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Supermarkt-Gegner hoffen auf Behörden

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Von: Christoph Peters

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Bis auf dem ehemaligen Gärtnerei-Gelände die Bagger rollen, wird es noch eine geraume Zeit dauern. © Archiv/Baar

Die Rottenbucher haben sich am Sonntag beim Bürgerentscheid klar für einen Supermarkt auf dem ehemaligen Gärtnerei-Gelände an der B23 ausgesprochen. Für die Gegner des Projekts ist das Ergebnis verständlicherweise eine Enttäuschung. Sie hoffen jetzt auf Schützenhilfe der Behörden.

Rottenbuch – 62,7 Prozent der Wähler haben am Sonntag mit Ja gestimmt. Sie sind dafür, dass die Gemeinde die Planungen für die Ansiedlung eines Supermarkts vorantreibt. „Ich bin natürlich sehr enttäuscht“, sagt Georg Schwaiger am Tag nach der Abstimmung. „Ich habe gedacht, dass es knapper wird und mehr Leute auf unserer Seite sind.“ Schwaiger, der einen Getränkemarkt in Rottenbuch betreibt, hatte im Vorfeld gemeinsam mit den örtlichen Geschäftsleuten Albrecht Bögle und Reinhard Beck den Protest gegen den Supermarkt angeführt. Sie fürchten um ihre Existenz, sollten die Pläne verwirklicht werden.

„Mich überrascht das deutliche Wahlergebnis nicht“, sagt dagegen Albrecht Bögle. Mit dazu beigetragen habe seiner Meinung nach die Bundestagswahl. Dadurch hätten viele ihre Stimmen abgegeben, denen „es eigentlich egal ist, ob da ein Supermarkt hinkommt“. Hätte der Bürgerentscheid alleine stattgefunden, wäre das Ergebnis knapper ausgefallen, ist sich der Betreiber des Nah & Gut-Markts am Torbogen sicher.

So sehr sich Bögle und Schwaiger einen anderen Ausgang gewünscht haben, das deutliche Bürgervotum werde man akzeptieren, betonen beide. „Ich habe noch am Abend mit dem Bürgermeister telefoniert und ihm zum Ergebnis gratuliert“, sagt Bögle. Er habe ihn aber auch daran erinnert, dass knapp über 400 Rottenbucher dagegen gestimmt haben. Deren Bedenken dürfe die Gemeinde nicht außer acht lassen.

Das habe man auch nicht vor, versichert Bürgermeister Markus Bader. Den drei Initiatoren des Protestes sei er dankbar, dass sie die Diskussion über das wichtige Projekt im Dorf angestoßen haben.

Was die Bebauung auf dem ehemaligen Gärtnerei-Gelände angeht, zu der nicht nur der geplante Supermarkt, sondern auch der neue Standort für Feuerwehr und Bauhof gehört, betont Bader im Gespräch mit den SN noch einmal, dass es keinen Zeitdruck gebe. Als nächstes wolle man Kontakt zur Regierung von Oberbayern aufnehmen, um sich über mögliche Förderprogramme für die Planung in dieser „exponierten Lage“ zu informieren. „Ziel ist es, dass wir bis Ende des Jahres wissen, wie wir die Planung angehen.“ Wichtig ist dem Bürgermeister, dass am Ende des Prozesses mehrere Varianten für die Bebauung auf dem Tisch liegen. Ob dies über einen Architektenwettbewerb oder im Rahmen eines Planungsgutachtens geschehe, müsse man sehen. Beides habe Vor- und Nachteile.

Bis tatsächlich die Bagger rollen dürfen, wird also noch eine beträchtliche Weile vergehen. Zumal einige Hürden wie die Bedenken des Landesamts für Denkmalpflege erst noch übersprungen werden müssen. Ein Veto der Behörde, die die Bebauung an dieser Stelle wegen der Auswirkungen aufs Ortsbild kritisch sieht, könnte das Projekt zu Fall bringen. Für die Gegner ein allerletzter Strohhalm. 

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