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Bepflanzte Schubkarren und falsche Oliven: Zwei Gartenbauvereine aus dem Landkreis bei „Vielfaltsmeisterschaft“

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Von: Katrin Kleinschmidt

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Die Streuobstwiese erweiterten die Mitglieder des Gartenbauvereins in Wielenbach. Zudem stellte die Jugendgruppe ein Rezeptbuch zusammen.
Die Streuobstwiese erweiterten die Mitglieder des Gartenbauvereins in Wielenbach. Zudem stellte die Jugendgruppe ein Rezeptbuch zusammen. © privat

Mehr als 7500 Mitglieder zählen die 39 Gartenbauvereine des Landkreises. Kein Wunder, dass da viele gute Ideen schlummern. Zwei Projekte wollen sich auf Landesebene messen.

Landkreis – Es ist ein ungeschriebenes Gesetz: Obst und Gemüse aus eigenem Anbau schmecken einfach am besten. Und eine Blume im Garten ist noch schöner als in einer Vase. Kein Wunder, dass viele Menschen Freude am Buddeln, Pflanzen, Pflegen und Ernten haben. Im Landkreis gibt es 39 Vereine, in denen sich Gartler austauschen und gemeinsam anpacken können. Organisiert sind sie im Kreisverband für Gartenkultur und Landespflege. Der lud kürzlich zur Jahresversammlung ein – 40 Interessierte klickten sich zu der Online-Veranstaltung mit rein. Und dabei wurde nicht nur informiert (siehe Kasten), sondern auch ausgezeichnet.

Denn vier Teilnehmer aus dem Landkreis haben sich beim landesweiten Wettbewerb „Vielfaltsmeisterschaft“ beworben. Zu diesem hat der Bayerische Landesverband für Gartenbau und Landespflege aufgerufen. Insgesamt 113 Vereine aus ganz Bayern nehmen teil. Um ins Finale zu kommen, müssen die Teilnehmer erst auf Kreis- und auf Bezirksebene gewinnen.

Kreisverband entscheidet, welche Projekte bei Vielfaltsmeisterschaft dabei sind

Der Kreisverband Weilheim-Schongau hatte also zu entscheiden, welche zwei Projekte weiterkommen – und obendrein jeweils 500 Euro Preisgeld erhalten. Die fünfköpfige Jury wählte zum einen die Kindergruppe „Gartenbande“ des Obst- und Gartenbauvereins Rottenbuch sowie bei den Erwachsenen den Ortsverschönerungs- und Gartenbauverein Wielenbach aus. Beide überzeugten mit kreativen Ideen.

Bei der „Gartenbande“ standen die beiden Leiterinnen Barbara Landerer und Elfriede Iglhaut im vergangenen Jahr vor der Frage, was sie Corona-konform mit den Kindern das Jahr über entwickeln können. Sie wollten ein Projekt, das auch weiterlaufen kann, wenn persönliche Treffen nicht möglich sind – ein gemeinsames Gemüsebeet fiel deshalb für die Corona-Zeit aus. Und so besorgten sie alte Schubkarren, versahen sie mit Löchern und ließen sie die 14 Kinder mit Stauden, Gemüse und Kräutern bepflanzen. „Insektenfreundlich“, sagt Landerer. Abgestellt wurden die kreativen Pflanzgefäße in den Gärten der Kinder. „Sie haben die Schubkarren gepflegt.“ Tipps gab’s über das Jahr persönlich oder per WhatsApp. In den Sommerferien unternahm die Gruppe dann gemeinsam eine Radltour durch Rottenbuch und begutachtete die insgesamt 13 Schubkarren.

Etwas für die Zukunft geschaffen

Beendet war das Projekt nach der Ernte noch nicht. Gemeinsam bastelte die „Gartenbande“ noch Vogelscheuchen, die künftig die Schubkarren, die auch heuer bepflanzt werden sollen, „bewachen“ und womöglich auch mit Pflanzen bestückt werden sollen. „Das Ganze soll uns noch eine zeitlang begleiten“, sagt Landerer, die mit ihrer Gruppe auf Kreisebene in der Kategorie „Jugend-Reich.Natur – wir machen Zukunft“ gewann.

Auch das Projekt der Gewinner bei den Erwachsenen ist keine einmalige Sache, sondern schafft etwas für die Zukunft. Der Gartenbauverein Wielenbach und seine Jugendgruppe „Die Gartenspezis“ erweiterten im Rahmen von „Essbare Wildfrüchte und Wildbeeren in Natur und Garten“ die Streuobstwiese auf einem gemeindlichen Grundstück. Zudem planen die Vereinsmitglieder, einen Bienenstadl zu bauen. „Das Ganze ist naturnah und langfristig gedacht“, sagt die Vorsitzende Angelika Balser. Gepflanzt wurden Wildgehölze und alte Sorten. Die Wielenbacher sollen künftig selbst Obst ernten können. Der Verein will zudem zeigen, welche „tollen Sachen“ man daraus machen kann. Dafür stellte die Jugendgruppe um Leiterin Monika Schwarz ein Büchlein mit 20 Rezepten zusammen, darunter: Zwetschgen-Grillsoße, falsche Oliven (Kornelkirschen) und Brombeer-Ketchup.

Die Ideen der beiden Vereine werden nun auf Bezirksebene von einer Jury begutachtet. Bis Mai stehen dort die Gewinner fest. Am 1. Juli geht’s in die heiße Phase. Dann wird der bayerische Vielfaltsmeister per Online-Wahl gekürt. Die Kindergruppen wiederum werden von einer Fachjury bewertet. Es könnte für die Landkreis-Teilnehmer also spannend werden. Und selbst wenn’s nicht mit einer weiteren Auszeichnung klappt: Etwas für die Natur und die Zukunft haben sie allemal getan.

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