Der unter Denkmalschutz stehende alte Pfarrhof in Rott: Im Erdgeschoss befindet sich das Museum, in dem die Rotter Landjugend jetzt einen Raum bekommt.
+
Der unter Denkmalschutz stehende alte Pfarrhof in Rott: Im Erdgeschoss befindet sich das Museum, in dem die Rotter Landjugend jetzt einen Raum bekommt.

Aber auch das ist nur ein vorübergehendes Domizil

Rotter Landjugend zieht ins Museum

  • vonRoland Halmel
    schließen

Gute Nachricht für die Landjugend in Rott: Sie bekommt vorübergehend eine neue Bleibe in den Räumen des örtlichen Dorfmuseums.

Rott – Seit dem Abriss des „Aquariums“ in Rott im Frühjahr des vergangenen Jahres – das alte Schulhaus an der Dießener Straße musste bekanntlich dem neuen Ärztehaus weichen – ist die Rotter Landjugend ohne Heimat. Danach wurden verschiedene Ideen durchgespielt und geprüft, wo die Landjugend, die im Keller des „Aquariums“ untergebracht war, zukünftig zuhause sein könnte.

Unter anderem eine Containerlösung beim Sportplatz und eine Unterbringung in freien Kellerräumen in der Schule kamen in Betracht. Beide Ideen wurden aber verworfen.

Entscheidung brachte einen Stein ins Rollen

Nachdem es lange Zeit ruhig um das Thema war, gab es bei einer Gemeinderatssitzung im Spätherbst Neues: Bürgermeister Fritz Schneider verkündete, dass die Landjugend in einen der beiden Räume des Rotter Dorfmuseums, das im alten Pfarrhof in der Ortsmitte am Dorfplatz beheimatet ist, einziehen soll. In den Räumen war sie vor rund zwei Jahrzehnten bereits einmal zuhause.

Wobei die Nutzung des Raums dann auch nur vorübergehend sein wird: „Sobald die Arztpraxis, die sich jetzt noch im Obergeschoss des alten Pfarrhofs befindet, ins Ärztehaus umzieht, soll die Landjugend dort einziehen“, erklärte Schneider.

Diese Entscheidung brachte allerdings einen Stein im Museumsteam ins Rollen: Die vier Rotter Familien, allen voran Leiter Konrad Erhard als „Leitwolf“, erklärten daraufhin ihren Rücktritt, wobei die Raumthematik nicht der entscheidende Faktor war. Erhard wollte schon vor geraumer Zeit aufhören, weil aber kein Nachfolger gefunden wurde, machte er mit seiner Truppe bis jetzt weiter.

Museumsteam sucht neue Unterstützer

„Klar waren wir am Anfang etwas verärgert, dass es das Museum trifft, wo es für die Landjugend doch auch andere Möglichkeiten gegeben hätte. Aber letztlich wäre es nicht fair, den Raum unbedingt behalten zu wollen und dann im nächsten Jahr aufzuhören“, meinte Erhard angesichts der Umstände, die die Entwicklung in Richtung Abschied letztlich forcierte.

„Die Gemeinde bedankt sich bei den Familien für ihre jahrelange Arbeit recht herzlich“, schrieb Schneider danach im Gemeinde-Mitteilungsblatt. Erhard und seine Mitstreiter hatten schließlich seit 2001 rund 30 Sonderausstellungen organisiert.

Hoffen auf Ende des Lockdowns

Gleichzeitig warb Schneider für Nachfolger für das Museum: „Damit auch in Zukunft ein Stück kulturelles Leben in Rott stattfinden kann“, so Schneider. „Wir werden das neue Museumsteam auch unterstützen“, versprach Erhard auch im Namen seiner Truppe, den potenziellen Nachfolgern unter die Arme zu greifen.

Die Landjugend ist indessen nach wie vor heimatlos, da der Umzug bisher noch nicht stattgefunden hat. „Corona-bedingt konnte leider nichts gemacht werden“, berichtet Korbinian Paul aus dem Landjugend-Vorstand. Seine Hoffnung und die der Rotter Jugendlichen ruht jetzt auf dem neuen Jahr und eventuellen Lockdown-Lockerungen, um dann endlich die neue Heimat beziehen zu können.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare