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Ein Jubelschrei der Superlative für den ersten Platz der Grundschule Rottenbuch. 100 Prozent der Viertklässler können schwimmen. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!

Aktion im Altlandkreis Schongau

„Nichtschwimmerfreie Grundschule“:Rottenbuch löst Hohenfurch ab

Lauter hätte der Aufschrei der Begeisterung im Rottenbucher Schulhaus vor dem Ferienbeginn nicht sein können. Gerd Merk, Vorsitzender der Wasserwacht Peiting-Schongau, hat soeben das Ergebnis der Aktion „Nichtschwimmerfreie Grundschule“ für dieses Jahr bekannt gegeben. Die Grundschule Rottenbuch hat es geschafft, die begehrte Auszeichnung in Empfang zu nehmen. 96,87 Prozent aller Schüler können hier schwimmen.

Rottenbuch – Es ist schon eine große Überraschung. Jahrelang hat die Grundschule Hohenfurch die begehrte Trophäe „Nichtschwimmerfreie Grundschule“ der Wasserwacht erhalten, in diesem Jahr wurde der langjährige Spitzenreiter von der Grundschule Rottenbuch abgelöst. Die Kinder dieser Schule sind in diesem Jahr ganz nach vorne geschwommen. Man höre und staune, 100 Prozent aller Viertklässler haben die Vorraussetzungen für das „Seepferdchen“ erfüllt, können also schwimmen.

Ganz dicht gefolgt von den Grundschulen aus Wildsteig und Burggen. Sie liegen mit einer Quote von 100 Prozent bei den Viertklässlern ebenfalls in der Spitzenposition. Die Platzierung resultiert daher, dass der Prozentsatz der Gesamtschülerzahl von der ersten bis zur vierten Klasse gewertet wurde.

Pokal- und Urkundenübergabe mit den Geldpreisen. Die Vertreter der Wasserwacht Peiting-Schongau, Gerd Merk (hinten Mitte) und Magnus Magg, freuen sich, dass auch in diesem Jahr die Aktion „Nichtschwimmerfreie Grundschule“ so gut angenommen wurde. Rottenbuchs Bürgermeister Markus Bader gratuliert den Siegern der Grundschulen (v.l.) Peter Schmid (Wildsteig), Franziska Sedelmeier (Rottenbuch) und Brigitte Kees (Burggen).

Seit acht Jahren führt die Wasserwacht Peiting-Schongau diese Aktion durch. Magnus Magg, damals Rektor der Grundschule Hohenfurch und Leiter der Wasserwacht, verfolgte jedes Jahr die erschreckende Zahl vor allem im Urlaub ertrunkener Kinder. Er wollte zusammen mit Lehrern, Eltern und der Wasserwacht erreichen, möglichst viele Kinder zum sicheren Schwimmen hinzuführen. Eine Aktion wurde geboren, die von Firmen aus der Umgebung mit großzügigen Geldspenden unterstützt wird. Beteiligten sich am Anfang noch neun Schulen an der Aktion, sind mittlerweile alle 16 Grundschulen dabei.

Erschreckende Zahlen

„Es sind erschreckende Zahlen, die in den Statistiken zu lesen sind“, sagt Gerd Merk zu den Schulkindern. In Deutschland können 40 Prozent der Kinder am Ende der vierten Klasse noch nicht schwimmen. Und das, obwohl es die meisten Urlauber in den Ferien ans Wasser zieht. Egal ob See, Fluss oder Meer, für manchen wurde das nasse Element zur tödlichen Falle.

„Dabei zählt doch gerade das Schwimmen zu den gesündesten Sportarten“, erklärt Merk den Schülern. Er sieht das Defizit darin, dass das Angebot von Musik, Sport und Freizeitmöglichkeiten so groß ist, dass richtiges Schwimmenlernen sehr oft zu kurz kommt. Erfreulich für Merk ist es, dass im Altlandkreis nur noch acht Prozent der Viertklässler nicht schwimmen können: „Wir liegen hier mit unseren Leistungen weitaus besser als der Bundesdurchschnitt“.

Und noch eine Zahl aus der Statistik: Im Durchschnitt können 83 Prozent der Grundschüler der 16 beteiligten Grundschulen schwimmen. Dieser Erfolg ist darauf zurückzuführen, dass nicht nur die Wasserwacht vier bis fünf Schwimmkurse im Jahr anbietet, sondern dass die Schulen zum Schwimmen gehen.

Trotzdem unterstreicht Merk wie wichtig es ist, dass auch die Eltern frühzeitig ihre Kinder an das Wasser gewöhnen. Im Klartext heißt dies, den Kopf ohne Angst ins Wasser tauchen. 2250 Euro wurden von der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel, der Sparkasse Oberland sowie den Firmen Hirschvogel, Hochland, UPM und Gustav Klein gespendet. Diese Summe wurde als Siegerprämie an die ersten drei Schulen verteilt. 850 Euro bekommt die Grundschule Rottenbuch, die zum ersten Mal den ersten Platz ergattert. Nur zwei Schüler haben hier noch kein Seepferdchen. Der zweite Platz, der an die Grundschule Wildsteig geht, ist mit 800 Euro dotiert. Die Grundschule Burggen, die seit Jahren unter den drei Erstplatzierten zu finden ist, erhält 500 Euro.

Die Platzierungen

1. Rottenbuch 96,87 % (100 %), 2. Wildsteig 96,77 % (100 %), 3. Burggen 95,79 % (100 %), 4. Apfeldorf 92,98 % (94 %), 5. Hohenpeißenberg 91,66 % (96 %), 6. Hohenfurch 91,20 % (95 %), 7. Denklingen 89,89 % (100 %), 8. Altenstadt 89,77 % (100 %), 9. Steingaden 82,17 % (96 %), 10. Joh.Fried.Lentner 81,81 % (97 %), 11. Bernbeuren 80,70 % (95 %), 12. Alfons-Peter-Peiting 77,92 % (90 %), 13. Schwabsoien 77,55 % (74 %), 14. Forst-Wessobrunn 69,69 % (89 %), 15. Förderzentrum Altenstadt 61,22 % (67 %), 16. Schongau 58,50 % (78 %). (Der erste Wert bezieht sich auf die gesamte Schule, der zweite auf die 4. Klassen).

Hans-Helmut Herold

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