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Leitete zum letzten Mal die Rotter Bürgerversammlung: Bürge rmeister Quirin Krötz. 80 Bürger verfolgten seine Ausführungen. 

Bürgerversammlung

Gute Nachricht für Rotter Bürger: Straße nach Reichling wird doch heuer saniert

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Richtige Aufregerthemen brennen den Rottern derzeit nicht unter den Nägeln. Das war jedenfalls der Eindruck bei der Bürgerversammlung, angesichts der wenigen Nachfragen. Mit 80 Anwesenden im Pfarrsaal blieb die Resonanz auch unter denen der Vorjahre.

Rott – „Es sind aber sehr viele junge Leute da, das freut mich“, erklärte Bürgermeister Quirin Krötz, der die Gelegenheit nutzte, um speziell diese Jungbürger für die Wahl im nächsten Jahr zu begeistern. „Lasst euch für den Gemeinderat aufstellen. Ich war auch erst 27 Jahre, als ich erstmals gewählt wurde“, warb der Rathauschef bei seiner letzten Bürgerversammlung, da er bereits angekündigt hatte, nicht mehr für eine weitere Amtszeit zu kandidieren.

Bei seinem Rückblick auf das abgelaufene Jahr sparte der Rathauschef nicht mit Zahlen und dankenden Worte. Die Einwohnerzahl in Rott ist im Vorjahr erneut leicht auf 1657 angestiegen, wofür vor allem die Zuzüge verantwortlich sind. Die Geburtenzahl ging dagegen deutlich von 15 auf 8 zurück. „Wir haben deshalb einen gemeindeeigenen Storch engagiert, der dafür sorgen soll, dass sie wieder ansteigt“, schmunzelte Krötz mit Blick auf einen Weißstorch, der sich seit Wochen auf den Wiesen der Lechraingemeinde auf Futtersuche macht.

Beim Kindergarten hat sich der Rückgang noch nicht bemerkbar gemacht. Mit 72 Kindern ist er annähernd voll ausgelastet. „Der vom Gesetzgeber vorgesehene Anstellungsschlüssel wird in unserer Einrichtung mehr als erfüllt“, erklärte Krötz zufrieden. Gute Nachrichten hatte er auch für die Kindergarten-Eltern. Nachdem das Gesetz für die 100 Euro Zuschuss vom Land Bayern nicht rechtzeitig beschlossen werden kann und damit das Geld erst später fließen würde, „gehen wir in der VG in die Vorleistung“, berichtete Krötz.

Kritik gab es vom Rathauschef an den Fahrzeugbesitzern, die ihre Autos auf der Straße parken. „Für den Winterdienst ist das manchmal nicht einfach“, sagte Krötz. Gleichzeitig verwies er auf den in den letzten fünf Jahren um 18 Prozent gestiegenen Fahrzeugbestand in der Gemeinde. „Für die sollten an den Häusern und Wohnungen auch die entsprechenden Stellplätze erstellt werden“, forderte Krötz.

Lob gab es zum Thema Wasser und Abwasser. Die Kläranlage ist personell gut aufgestellt und arbeitet hervorragend, was die Ablaufgrenzwerte unterstreichen. „Aber bitte keine Feuchttücher in die Toilette werfen. Wir müssen ständig die Pumpe reparieren“, appellierte der Bürgermeister. Beim Wasser gibt es weiterhin kaum Verluste. Auch an der finanziellen Situation hatte er nichts auszusetzen. Schulden von rund zwei Millionen Euro zum Jahresende stehen Rücklagen von 6,3 Millionen gegenüber. Letztere werden durch jetzt anstehende Investitionsmaßnahmen wie dem Ärztehaus in Anspruch genommen. Geplant sind außerdem ein neuer Hochbehälter für die Wasserversorgung und die Sanierung des Damms am Engelsrieder See, die ersten Schätzungen zufolge rund 1,5 Millionen Euro kosten dürfte.

Zum Abschluss seiner Ausführungen ging Krötz mit einigen Folien ausführlich auf die Abwasserklärung ein und zudem sprach er das Thema Flächenversiegelung an. „90,9 Prozent der Rotter Flächen sind Wald, Natur oder landwirtschaftlicher Grund“, sieht Krötz hier noch alles im grünen Bereich, um gleichzeitig vor zu vielen Einschränkungen durch staatliche Vorgaben zu warnen.

Der Landsberger Landrat Thomas Eichinger erläuterte in seinem Bericht die zahlreichen Baustellen im Landkreis von den Schulen, über die Klinik, den öffentlichen Nahverkehr, den Bädern bis hin zum geplanten Neubau des Landratsamts. Auf eine wichtige Straßenbaumaßnahme kam er erst in der abschließenden Fragerunde zu sprechen. „Wir können noch in diesem Jahr mit der Sanierung der Kreisstraße Rott-Reichling beginnen, weil es jetzt doch Mittel von der Regierung von Oberbayern gibt“, überraschte er nicht nur den Rotter Bürgermeister mit dieser aktuellen Nachricht.

Nachfragen gab es zum Abschluss der rund dreistündigen Versammlung zu gemeindlichen PV-Anlagen, zu der Möglichkeit zur Einrichtung von Mitfahrerbänken sowie zur geplanten Laufbahn an der Schule.

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