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Kleinkunst vom Feinsten: Roland Hefter im Kuhstall in Schwabbruck.

Kunst im Kuhstall

Roland Hefter rockt Schwabbruck

Schwabbruck – „Einen ganzen Frühling lang wurde ich beschenkt“, sagte Stephan Kögl ein wenig wehmütig, nachdem er zum letzten Mal in diesem Kulturfrühling mit der Kuhglocke den Beginn einer Veranstaltung einläutete. Bis Herbst ist jetzt erst einmal Pause bei der Kleinkunstbühne „Kuhstall“ in Schwabbruck. Inhaber Kögl bedankte sich bei dem Publikum für das so zahlreiche Erscheinen. Immerhin kamen am Sonntagabend über 200 Gäste in den Kuhstall.

Viele wollten ihn sehen und hören: Den urigen Typen aus München. Der Liedermacher Roland Hefter trat auf – ein gelungener Abschluss der Kultursaison. Die Menschen kamen über zwei Stunden voll auf ihre Kosten. Da störten sogar die allgemein gefühlten Saunatemperaturen im Stall nicht.

„Schwitzt ihr auch so?“ rief Hefter nach fünf Minuten dem Publikum zu. Diesmal war er alleine gekommen. Nur seine Gitarre hatte er mitgebracht. Aber das reichte vollkommen aus. Im letzten Jahr war Roland Hefter noch zusammen mit Keller Steff und Michi Dietmayr im „Kuhstall“aufgetreten. Am diesem Abend präsentierte er sein Soloprogramm.

Über 1,90 m groß, lange Haare, Mittelscheitel, T-Shirt mit dem Spruch „I dad‘s macha“, herzhaftes Lachen und eine große Klappe – das ist Roland Hefter. Und der Slogan der auf seiner Brust prangt ist nicht nur gleichzeitig der Titel seines neuen Albums. Er ist die Lebensphilosophie des gelernten Grafikers.

Eine Art von Erkenntnis, der sich auch das Publikum an diesem Abend anschließen kann. Ein Erwerb von ähnlichen T-Shirts mit Aufdruck war erlaubt an diesem Abend. Ähnlich nur deshalb, da der Spruch für weibliche Anhänger dieser Lebensphilosophie noch mit dem Wörtchen „eventuell“ versehen wurde. Wobei der Münchener Liedermacher nicht erklärt, wie er zu der Erkenntnis kommt, dass Frauen zögerlicher seien in puncto Wagnis. Aber das ist ja auch vollkommen unwichtig an diesem Abend.

Sicher ist, dass es Hefter gerne mit Sprüchen hat. Den Refrain eines Liedes hat er dazu auf eine Fußmatte gedruckt. „As Leben is eh scho schwer...und jetzt kimmst Du daher“ steht da in gelben Lettern. Und so einen Fußabstreifer legt man sich sicherlich gerne vor die Tür. Denn diesen Satz hat sich sicherlich jeder schon einmal in der einen oder anderen Weise gedacht.

Situationskomik oder teilweise auch Situationstragik ist es, was Hefter da singend und sprechend vorträgt. Er erzählt aus seinem nun schon langem Leben „ich bin schon 49“. Tiefes Seufzen! Man erfährt, was es als Liedermacher „für eine schöne Zeit vor 30 Jahren in Schwabings Kneipen“ war. Von seinem Singledasein hört man „seitdem ich 40 bin, bin ich alleine“. Und das wird in einem Stück „Singlesocken“ ganz humorvoll verglichen.

Bei allem Klamauk ist nämlich manchmal auch etwas Wehmut zu spüren bei Hefter. Wenn er beispielsweise über den Sinn des Lebens brütet bei dem Stück „A Weißbier in der Sonne“. Oder wenn er über seine eigene beginnende Vergesslichkeit plaudert. „Ich muss jetzt oft erst mein Festnetz suchen, damit ich mein Handy anrufen kann um dies zu finden“, sagt er. Man lacht.

Aber so ist es ja auch. Kennt man bei sich selbst. Und deshalb ist Hefter so beliebt. Der Mann sagt, wie es ist.

Regina Wahl-Geiger

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