Gemeinderat in Rottenbuch

Historischer Kern: Zuschuss für Bauherren

Rottenbuch - Rottenbuch legt ein Förderprogramm für den Dorfkern auf. In den Genuss kommen private Bauherren. Damit soll die Bausubstanz um den Klosterhof erhalten werden. Viel Geld steht nicht zur Verfügung.

Nachbar Peiting machte es schon: Seit Oktober gilt dort ein kommunales Förderprogramm für private Projekte zur städtebaulichen Entwicklung des Markts. Das wollen die Rottenbucher jetzt auch einführen.

Peiting habe schließlich gute Erfahrung mit der finanziellen Unterstützung gemacht, warb Rottenbuchs Bürgermeister Markus Bader in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Für den Rathauschef ist es insofern eine sinnvolle Sache, weil es sich um „ein Zuckerl für den Erhalt unserer historischen Bausubstanz“ handele.

Die Förderung soll sich auf kleinere Vorhaben im Dorfkern mit dem Klosterhof beschränken, wie Geschäftsleiter Hannes Scheifele erläuterte – das heißt, auf den Bereich vom Postplatz bis zum Rathaus. „Das ist keine Verpflichtung der Gemeinde“, machte Bader deutlich.

Die Idee: Ein privater Bauherr kommt auf die Gemeinde zu und bittet um die Aufnahme ins Förderverfahren. In Abstimmung mit der Regierung von Oberbayern wird ein Ortstermin mit einem Facharchitekten abgehalten. Nur wenn der Bauwerber bei dessen Vorschlägen mitspielt, kann er mit Zuschüssen rechnen. „Das ist kein Automatismus“, versprach Bader. Er sah in dem Verfahren einen großen Vorteil für die Kommune: „So hat man vielleicht einen Hebel.“

Doch viel Geld steht dafür nicht zur Verfügung. In den Jahren 2016 und 2017 ist die Fördersumme insgesamt auf 20 000 Euro gedeckelt. Bauvorhaben würden laut Bader mit 60 Prozent vom Freistaat und 40 Prozent von der Gemeinde unterstützt. Der gleiche Satz gelte zudem bei dem von der Gemeinde beauftragten Facharchitekten – dessen Honorar zahle nicht der Privatmann, hieß es. Die Gemeinderäte ließen sich überzeugen: Einstimmig votierte das Gremium dafür, das Programm zu starten.

Der Antrag an die Regierung ist bereits weggeschickt. Gibt diese ihr ok, muss der Rottenbucher Gemeinderat noch die entsprechende Satzung beschließen. Bürgermeister Bader rechnet damit, dass dies „idealerweise noch im Februar“, geschieht.

Bei allen finanziellen Vorteilen sind die Bauherren allerdings auch in der Pflicht. Der Rathauschef kündigt schon jetzt an: „Das Programm ist nicht zum Geldabholen da.“

Andreas Baar

Rubriklistenbild: © dpa

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