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Interessierte Grundeigentümer informierten sich bei den beiden Veranstaltungen in Rottenbuch und Wildsteig über die Auswirkungen des EU-Projektes „Natura 20 00“. 

EU-Projekt „natura 2000“ und seine Auswirkungen

Grundeigentümer befürchten Einmischung und Verbote

Der Argwohn sitzt tief bei den Grundbesitzern in Rottenbuch und Wildsteig. Sie befürchten eine schleichende Bevormundung durch das Projekt „Natura 2000“, dem Aufbau eines europäischen Biotopverbundnetzes, bei dem ein länderübergreifender Schutz gefährdeter wildlebender heimischer Tier- und Pflanzenarten und deren natürlicher Lebensräume angestrebt wird.

Rottenbuch /Wildsteig – Das EU-Projekt „Natura 2000“: Bis 2019 werden Management-Pläne für die jeweiligen Fauna-Flora-Habitatgebiete (FFH) erstellt. Dazu müssen die Bestände kartiert werden. Um den Grundeigentümern einen Überblick zu diesen Arbeiten zu geben, hat das Amt für Landwirtschaft und Forsten zu Veranstaltungen in Rottenbuch und Wildsteig eingeladen.

In den Vorträgen ging es um die Beschaffenheit der Gebiete und das Vorkommen der gefährdeten Arten sowie die Arbeit der Kartierer, die in den kommenden zwei Jahren das Gebiet durchstreifen werden. Die Grundstückseigentümer und Nutzer indes interessierte es weitaus mehr, wie sich „Natura 2000“ auf Beweidung und Bewirtschaftung ihrer Flächen auswirkt.

Während bei der Veranstaltung in Rottenbuch die Emotionen schon allein deshalb hochkochten, weil nicht jeder Eigentümer persönlich eingeladen worden war und man darin bereits einen Affront witterte, gelang es in Wildsteig, den Ärger im Zaum zu halten. Aber auch dort befürchtete man künftige Einmischung und Verbote.

Die Experten versuchten indes klarzustellen, dass die Vorgaben nur für die staatlichen Gebiete gälten und die Einhaltung der Vorgaben für Privatbesitzer freiwillig seien. Es gelte lediglich ein „Verschlechterungsgebot“ nach dem Motto, man müsse nichts, dürfe aber nicht alles.

Dennoch blieb bei den Anwesenden die Befürchtung vor einem „schleichenden Prozess“ bestehen – beispielsweise bei Hermann Borst vom Fischereiverein Trauchgau. Er berichtete aus einem Seminar, das er als Gewässerwart besucht hat. Dort sei offenkundig geworden, dass vier Gewässer bereits von staatlicher Seite abgepachtet worden seien, weil man die Fischer „dort nicht mehr haben wollte“.

Wichtig war es für die Zuhörer beider Veranstaltungen, dass der Nutzer nicht am Ende der Informationsketten stehen dürfe. Seitens des Forstamtes und der Regierung versprachen deren Vertreter, für Interessierte Begehungen in bereits kartierten Flächen anzubieten und über weitere Schritte und Einladungen zum „Runden Tisch“ Gemeinden und Verbände anzuschreiben.
Myriam C. Trunk

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