Modedesignerin Daniela Höfler aus Rott druckt Motive oder Texte mit einer heißen Transferpresse auf Shirts oder Pullis. Anschließend näht sie den „Lechliebe“-Namen auf.
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Modedesignerin Daniela Höfler aus Rott druckt Motive oder Texte mit einer heißen Transferpresse auf Shirts oder Pullis. Anschließend näht sie den „Lechliebe“-Namen auf.

Rotterin gründet eigene Mode-Marke

„Lechliebe“-Label eine Erfolgsgeschichte

  • vonRoland Halmel
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Die Rotterin Daniela Höfler hat ihr eigenes Modelabel „Lechliebe“ gegründet. Unter diesem Namen gibt es nachhaltig-produzierte T-Shirts, Pullis und Mützen, die mehr als gut ankommen.

Rott – „Ich glaube nicht daran, dass man am Strand liegen kann und auf die Ideen wartet. Ich glaube an den Job und an die Inspiration an Ort und Stelle“: Das meinte einmal Modezar Karl Lagerfeld auf die Frage, wie er auf seine Kreationen kommt. Vielleicht hätte der verstorbene Modemacher anders gedacht, wenn er auf einem Pferd den Lech entlang geritten wäre.

Das hat jedenfalls Daniela Höfler gemacht, und dabei entstand die Idee zur Gründung eines eigenen Modelabels „Lechliebe“, mit dem sie seit Herbst T-Shirts, Pullis und Mützen an die Frau und den Mann bringt.

„Den Gedanken habe ich schon länger mit mir rumgetragen, jetzt hab’ ich es halt gemacht“, erzählt die 32-jährige nach ihrer inspirierenden Tour vom Lechursprung am Formarinsee in Österreich bis nach Hause.

Familiär „vorbelastet“

Das befindet sich in der Zwischenzeit in ihrer Heimatgemeinde Rott. Davor lebte sie in Apfeldorf, wo sie im Jahr 2011 mit ihrer Werbeagentur „Applevillage“ angefangen hat. „Ich habe mich immer schon für Mode interessiert und komme ja auch aus einer Schneiderfamilie, meine Oma hat mir sehr viel gezeigt“, sagt Höfler. So war der Weg von der Werbe- zur Modebranche nicht weit.

Sehr kurz sind für sie auch die Wege in die Arbeit: In ihrem kleinen restaurierten Häuschen in Rott in unmittelbarer Nachbarschaft zu ihrem Elternhaus befinden sich Wohnung, Atelier, Büro und Lager. Eine Trennung zwischen Privat- und Berufsleben ist dadurch schwierig, was der quirligen Grafikerin und jetzt auch Modedesignerin aber nichts ausmacht: „Da kann ich leicht mal eine Nachtschicht einlegen“, sagt sie schmunzelnd.

„Angenehm zu tragen und in Bio-Qualität“

Die waren vor Weihnachten auch durchaus nötig, um die große Nachfrage zu befriedigen: „Die Resonanz ist sehr gut“, freut sich Höfler, dass ihre Kreationen, die sie vor dem Verkaufsstart ausgiebig selbst und von Freunden testen ließ, so gut ankommen. „Ich habe darauf geachtet, dass alles angenehm zu tragen ist und es Bio-Qualität hat“, bemerkt Höfler nach ihrer mehrmonatigen Testphase.

Ihre Shirts und Pullis lässt sie nicht in Asien, sondern in Europa, genauer gesagt in Portugal oder der Türkei, produzieren. „Ich habe mir die Produzenten, soweit es in der Corona-Zeit ging, auch sehr intensiv angeschaut und auf faire Löhne und entsprechende Zertifikate geachtet“, sagt Höfler, die die Produktion ihrer Ware auch vor Ort begutachten will, wenn Reisen wieder problemlos möglich ist.

Druck mit der heißen Transferpresse

Aus dem nackten Textilprodukt wird aber erst in ihrer heimischen Stube das „Lechliebe“-Endprodukt. Die Logos, die auf so genannten Plotbahnen, sprich großen Folien, von einer Druckerei aus Igling geliefert werden, muss sie in filigraner Kleinarbeit mit einem „Entgitterungshaken“, der einem Zahnarztinstrument ähnelt, von überzähligem Material befreien.

Danach werden die verschiedenen Motive oder Texte mit einer heißen Transferpresse auf die Shirts gedruckt. Schließlich näht sie dann auch noch den Namen des Labels eigenhändig auf. „Da steckt viel Handarbeit drin“, bekennt Höfler, die über ihren eigenen Online-Shop ihre Kollektion verkauft. Zukünftig will sie sie aber auch verstärkt in kleineren Läden entlang des Lechs anbieten.

Sommerkollektion schon im Kopf

„Es gibt da auch schon erste Partner. Mit weiteren bin in Gesprächen und Verhandlungen. Mein Traum wäre aber ein eigener Laden, denn ich liebe den Kundenkontakt“, sagt Höfler, die eine weitere Expansion nicht ausschließen will.

Sie hat auch schon viele Ideen, wie sie ihre „Lechliebe“-Textilien bekannter machen kann und was es demnächst an weiteren Produkten, auf denen die heimatverbundenen Wortkreationen, wie „Lechmädla“ oder „A Lechroaner deaf des“ prangen, geben wird: „Ich bin gerade dabei, mir Sachen für die Sommerkollektion wie beispielsweise Röcke zu überlegen“, sagt die Rotterin. Nicht ausgeschlossen, dass sie dafür wieder die Inspiration am Lech bekommt

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