Zelebrierte die Messfeier auf dem Schmauzenberg: Diakon Hans Steinhilber (Mitte).
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Rottenbuch

Heiliger Geist blätterte sogar die Seite um

Rottenbuch - Bei bestem Wetter trafen sich am Sonntag Gläubige zur Bergmesse mit Diakon Hans Steinhilber auf dem Schmauzenberg. Mit dabei war Ernst Schusser vom Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern.

Diakon Hans Steinhilber und Ernst Schusser - zwei gestandene Bayern mit Sinn für Heimatverbundenheit und Tradition, die klare Worte nicht scheuen und über eine gehörige Prise Humor verfügen. Die beste Voraussetzung für einen Gottesdienst der besonderen Art unter freiem Himmel auf dem Schmauzenberg.

Der Herrgott schickte strahlenden Sonnenschein und eine frische Brise, so dass der Aufenthalt im Freien recht angenehm war. Freilich verwehte das „Gipfel-Lüftchen“ dem Pfarrer und den Ministrantinnen ein bisschen ihre liturgischen Gewänder und fuhr auch bei der Lesung in die Buchseiten. „Man sieht, wie der heilige Geist hier weht, der blättert sogar die Seiten um“, scherzte Steinhilber. Schusser freute sich dagegen, dass der Wind die Lieder ins Tal tragen würde. Unterstützt von einer Auswahl der Musikkapelle Rottenbuch und den Geschwistern Kirchhofer aus Burggen brachte er den Besuchern mit dem Liedblatt zur Messgestaltung für Volksgesang und Blasinstrumente „Lasst loben Gott mit Freudenschall“ traditionelles geistliches Liedgut aus dem alpenländischen Raum näher. Nicht, ohne die Gottesdienst-Teilnehmer auf seine Art und Weise zu ermuntern: „Singen Sie laut, dann meint der Nachbar, des is richtig!“ Das bunt gemischte Publikum, das zum Großteil in Tracht, aber auch in legerer Sommerkleidung und sogar im neonfarbenen Radler-Dress erschienen war, gab sein Bestes. So wurde es ein stimmungsvoller Gottesdienst, zu dem Steinhilber ein gehaltvolles Thema gewählt hatte. Nämlich die sprichwörtliche „Weiße Weste“, die jeder so gerne hätte, aber auf die schnell einmal ein dunkler Spritzer gelangen kann. „Rein zu sein ist unser innigster Wunsch“, so Steinhilber. Wenn aber die innere Haltung der äußerlichen widerspreche, dann sei das unehrlich. „Gott schaut nicht auf die äußeren Formen und die ehrwürdigen Gebräuche, er sieht, was im Herzen der Menschen ist“, betonte Steinhilber. Um an die Quelle zu gelangen, müsse man auch gelegentlich gegen den Strom schwimmen, und das sei nicht immer einfach. 

Organisiert hatte das Ganze in diesem Jahr der Soldaten-und Veteranenverein unter der Leitung von Martin Strobl. Letzterer richtete einen Dank an die Mitwirkenden, die Fahnenabordnungen des Trachtenvereins „Illachtaler“ und des Soldaten- und Veteranenvereins sowie die Grundstücksbesitzer, die die Veranstaltung jedes Jahr möglich machen. Und natürlich an die über 100 Besucher.

uf

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