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Wieder geht nichts mehr: Teile des Ammerhangs rutschten über den Forstweg zu den Viehweiden. Die Trasse war erst jüngst geflickt worden.

Rottenbucher Ammerhang rutscht

Außer Erde bewegt sich nicht viel

In Rottenbuch macht ein rutschender Ammerhang seit Jahren Sorgen. Immer wieder wird der Weg zu den Viehweiden beschädigt. Doch nach einem Ortstermin mit dem Landratsamt ist klar: Die Gemeinde kann nicht viel machen. Der Naturschutz spielt nicht mit.

Rottenbuch– Die Hanglage unterhalb der östlichen Rottenbucher Bebauung, entlang des Mühlbachs von der einstigen Pfistermühle des Klosters runter zur Ammer, macht schon länger Sorgen. Immer wieder rutscht dort Erdreich ab. Doch was dagegen tun? Diese Frage stellt sich die Verwaltung seit ebenso geraumer Zeit. Bei einem Ortstermin mit dem Landratsamt wurde Bürgermeister Markus Bader klar gemacht, dass seiner Kommune wenig Möglichkeiten bleiben. Dies wurde im Gemeinderat bekannt.

Vor circa fünf Jahren rutschte die Erde massiv weg: „Da ist eine riesige Masse abgegangen“, berichtete Bader in der jüngsten Sitzung. Vor etwa sechs Wochen passierte es wieder. Der gerade geflickte Weg zu den benachbarten Viehweiden wurde beschädigt. Seitdem ist dort für die Anlieger ein Durchkommen zu ihren Nutzflächen nur noch zu Fuß möglich. Doch der Ortstermin mit der Unteren Naturschutzbehörde brachte für Rottenbuchs Rathauschef eine Ernüchterung.

Ortstermin war ernüchternd

Zwar ist die Problemlage bekannt – laut Bader „kommt überall vom Hang Wasser“, aber: „An der Stelle ist es sehr, sehr schwierig“, berichtete er über die Sanierungsmöglichkeiten am Hang. Bader sprach von „komplexen Vorgängen“, die Natur und Rechtslage betreffen. Denn das Areal liegt ausgerechnet im FFH-Gebiet, auch die Tuffformationen entlang des Mühlbachs sind geschützt. Der Naturschutz erlaube lediglich ein behutsames Ausbaggern der Gräben und das Flicken des Weges, aber schon beim Mühlbach gibt es eine klare Schutz-Grenze. „Da ist null Prozent Chance, das man den ausbaggert“, erklärte Bader. Sollte die Gemeinde eine großflächige Verbauung an dem Hang starten wollen, braucht es laut Bürgermeister diverse Genehmigungen, zudem kämen auf Rottenbuch Kosten unter anderem für Bohrungen und Gutachten zu. Bader: „Das geht sehr schnell ins Geld.“

Unter den Gemeinderäten herrschte eines: Unverständnis über die staatlichen Einschränkungen. Das Landratsamt interessiere sich nicht dafür, wie es für die Grundstücksbesitzer weiter gehe, kritisierte Christof Echtler. „Das ist mit dem Bürger so nicht machbar.“ Vitus Gansler fragte sich, ob sich ein aufwändiges Gutachten überhaupt lohne. Er plädierte dafür, „den Staat mit ins Boot zu holen“. Denn sollte sich herausstellen, dass auch die vorbeifließende Ammer Schuld an dem rutschenden Hang trägt, muss laut Bürgermeister der Staat einspringen. Alfred Speer sah es fatalistisch: Wenn es sich um ein FFH-Gebiet handele, könne die Gemeinde größere Bauarbeiten „aus meiner Sicht vergessen“. Er riet lieber, in den sauren Apfel zu beißen und den Hang weiter rutschen zu lassen – bis sich die staatlichen Stellen endlich bewegten.

Gemeinde kommt Anliegern entgegen

Am Ende verständigte sich der Rat darauf, die Gräben auf kommunale Kosten auszubaggern. Der Mühlbach bleibt allerdings außen vor. Markus Bader nennt es „schon ein Entgegenkommen der Gemeinde“ gegenüber den betroffenen Anliegern – vor allem, weil Rottenbuch für den Forstweg nicht zuständig sei. Der Bürgermeister zeigt jedoch auch Verständnis für die Enttäuschung der Betroffenen, dass sich an dem Hang außer der Erde nicht viel bewegt. Zudem will der Rathauschef möglichst bald einen Ortstermin mit dem Wasserwirtschaftsamt – um den Einfluss der Ammer auf das Geschehen zu klären.

Andreas Baar

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