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Gut gefüllt war der Rotter Pfarrsaal bei der Anliegerversammlung zum Straßenausbau von drei Straßen im Ort. Im Hintergrund stehend ist Bürgermeister Fritz Schneider zu sehen.

Betroffene Anwohner der Lugenseestraße wehren sich gegen Pläne und Kosten

Hitzige Diskussionen um den Straßenausbau in Rott

Anliegerversammlungen, bei denen es um Straßenausbaubeiträge geht, für die die Betroffenen meist tief in die Tasche greifen müssen, sind kein Zuckerschlecken. Das zeigte sich jetzt auch in Rott.

Rott – Anliegerversammlungen, bei denen es um Straßenausbaubeiträge geht, für die die Betroffenen meist tief in die Tasche greifen müssen, sind kein Zuckerschlecken. Das zeigte sich jetzt auch in Rott: Dort hatte die Gemeinde die Anwohner der Lugenseestraße, der Römerstraße und der Wiedenwiesstraße ins Pfarrheim eingeladen, um über den im vergangenen Jahr auf den Weg gebrachten Ausbau zu sprechen.

Die Anlieger der beiden letztgenannten Straßen konnten dabei relativ entspannt den Aussagen von Bürgermeister Fritz Schneider lauschen, da der Gemeinderat in der Vorwoche die Entscheidung ihrer Vorgänger revidiert hatten und diese Straßen nicht ausbauen lässt (wir berichteten).

Heftige und zum Teil hitzige Diskussionen gab es im Anschluss dagegen mit den Anwohnern der Lugenseestraße, die als einzige aus dem ursprünglichen Trio fertig gestellt werden soll. „Wir haben uns die Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht“, versuchte Schneider, die Wogen zu glätten, nachdem es kritische Äußerungen hagelte.

Einige Betroffene wunderten sich, warum die Gemeinde bei den beiden anderen Straßen zurückruderte und bei der Lugenseestraße nicht: „Wir wollten ursprünglich nur die Lugenseestraße und den Mauckenweg machen. Letzterer ist aber historisch und wurde abgelehnt. Die Rechtsaufsicht hat uns dann aber noch auf die Römerstraße und die Wiedenwiesstraße hingewiesen“, berichtete Schneider von den Hintergründen, wie es zu der Abwägung kam.

„Bei den beiden anderen Straßen ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht optimal“, erläuterte Schneider einen Grund, warum er nur für die Endfertigstellung der Lugenseestraße plädierte, für die sich dann auch der Gemeinderat mehrheitlich entschied.

„Die Wiedenwiesstraße ist aber viel mehr ein Flickenteppich als die Lugenseestraße“, machte ein Anwohner auf den Zustand der Straßen aufmerksam. Ein anderer brachte den Termindruck ins Spiel: „Die Gemeinde gerät in Zeitnot und kann wohl nur noch eine Straße machen.“

Dieser Bereich der Lugenseestraße in Rott soll endgültig hergestellt und die Bürger an den Kosten beteiligt werden. 

Inwieweit eine Versiegelung der Lugenseestraße überhaupt nötig ist, zog eine andere Betroffene in Zweifel. Diskutiert wurde zudem über eine Zufahrt zu einem noch unbebauten Grundstück und wie dieses in die Abrechnung einbezogen werden soll ebenso wie über die eventuell nötige Verlegung eines Teils des Kanals in der Lugenseestraße und wie der Ausbau erfolgen soll. „Wir wollen ihn einfach, aber normgerecht“, meinte Schneider zur Planung, die eine fünf Meter breite Straße mit Entwässerung und Beleuchtung vorsieht.

Bei den geschätzten Kosten mussten die Lugenseestraßen-Anlieger, die sich juristischen Rat durch einen Anwalt holten, der auch immer wieder Fragen stellte, noch eine bittere Pille schlucken. Denn: Bei der Gemeinderatssitzung waren die Übersichten der Lugenseestraße mit der der Wiedenwiesstraße vertauscht worden. Auf rund 290 000 Euro und damit etwa 23 000 Euro mehr als in der vorherigen Übersicht schätzt das Ingenieurbüro Schenk & Lang die Kosten.

Die mögliche Kostenaufteilung 90:10, bei dem die Anwohner den Löwenanteil und die Gemeinde nur einen kleinen Teil übernimmt, wie es beispielsweise in Pähl gemacht wird, hat das Ratsgremium von vorne herein ausgeschlossen. Der Gemeinderat legte sich stattdessen auf eine 70:30-Quote fest.

„Wenn alle Anwohner eine Ablösevereinbarung unterschreiben, kommt eine 60:40-Lösung zum tragen“, erklärte Schneider. Bei der günstigsten Variante ohne Kanalverlegung und mit nur einem Graniteinzeiler kommen damit 8,86 Euro je Quadratmeter an Kosten auf die Anwohner zu – eventuell multipliziert mit dem Faktor 1,3, wenn das Wohngebäude zwei Vollgeschosse hat.

Im schlechtesten Falle könnten es auch 11,95 Euro pro Quadratmeter werden. „Wir klären noch das mögliche Einsparpotenzial und schicken dann die Ablösevereinbarung raus. Eine Stundung der Gebühren ist möglich“, schloss Schneider die rund zweistündige Versammlung.

Roland Halmel

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