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Schön anzusehen waren die Rösser beim Rottenbucher Fohlenmarkt.

In Rottenbuch

Fohlenmarkt der höchste Feiertag im Jahr

Rottenbuch - Eine tolle Kollektion von 76 wunderbar herausgebrachten Kaltblutfohlen kam beim traditionellen Kaltblutfohlenmarkt unter den Hammer. Tausende Besucher verfolgten die spannende Auktion, bei der Preise bis 3200 Euro erzielt wurden.

Die Verantwortlichen ergingen sich in Superlativen. „Der Fohlenmarkt ist in Rottenbuch der höchste Feiertag im Jahr“, verkündete Bürgermeister Markus Bader. „Der Rottenbucher Kaltblutfohlenmarkt ist vermutlich der größte und schönste auf der ganzen Welt“, setzte Florian Schelle, erster Vorsitzender des Pferdezuchtverbands Oberbayern noch eins drauf. Der Kaltblutfohlenmarkt im Klosterort mit seiner großen Auswahl an schmucken Rössern lockte auch dieses Jahr wieder bei schönstem Sonnenschein tausende Besucher auf die Fohlenwiese, wo außer der Auktion noch rund 70 Marktstände auf die Besucher warteten. Vom Ausstecherle für Plätzchen über Socken, Hirschhornschmuck, Tücher Taschen, Haushaltswaren und Spielzeug bis hin zu Pferde- und Reiterbedarf war hier alles zu bekommen.

Stimmung im Festzelt

Das große Festzelt, in dem die Blaskapelle Rottenbuch aufspielte, sorgte zudem dafür, dass der Kaltblutfohlenmarkt mit Volksfeststimmung aufwartete. Sogar aus dem hohen Norden waren Käufer angereist. Karl-Heinz Heuer aus Toppenstedt ersteigerte für den Hof Peter Hohmann in der nördlichen Lüneburger Heide zwei Dunkelfuchsstuten mit Weißem Fleck auf der Stirne. „Ich komme seit elf Jahren hier her“, erzählte er und schwärmte von der einzigartigen Atmosphäre. Am süddeutschen Kaltblut schätzt er, dass „sie so ruhig sind“ und für Musikfeste und Ausfahrten gut geeignet sind. Schon mehrere Fohlen hatte er bisher in Rottenbuch ersteigert. Und mit den ausgewachsenen Stuten sogar eine fast elfstündige Fahrt zum Decken in den Altlandkreis Schongau auf sich genommen. Die zur Versteigerung am weitesten angereisten Fohlen kamen aus Teisendorf im Berchtesgadener Land und Kirchberg im Wald aus dem Landkreis Regen.

Aber auch aus der näheren Umgebung hatten sich diverse Züchter zur Auktion angemeldet. So zum Beispiel Xaver Bertl aus Schönberg, der seinen Sohn Michael begleitete, der je ein Hengst- und ein Stutenfohlen im Angebot hatte. „Wir haben hier in den letzten Jahren gut verkauft und können ned jammern“, lachte er. Auf Preisvorstellungen wollte er sich vor der Auktion aber nicht festlegen: „In drei Stunden wissen wir mehr!“ Immerhin wurde für die kleine Rapp-Stute ein Preis von 1120 Euro erzielt. Damit lag Bertl schon ganz gut. Auktionator Michael Walser leistete auf bewährte Art und Weise wieder gute Arbeit und feuerte die Bieter an. „Der geht wieder an den Mann mit dem grünen Hut“, witzelte er gut gelaunt. Da er die Bieter nur aufgrund ihres Aussehens identifizieren konnte und auffallend viele Bieter Trachtenhüte auf dem Kopf hatten, eine „eindeutige“ Beschreibung.

Der Markt lief gut

Die jungen Stuten und Hengste gingen für 600 bis 3200 Euro an ihre neuen Besitzer. Wobei das teuerste Stutfohlen aus dem Stall von Christoph Manhart aus Böbing 2300 Euro erzielte. Der teuerste Hengst mit 3200 Euro kam aus dem Stall von Michaela und Alfred Waltenberger aus Rammingen.

„Es war ein guter Markt“, waren sich viele Teilnehmer einig. Und Florian Schelle hoffte, dass „auch in 100 Jahren noch“ ein Fohlenmarkt in Rottenbuch stattfindet.

Ursula Fröhlich

Die Bilder vom Fohlenmarkt

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