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Erboster Bürger: Armin Heigl (stehend) warf Bürgermeister Markus Bader vor, den Brief des Denkmalschutzamtes vorenthalten zu haben. Das Amt hat sich demnach in dem Schreiben entschieden gegen den geplanten Standort des Supermarktes ausgesprochen.

Bürgerversammlung Rottenbuch 

Angriff auf den Rathauschef

Mit fast 120 Besuchern war die Bürgerversammlung in Rottenbuch gut besucht. Diskussionsbedarf gab es immer noch bezüglich des geplanten Supermarkts auf dem ehemaligen Gärtnereigelände an der B23. Armin Heigl griff Bürgermeister Markus Bader scharf an.

Rottenbuch Nach dem positiven Bürgerentscheid im vergangenen Jahr wurde der Auftrag an ein Planungsbüro vergeben, das im Januar eine Vorstudie erstellte, informierte Bürgermeister Markus Bader die Anwesenden bei der Bürgerversammlung. Recht viel weiter kam er zu dem Thema nicht. Trotz Abstimmungsergebnis wollen die Supermarkt-Gegner das Thema nicht auf sich beruhen lassen. Armin Heigl warf die Frage in den Raum, ob denn alternative Standorte geprüft worden wären und wollte sich auch von Markus Bader nicht auf die Fragerunde verweisen lassen. „Viele wollen einen Laden, aber nicht an dieser Stelle“, sagte Armin Heigl. Markus Bader warf er vor, „alternative Fakten“ geschaffen zu haben. Der hätte bereits im Juli 2017 vor der Abstimmung einen Brief vom Denkmalschutzamt erhalten, das sich entschieden gegen den geplanten Standort ausspricht. Dieser sei aber dem Gemeinderat vor der Abstimmung vorenthalten worden.

Das wollte Bader nicht so stehen lassen. „Ich habe den Gemeinderat über das Schreiben informiert und einzelnen Gemeinderäten Kopien zukommen lassen“, betonte er. Allerdings habe das Denkmalschutzamt keine Handhabe, einen Supermarktbau zu verhindern. Der Planer suche zudem nach Alternativen.

Diese sahen die Gegner im derzeit leerstehenden und vom Verfall bedrohten Fohlenhof. „Es wäre wichtig, das Zentrum zu stärken. Ist ein Erwerb des Fohlenhofs denkbar? Wurde untersucht, ob die auf dem Gärtnereigelände geplanten Einrichtungen dort möglich sind?“, wollte eine Besucherin wissen. Dies beantwortete Markus Bader dahingehend, dass der Erwerb des Fohlenhofs nicht geklappt habe und er keine Luftschlösser bauen und ein Konzept für die Schublade in Auftrag geben wolle. Ebenso sei eine Förderung momentan nicht möglich.

Dem widersprach Thomas Sievers, der im Klosterhof eine Zweitwohnung besitzt und sich mit der Förderung auskennt. Das wäre ein typisches Projekt für die Städtebauförderung. In anderen Regionen, zum Beispiel Bamberg, so geschehen. Armin Heigl warf noch in den Raum: „Rottenbuch ist eines der wenigen Dörfer mit historischer Kulisse zwischen Wiesen, Feldern und Wäldern. Das sollten wir nicht kaputt machen!“

Dazu Markus Bader: „Gründet einen Verein, sammelt Gelder und entwickelt ein Konzept, wie der Fohlenhof erhalten werden soll. Für mich persönlich ist das durch!“ Die Bedenken der Gegner seien seit langem bekannt und mehrmals zur Sprache gekommen. Er habe kein Problem damit.

Ursula Fröhlich

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