Unterhaltsame Nachmittage für Senioren auf dem Bauernhof plant Heidi Speer. „Garteln“ steht zum Beispiel auf dem Programm.
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Unterhaltsame Nachmittage für Senioren auf dem Bauernhof plant Heidi Speer. „Garteln“ steht zum Beispiel auf dem Programm.

Abschlussarbeit wird Realität

Angebot für Senioren: Anpacken auf dem Gruberhof, statt daheim zu versauern

  • Elena Siegl
    VonElena Siegl
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Unterhaltsame Nachmittage mit verschiedenen Aktivitäten für Senioren will Heidi Speer (23) aus Rottenbuch künftig auf dem elterlichen Gruberhof anbieten. Das Projekt hat sie im Rahmen einer Abschlussarbeit an der Hauswirtschaft-Meisterschule entwickelt.

Rottenbuch – „Gerade in der Coronazeit haben viele ältere Menschen ihre sozialen Kontakte sehr eingeschränkt und erleben in ihren Haushalten immer dasselbe“, sagt Heidi Speer. Die 23-jährige Rottenbucherin will das ändern und Senioren aus der Region sowie Angehörigen mit verschiedenen Angeboten auf dem elterlichen „Gruberhof“ Abwechslung und Austausch bieten. Drei Nachmittage sind zum Start geplant.

Das Projekt hat sich Speer als Abschlussarbeit überlegt. Momentan besucht sie als Hauswirtschafterin die Meisterschule in Rosenheim. Allerdings soll es gleichzeitig ein Probelauf sein, ob die Aktivitäten auf dem Bauernhof von Senioren angenommen werden. Speers Wunsch wäre es, auch in Zukunft Seniorennachmittage anzubieten. Den elterlichen Hof werde sie zusammen mit ihrem Freund übernehmen, erzählt sie. Die Aktionstage habe man sich quasi als zweites Standbein überlegt.

Eine Suche der Alzheimergesellschaft Peißenberg nach Bauernhöfen, die sich eine Tagespflege vorstellen können, hat Heidi Speer auf die Idee gebracht. In dem Umfang, wie es die Gesellschaft geplant hatte, sei es für sie nicht stemmbar gewesen, erklärt sie. Stattdessen hat sie das eigene, kleinere Programm zusammengestellt.

Am Freitag, 10. September, steht „Garteln“ auf dem Tagesprogramm. Gemeinsam werden Feldsalat und Spinatpflanzen gesät. Anderes Gemüse wird geerntet und ein Blumenstrauß zusammengestellt, beschreibt Heidi Speer. Um „Omas Brot“ geht es eine Woche später, am 17. September.

Im Steinbackofen wird knuspriges Brot nach traditionellem Rezept gebacken. Und am 1. Oktober, ebenfalls wieder ein Freitag, steht schließlich die „Kürbiszeit“ an: Die Teilnehmer des Seniorennachmittags kochen gemeinsam mit Heidi Speer eine schmackhafte Kürbissuppe – das Gemüse wird zuvor freilich im Garten des Gruberhofs frisch geerntet, erklärt Speer.

Für die Teilnahme zahlen Senioren jeweils 15 Euro, auch Angehörige sind (zum selben Preis) willkommen. Die Verpflegung ist inklusive. An jedem der Nachmittage gibt es, jeweils von 14 bis 17 Uhr, Kaffee und Kuchen. „Der Austausch untereinander und die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen sind da wichtig“, sagt Speer. Auch Spaziergänge in der idyllischen Umgebung oder Oldtimerfahrten mit Traktoren werden immer angeboten. Und natürlich auch der Besuch von Hoftieren. Auf dem Gruberhof leben unter anderem Schafe, Pferde, Hühner und ein Hund.

„Viele ältere Menschen sind früher auf einem Bauernhof aufgewachsen und bekommen so vielleicht ein kleines Stück Heimat zurück“, sagt Speer.

Anmeldungen

für die „Senioren auf dem Gruberhof“-Nachmittage nimmt Heidi Speer unter der Telefonnummer 01520/7903042 entgegen. Sie ist in der Regel zwischen 15 und 18 Uhr erreichbar.

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