Sorgenkind: Der Hanomag Henschel der Schönberger Feuerwehr feiert kommendes Jahr sein 40-Jähriges. Kommandant Andreas Köpf (links) und sein Stellvertreter Martin Neuner würden sich über ein moderneres Fahrzeug freuen. Foto: baar

Rottenbuch: Heiße Debatte im Gemeinderat um neues Feuerwehr-Fahrzeug

Rottenbuch - Die Rottenbucher Feuerwehr möchte ein neues Fahrzeug. Doch in der jüngsten Gemeinderatssitzung gab es dafür nicht nur Begeisterung.

Zwei Fahrzeuge hat die 65 Aktive zählende Rottenbucher Wehr: ein LF 8/6 von 1994 und ein TLF 16/25 Baujahr 1988. Eigentlich langt das, aber das Gefährt der Helfer im Ortsteil Schönberg macht Sorgen. Deren 1972er-Hanomag ist technisch betagt und kommt ohne Wassertank daher. Die rund 40 Mann starke Truppe wird deshalb von der Rettungsleitstelle selten mit alarmiert. „Das entspricht nicht mehr den Anforderungen“, warnte Bürgermeister Andreas Keller jetzt im Gemeinderat. „Wir brauchen da oben ein Fahrzeug mit Wasser.“

Die Idee: Für Rottenbuch wird ein neuer Wagen - ein (H)LF 20/16 mit 2400 Liter- Tank und Ausrüstung für technische Hilfe auf der Bundesstraße - bestellt und im Idealfall 2013 ausgeliefert. Und die Schönberger bekommen dafür das ausgemusterten Rottenbucher TLF mit 600 Liter-Wassertank.

Ein Deal, mit dem die Aktiven zufrieden wären. Vor allem die Schönberger. Mit der Aufrüstung sei man „ein wertvoller Partner für Rottenbuch“, warb Kommandant Andreas Köpf. „Wir wären mehr Leute, weil dann auch die Schönberger mit alarmiert würden“, ergänzte Rottenbuchs Chef Werner Herbst.

Aber nicht jeder Gemeinderat war von dieser Idee begeistert. Von den Schönberger Vertretern gab es Vorbehalte - wegen der hohen Kosten. Vitus Gansler sah zwar die Notwendigkeit für einen Hanomag-Nachfolger („Die Zustände sind manchmal bedenklich“), wollte aber lieber nach einem Gebrauchtwagen suchen. Franz Mayr blies ins gleiche Horn: Er will eine „Übergangslösung“ - nur ein kleines, möglichst gebrauchtes Fahrzeug für Schönberg, und dafür sollten erst andere Projekte im Ort wie die Sanierung der Gemeindehalle in Angriff genommen werden.

Es gab aber auch Unterstützung im Gremium. Klaus Strauß ist zwar grundsätzlich für einen Neukauf, forderte jedoch eine genaue Kalkulation. Christof Echtler fürchtet die Kosten: „Wir müssen von unseren Gesamtschulden herunterkommen“, sagte er.

Die Kommune hat bereits das Geld für den Neukauf in den Haushalt eingestellt. Laut Geschäftsleiter Hannes Scheifele stehen für kommendes Jahr 200 000 Euro bereit. Außerdem gibt es laut Rathauschef Keller für einen Neukauf einen Zuschuss von 95 000 Euro. Den sollte man mitnehmen, warb er.

Von einem Gebrauchten hielt Alfred Speer nichts: „In zehn Jahren haben wir ein riesiges Problem, dann sind alle drei Fahrzeuge alt.“ Christian Erhard will „kein Provisorium“.

Am Ende entschied der Gemeinderat, den Beschluss zu vertagen. Einmütig verständigte man sich darauf, in der nächsten Sitzung den Finanzplan noch mal durchzugehen und eine Prioritätenliste für Investitionen aufzustellen. Da soll dann auch ein neues Feuerwehr-Fahrzeug drinstehen.

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