Uhr die schwere Kirchentüre nicht aufbekommen. Einmal in der Woche gibt es eine Teamsitzung der Wiesmitarbeiter – da werden die wichtigsten Aufgaben verteilt. „Wir helfen hier alle zusammen, wir sind eine große Gemeinschaft.“ Regelmäßig zu tun hat sie auch für die Berufsgemeinschaft der Pfarrhaushälterinnen im Diözesanverband, wo sie Beisitzerin ist.

Auch neue Rezepte werden gekocht 

Zwar ist der Haushalt heute kleiner als der Pfarrhaushalt in Dillingen. Aber auch im Wieser Pfarrhaus ist immer etwas los: „Mein Pfarrer ist gastfreundlich, es muss immer ein Haus der offenen Türen sein“, so Rita Beißer. Was der leidenschaftlichen Köchin entgegenkommt. Gerne verwöhnt sie ihre Gäste, und probiert selbst bei großen Gesellschaften wie zu den Wiesfesten oder an Dreikönig auch einmal Rezepte aus, die sie vorher nie gekocht hat. Schweinefilet in Blätterteig mit Erdnussfülle für 15 Personen? „Da bin ich dann schon ein bisschen nervös, vor so einem Tag kann man nicht so gut schlafen“, lächelt Rita Beißer. Umso mehr freut sie sich über das Lob der Gäste – zu gerne hätte wohl Erzbischof Heiner Koch die Wieser Pfarrhausfrau nach Berlin mitgenommen. Aufwendige Gerichte gibt es aber nicht immer. Pfarrer Fellner liebt Mehlspeisen, vor allem natürlich aus der österreichischen Küche, Fleisch kommt aber nur zwei bis maximal drei mal pro Woche auf den Tisch.

Es sei ein großer Schritt und eine Umstellung gewesen 2012 mit 52 Jahren von Dillingen nach Steingaden zu ziehen. „Es war ein Schock, als ich es erfahren habe, und meine Familie hatte mir geraten, nicht zu gehen“, erinnert sich die 56-Jährige. Doch speziell in Wies hat sie schnell Anschluss gefunden, und dafür auch selbst etwas getan. Sie organisiert regelmäßig einen Stammtisch Wieser Frauen. „Das wollte ich unbedingt machen, das ist ein schönes Miteinander, auch mit Nachbarinnen oder Kolleginnen – das ist viel wert.“ Wenn es irgendwie geht, unternehmen die Frauen etwas gemeinsam – ein Nachmittagsausflug in die Therme nach Schwangau oder die Adventsfeier beim Frauenbund.

Wobei Rita Beißer jetzt, so direkt vor Weihnachten, auch nicht viel ausruhen kann. Hat sie sich doch wieder eine große Fichte gewünscht, die im Treppenhaus vom Erdgeschoss bis über den ersten Stock hinausreicht. Der Baum ist schon gefällt, aber muss dann natürlich auch geschmückt werden. Ganz schlicht, nur mit kleinen Lichtern und roten Kugeln. Mindestens 80, wenn nicht 100 werden es wohl wieder werden. „Das ist wunderschön. Ich mache das, so lange ich kann.“

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