Die Straße „Am Büchel“ in Rottenbuch
+
Die Anwohner der Straße „Am Büchel“ in Rottenbuch wünschen sich – wie andere auch –, dass ihre Straße zur Spielstraße umgewandelt wird. Das hat der Gemeinderat jedoch abgelehnt und überlegt stattdessen ein Gesamtkonzept.

Gemeinderat will Gesamtkonzept

Spielstraße abgelehnt: Gilt in Rottenbuch dafür bald Tempo 30?

  • vonKatrin Kleinschmidt
    schließen

Von einer Spielstraße träumen Anwohner von mehreren Straßen in Rottenbuch. Ihr Antrag wurde im Gemeinderat abgelehnt. Das heißt aber nicht, dass ihr Anliegen damit vom Tisch ist.

Rottenbuch – Er ist in nahezu jedem Wohngebiet Thema: der Verkehr. Viele wünschen sich, dass es vor ihrer Haustür ruhiger zugeht, dass die Autos langsam fahren – oder besser noch: gar nicht erst bei ihnen vorbeikommen. Um das zu erreichen, haben sich Anwohner im „Weihanger“ und „Am Büchel“ zusammengetan und einen Antrag auf die Errichtung einer Spielstraße gestellt. Er wurde einstimmig abgelehnt – denn Bürgermeister Markus Bader hatte einen anderen Vorschlag: Er will ein Gesamtkonzept für den ganzen Ort.

Denn parallel zu dem Antrag, der im Gemeinderat vorlag, gab es ein ähnliches Anliegen aus der Franz-von-Heeren-Straße. „Das Thema kommt immer wieder mal auf“, sagte Bader. „Es wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, sich zu überlegen, in welche Richtung man grundsätzlich will.“ Eine Möglichkeit wäre es, ganze 30er-Zonen im Ort einzurichten.

Spielstraße hätte weitreichende Folgen

Die gingen allerdings nicht so weit wie die beantragte Spielstraße. Doch deren Bedeutung war sich wohl auch manch unterschreibender Anwohner nicht ganz bewusst. „Da kann es leicht zu Missverständnissen kommen“, sagte der Bürgermeister. Denn es reiche verkehrsrechtlich nicht, einfach nur das bekannte blaue Schild mit weißen Strichmännchen aufzustellen. „Man muss dann auch die Straße baulich ertüchtigen.“ Zum Beispiel den Bereich pflastern oder künstliche Hindernisse schaffen. „Das muss nicht irrsinnig viel kosten, aber Verkehrsplaner braucht man dann schon.“ Denn eine Spielstraße sei ein Ort, der dazu einladen soll, sich dort aufzuhalten. Auf dem Kinder toben und Ballspielen können. Autos seien dort nachrangig, müssten in Schrittgeschwindigkeit entlangrollen. Manch Antragsteller „würde das dann doch nicht befürworten, wenn man so gach einsteigt“, sagte Bader. Als Alternative kam die Idee einer Beschränkung auf 30 km/h auf.

Gemeinderat befürwortet Gesamtkonzept für den Ort

Und das eben nicht nur für zwei Straßen, sondern gleich für größere Bereiche. Der Vorschlag Baders, sich für den ganzen Ort zu überlegen, wo 30er-Zonen sinnvoll sind, kam bei den Gemeinderäten gut an. Unter anderem Stefan Strauß befürwortete die flächendeckende Lösung. Die bringe allerdings nur etwas, wenn sich die Autofahrer auch an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten, betonte er und ergänzte: „Da muss sich grundsätzlich auch jeder selbst mal an die eigene Nase packen.“

Da es sich nicht lohnt, nun für einzelne Straßen noch Regelungen zu treffen, beschlossen die Gemeinderäte, den Antrag für die Bereiche „Weihanger“ und „Am Büchel“ abzulehnen. Stattdessen wird das Gesamtkonzept erstellt. „Das geht nicht von heute auf morgen“, betonte Bader. „Aber es wird auch sicher kein Ewigkeitswerk.“

Lesen Sie auch:

Es rührt sich immer was auf der Groß-Baustelle an der Echelsbacher Brücke. Mit großen Schritten geht es voran. Jetzt rückten die Betonmischer an, um in der Nacht Teile der Fahrbahn zu betonieren. Ein Ortsbesuch.

Der Verein „SOKO Tierschutz“ spricht vom „Ekel-Stall“: In einer Gemeinde westlich von Schongau ist ein Landwirt wegen seiner Schweinehaltung ins Kreuzfeuer der Tierschützer geraten.

Auch interessant

Kommentare