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Erstmals war die Bürgerversammlung im Rotter Pfarrsaal.

Erstmals im Rotter Pfarrsaal

Großer Zuspruch bei Bürgerversammlung

Über 100 Rotter kamen zur Bürgerversammlung, die heuer zum ersten Mal im Pfarrsaal stattfand. Nicht nur die Themen Ärztehaus, Haushalt und Strabs sorgten für Diskussionen.

Rott Der Versammlungsort der Bürgerversammlung war neu, der Zuspruch jedoch unverändert. Weit über 100 Rotter kamen erstmals im Pfarrsaal zusammen, um die Bilanz und den Ausblick von Bürgermeister Quirin Krötz zu lauschen. Der war in diesem Jahr der Einzige am Rednerpult, da Landrat Thomas Eichinger, der sonst regelmäßiger Gast bei der Versammlung war, absagen musste. „Damit bleibt mir mehr Redezeit“, meinte der Rathauschef vor seinem Rückblick auf das vergangene Jahr und der Vorstellung der statistischen Daten.

Erfreut zeigte sich Krötz beim Blick auf die Bevölkerungsentwicklung, die nach wie vor steigend ist. Mehr Geburten als Sterbefälle und auch ein unverändert positives Saldo bei den Zu- und Wegzüge bescherten Rott ein Plus von 20 Einwohnern auf jetzt 1640. Nicht so erfreulich entwickelte sich im Vorjahr die Gewerbesteuer. Durch die Abwanderung von größeren Firmen, wie „Martina Gebhardt Naturkosmetik“, werden die Einnahmen daraus, die in 2016 noch 375 000 Euro betrugen, um über 100 000 Euro zurückgehen. „Trotzdem stehen wir finanziell gut da“, urteilte Krötz angesichts geringer Schulden von 214 000 Euro in 2016 und gleichzeitiger Rücklagen in Höhe von fast 2,9 Millionen Euro. Letztere werden in diesem Jahr aber zum Teil für größere Investitionsmaßnahmen verwendet.

Bürgermeister Quirin Krötz

Die Gemeinde will einige Projekte in Angriff nehmen oder vorantreiben, wie Krötz in seinem Ausblick ankündigte. Dazu zählen die Erweiterung des Friedhofs nach Norden inklusive des Neubaus einer Aussegnungshalle. „Das Leichenhaus ist über 60 Jahre alt und entspricht nicht mehr den Anfordernissen der Zeit“, erklärte Krötz. Für die Sanierung des Damms am Engelsrieder Sees wird die Gemeinde ebenfalls einiges Geld in die Hand nehmen, wie auch für die Rekultivierung der alten Kiesgrube und der Entsorgung von chrombelasteten Schlamm der alten Kläranlage. Das finanziell größte Projekt dürfte aber das angedachte Ärztehaus werden, das aber nicht wie gemeldet über drei Millionen Euro kosten wird. „Wir haben da drei Standorte im Auge, die aber erst ausgelotet werden müssen, ehe sie dann der Öffentlichkeit zur Diskussion vorgelegt werden“, sagte der Bürgermeister bei seinem ausführlichen Bericht, in dem er allen ehrenamtlich engagierten Rottern ausdrücklich für ihren Einsatz dankte.

Bei der abschließenden Fragerunde stand das Ärztehaus ebenfalls im Fokus. Zur Sprache kam dabei der Wunsch nach mehr Transparenz bei der Standortsuche, aber auch Sorge über die hohen Kosten und was mit den bisherigen Räumlichkeiten der Apotheke und des Arztes werden wird. Für den alten Pfarrhof, in dessen Obergeschoss sich derzeit die Arztpraxis befindet, kann sich Krötz zukünftig das Rathaus vorstellen, der betonte wie wichtig ein Arzt im Ort als Standortfaktor ist.

Darüber hinaus kam der Wunsch, die Tagesordnung und die Protokolle der Gemeinderatssitzungen auf die Internetseite der Gemeinde zu stellen. Zudem gab es Anregungen zum Umgang mit Biberaktivitäten, zum Baumschnitt an den Hauptdurchfahrtstraßen, aber auch zum Gehwegbau. Zwischendurch nahm die Diskussion an Schärfe zu, als es um den Edeka-Neubau, die Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) und das deutlich gestiegene Haushaltsvolumen auf über 10 Millionen Euro im laufenden Jahr ging. „Es tut mir leid, wenn ich gut wirtschafte,“ entgegnete Krötz den Kritikern, und auch bei der Strabs versuchte er die Gemüter zum Abschluss der rund dreistündigen Versammlung zu beruhigen. „Da haben wir keine Not, dafür brauchen wir bestimmt noch das ganze Jahr 2017.

Roland Halmel

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