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Anstoßen auf den erfolgreichen Brückenschlag: Mit dabei Rottenbuchs Bürgermeister Markus Bader (2.v.l.) sowie rechts daneben Martin Seidl (Firma SEH Hannover), Nikolaus Mayr (Staatliches Bauamt Weilheim) und Johann Matuschek (Firma Sykomat).

Echelsbacher Brücke

Ersatz-Brückenschlag ist geschafft

Der Brückenschlag über die Ammer ist vollzogen. 266 Meter lang ist der Ersatz-Stahlkoloss, über den während der Bauarbeiten an der Echelsbacher Brücke der Verkehr rollen wird. Wir waren am Dienstag bei den letzten Minuten der Meisterleistung dabei.

Rottenbuch – Es ist genau 14.25 Uhr, als sich drei Männer neben der Großbaustelle in aller Stille die Hände schütteln. Nikolaus Mayr vom Staatlichen Bauamt Weilheim, Martin Seidl von der Firma SEH Hannover und Johann Matuschek von der Firma Sykomat sind erleichtert. Die Anspannung, die sich während der vergangenen Stunden in ihren Gesichtern abzeichnete, fällt wie eine Maske ab. Nach Monaten exakter Planungen und Arbeiten bei Wind und Wetter ist der Brückenschlag über die Ammer vollzogen.

Nicht zu übersehen ist auf Rottenbucher Seite der Baustelle der stattliche Autokran der Firma Schmidbauer. „Ein 500-Tonner“, so die Auskunft von Mayr. Mit diesem Kran soll das Kopfstück der Behelfsbrücke angehoben und während des Schiebevorgangs gesichert werden. Klingt simpel, ist es jedoch ganz und gar nicht. Fingerspitzengefühl des Kranfahrers und jede Menge Geduld der Bauleiter sind dabei gefragt. Während von der Bad Bayersoier Seite aus die Stahlkonstruktion Stück für Stück über ein Rollensystem mittels eines hydraulischen Litzenhebers in Richtung Rottenbuch gezogen wird, muss das Kopfstück auf Rottenbucher Seite angehoben werden, damit das vordere Brückenteil nicht einfach abbricht. Das Trumm ist 266 Meter lang, da entstehen gewaltige Kräfte. „Wenn es gut läuft, schaffen wir 12 bis 14 Meter pro Stunde“, erklärt Mayr.

Wenn es gut geht. Das heißt, dass der Kranführer immer konstant 70 Tonnen anzuheben hat. Nicht mehr, nicht weniger. Nur so ist es gewährleistet, dass der Querträger des Brückenkopfes genau an der vorbestimmten Stelle positioniert werden kann. Dort stehen zwei hydraulisch betriebene Stempel bereit, auf die dann der Eisenträger aufgesetzt wird. So kann das Kopfstück sicher gehoben werden, um in einem weiteren Arbeitsgang, wenn der Autokran nicht mehr vor Ort ist, das Rollensystem einzubauen.

„Erst wenn die Brücke fest verankert und die Fahrbahnplatten aufgelegt sind, wird der Aussteifungsverband entfernt“, erklärt Matuschek. Das sind die eingeschraubten Schrägeisen, die dem Brückensystem während des Ziehvorgangs die nötige Stabilität gegeben haben. Damit ist ein weiteres Rätsel gelöst, das sich immer wieder Beobachter der Baumaßnahme gestellt haben. „Wie soll denn mit den vielen Eisenstreben ein Bus über die Brücke kommen?“, war die große Frage.

Noch eine Stunde benötigen die Arbeiter nach erfolgtem Brückenschlag, den Brückenkopf an den beiden seitlich eingelassenen Betonklötzen mit einem Kettensystem zu verzurren. Das soll verhindern, dass die Brücke durch seitlich auftreffende Sturmböen verschoben wird.

15.32 Uhr Ortszeit Echelsbacher Behelfsbrücke. Drei Sektkorken fliegen durch die Luft. Nikolaus Mayr, Martin Seidl und Johann Matuschek lassen es knallen. Dazu gesellt sich Rottenbuchs Bürgermeister Markus Bader mit zwei weiteren Sektflaschen. Es darf angestoßen werden. Die Männer haben es sich wahrlich verdient.

Hans-Helmut Herold

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