Sozialer Wohnungsbau

Rottenbuch macht nicht bei Wohnbau mit

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Rottenbuch - Kommt wirklich eine Wohnbau-Gesellschaft im Altlandkreis, ist Rottenbuch nicht mit dabei: Der Gemeinderat lehnte eine Mitgliedschaft des Klosterdorfs mit deutlicher Mehrheit ab. Nur der Bürgermeister war dafür. Er sieht jetzt eine Chance vertan.

Das Projekt geistert seit Monaten durch die Rathäuser im Altlandkreis: Sollen sich die dortigen Kommunen zu einer Gesellschaft für sozialen Wohnungsbau zusammentun? Denn bezahlbarer Wohnraum ist auch zwischen Altenstadt und Wildsteig Mangelware. Nicht nur für Einheimische, sondern zudem für anerkannte Asylbewerber, die auf dem Immobilienmarkt erwartet werden.

Die anderen Kommunen machen Dampf

Ein ähnliches Konstrukt gibt es schon seit 1949 im Weilheimer Bereich, erst als Zweckverband und seit 1965 als gemeinnützige GmbH. Nun machen vor allem Altenstadt, Schongau und Peiting Dampf für eine solche Gründung im Schongauer Land. Auch Rottenbuchs Bürgermeister Markus Bader hält dies für sinnvoll. Aber der Rathauschef konnte nun seine Gemeinderäte nicht überzeugen. Da half es nichts, das Bader kräftig dafür warb. „Wir haben auch in der Region einen überhitzten Wohnungsmarkt“, sagte er mit Blick auf Knappheit und steigende Mieten.

Bader sieht langfristige Vorteile in der Gesellschaft. Soziale Bauprojekte könnten so besser angeschoben werden, auch weil wohl der Landkreis mit im Boot sei. „Wenn sie mal läuft und steht, würde es vieles einfacher machen.“ Die Anfangsbeteiligung für Rottenbuch schätzte Bader auf 50 000 Euro. „Die Hürde, beizutreten ist am Anfang hoch“, räumte er ein. Bei örtlichen Vorhaben müsste die Gemeinde um die zehn Prozent Eigenleistung einbringen, der Rest – Planung, Bauabwicklung bis zur Belegung – liefe über die Gesellschaft. Was auch Vorteile bei der Ausschreibung habe.

Solche Projekte soll die Kommune selbst in den Hand nehmen

„Die Frage ist, ob wir uns das leisten wollen oder nicht“, warf der Bürgermeister aber gleich die Gretchenfrage in den Raum. Und die wollten Rottenbuchs Räte nicht mit Ja beantworten, wie sich herausstellte. Stefan Häußrer befürchtet „einen Wasserkopf“ in der Organisationsstruktur. Den sozialen Wohnungsbau könne eine Kommune selbst fördern, zum Beispiel über die Ausweisung bestimmter Parzellen in Baugebieten. Kleine Kommune hätten keinen Vorteil von einem solchen Konstrukt, eher ginge es über einen privaten Investor, war Heißrer überzeugt. „Ist man gleichberechtigter Partner?“, wollte Heiner Heiland angesichts der unterschiedlichen Einwohnergrößen der Mitglieder wissen. Und überhaupt, gab er zu bedenken: „Hilft uns das was, wenn etwas in Schongau gebaut wird?“ Christof Echtler war sich zwar sicher, das sozialer Wohnungsbau nötig sein wird, aber: Wir brauchen kein Wohnbau-Gesellschaft, das baue ich doch selber.“ Echtler fürchtete zudem, dass die Gemeinde keinen Einfluss auf die Belegung hat. Sein Fazit: Solche Projekte nicht aus der Hand geben.

Am Ende überwog die Skespis im Rat. Lediglich Bürgermeister Bader stimmte für den Beitritt Rottenbuchs als Gründungsmitglied zu einer kommunalen Gesellschaft. „Ich wünsche trotzdem der Wohnbau, dass sie gegründet wird“, so seine knappe Reaktion auf die Niederlage. Später wird Bader deutlicher: „Ich sehe schon, dass eine Chance vertan wird. Es ist eine Frage von Solidarität und Zusammenarbeit der Kommunen im Altlandkreis.“ Bader macht aber klar: „Bei uns ist das Thema vom Tisch.“

Rubriklistenbild: © dpa

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