Da ist er: Über den neuen Aufsitzrasenmäher freuen sich (v.l.) Wolfgang Grössler (Platzwart), Peter Lindauer (Kassier TSV), Björn Heidrich (TSV-Vorsitzender), Stefan Grössler (Platzwart) und Bürgermeister Markus Bader.
+
Da ist er: Über den neuen Aufsitzrasenmäher freuen sich (v.l.) Wolfgang Grössler (Platzwart), Peter Lindauer (Kassier TSV), Björn Heidrich (TSV-Vorsitzender), Stefan Grössler (Platzwart) und Bürgermeister Markus Bader. Foto: herold

Kaum Fußballspiele, keine Veranstaltungen, fehlende Einnahmen – und dann geht auch noch der Rasenmäher kaputt

12 000 Euro für Rottenbucher TSV-Rasenmäher

  • vonKatrin Kleinschmidt
    schließen

Kaum Fußballspiele, keine Veranstaltungen, fehlende Einnahmen – und dann geht auch noch der Rasenmäher kaputt. Der TSV Rottenbuch musste sich deshalb schnell ein neues Fahrzeug anschaffen – ohne zu wissen, ob’s dafür einen Zuschuss gibt. Das wurde nun im Gemeinderat geklärt.

  • Dem TSV Rottenbuch ist sein Rasenmäher kaputt gegangen.
  • Verein hat passenden Ersatz gefunden und gekauft
  • Gemeinde übernimmt nachträglich die Kosten

Rottenbuch – Zuschüsse für Vereine sind ja immer so eine Sache in Gemeinderäten. Da schauen die Lokalpolitiker schon genau hin – schließlich soll sich kein anderer Verein im Ort benachteiligt fühlen. Aber verärgern wollen die Ratsmitglieder die Ehrenamtlichen eben auch nicht. Und so hielt sich auch der Gemeinderat Rottenbuch eine Zeit lang mit dem Antrag des TSV auf. Am Ende bekam der Verein, was er wollte – nämlich 12 000 Euro. Doch dazu servierte das Gremium eine klare Ansage: Das war’s dann erst einmal mit finanzieller Unterstützung.

Den Antrag gestellt hatte der TSV, weil er einen neuen Aufsitzrasenmäher kaufen musste. Der alte hatte nach 40 Jahren den Dienst verweigert. Doch der Sportverein fand schnell einen passenden Nachfolger. Einen gebrauchten Traktor, der alle Anforderungen erfüllte.

Verein hat Summe ausgelegt

Der TSV schlug schnell zu, mittlerweile drehte das Gefährt schon mehrere Runden über den Platz. „Wir sind begeistert“, sagte Kassier Peter Lindauer, der den TSV im Gremium vertrat und die Aussagen der Gemeinderatsmitglieder verfolgte.

Das Geld, rund 12 000 Euro netto, hat der Verein ausgelegt, denn die Zeit bei einem gebrauchten Fahrzeug drängt eben – Kaufen oder es einem anderen überlassen, ist da die Frage. Deshalb konnte der Verein auch nicht vorab klären, ob sich die Gemeinde an den Kosten beteiligen würde. So musste der TSV nun im Nachgang auf das Wohlwollen des Gremiums hoffen.

Eine Vorzeigegeschichte, keine Frage

Bürgermeister Markus Bader sagte zu Beginn des Tagesordnungspunktes, dass dem TSV heuer beispielsweise Einnahmen aus Festen Corona-bedingt weggebrochen seien. Umso unpassender war es natürlich, dass auch noch der Rasenmäher kaputt ging. Da musste Ersatz her. Ein schön gepflegter Rasen „ist eine Vorzeigegeschichte, keine Frage“, sagte Bader, der in dem Antrag grundsätzlich kein Problem sah.

„Man kann durchaus bei einem Verein dieser Größe einen Zuschuss geben“ – immerhin hat der TSV rund 750 Mitglieder. Allerdings berichtete der Rathauschef auch, dass in den kommenden Jahren eine weitere Anschaffung angedacht sei – und zwar ein Mähroboter. Weitere 13 000 Euro wären dann wohl fällig.

Lob für das Engagement der Mitglieder

Bader kann den Wunsch nach dem Roboter verstehen, wie er im Gespräch mit der Heimatzeitung sagt. „Die Platzpflege ist zeitintensiv, und die Leute haben immer weniger Zeit“, sagt er. „Wir können dankbar sein, dass es jetzt so gut läuft und wir viele Freiwillige haben, die etwas machen.“

Auch in der Sitzung wurde das Engagement der TSVler gelobt – gleichzeitig aber mehr Eigeninitiative bei der Suche nach Einnahmen gefordert. Vitus Gansler (Schönberger Wählergemeinschaft) erinnerte daran, dass die Gemeinde mit dem TSV und den Schützen noch bis 2025 einen Kredit abbezahle, mit dem damals das Sportgelände umgebaut wurde. „Das Vereinsheim wurde so gebaut, dass es auch Erträge macht“, sagte der zweite Bürgermeister.

Das ist das Maximale

Sollten die Einnahmen nicht reichen, „muss man überlegen, ob man die Mitgliederbeiträge erhöht“. Lindauer warf ein, dass das im vergangenen Jahr bereits getan wurde. Gansler beharrte aber darauf, dass die Höhe dann eben erneut geprüft werden müsste. „Das Ehrenamt erkenne ich aber natürlich an, der TSV macht ja auch viel“, betonte der zweite Bürgermeister. Gabriele Eirenschmalz (Freie Wählergemeinschaft Rottenbuch-Schönberg) hob diesen Punkt ebenfalls hervor: „Solange wir so viele eifrige Helfer haben, sollten wir das auch unterstützen.“

Gansler schlug daraufhin vor, die 12 000 Euro als Zuschuss zu geben. „Aber dann darf nichts mehr auf die Gemeinde zukommen in den nächsten 15 Jahren.“ Bader ließ schließlich über den vollen Betrag abstimmen. Einstimmig segnete das Gremium die Vorgehensweise ab. „Das ist das maximale, was die Gemeinde für die beiden Gerätschaften zur Verfügung stellt“, sagte Bader abschließend. „Wird wieder Geld benötigt, muss der TSV anderweitig kreativ werden.“

Auch interessant

Kommentare