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Die Gemeinde Rottenbuch will die letzten weißen Flecken auf der Glasfaser-Karte schließen.

Das Geld kommt über ein neues Förderprogramm

Rottenbuch schließt die letzten Breitband-Lücken

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Die Gemeinde Rottenbuch will die letzten weißen Flecken auf der Glasfaser-Karte schließen. Geld kommt über ein neues Förderprogramm. Der Gemeinderat macht dafür den Weg frei.

Rottenbuch – Die Erleichterung war im Frühjahr 2019 in Rottenbuch groß gewesen: Die Telekom hatte nach einem Jahr Bauzeit den Breitbandausbau abgeschlossen. 63 Kilometer Glasfaser waren verlegt. 26 Ortsteile, Weiler und Gehöfte angeschlossen. 391 Gebäude und 60 Unternehmen wurden mit Bandbreiten von mindestens 50 Mbit/s versorgt, die Mehrzahl erhielt 100 Mbit/s und mehr. 

Insgesamt kostete der Breitbandausbau 3,1 Millionen Euro. Abzüglich des Eigenanteils der Telekom blieben 2,7 Millionen Euro für die öffentliche Hand. Nach der Förderung von Bund und Freistaat trug die Gemeinde rund 500 000 Euro aus eigener Tasche. Im Rathaus war man derart zufrieden mit dem Ende der Arbeiten, dass man Firmen und Bevölkerung flugs zu einem „Kabelfest“ in die Gemeindehalle einlud.

Markterkundung startet

Doch ein Wermutstropfen blieb. Nicht alle Gemeindebereiche rutschten damals in die Förderung und mussten beim Ausbau außen vor bleiben. Das soll sich nun ändern: Rottenbuch macht bei der neuen bayerischen „Gigabit-Richtlinie“ mit. Den grundsätzlichen Beschluss fasste der Gemeinderat einstimmig. 

Zusammen mit dem VG-Nachbarn Böbing und einem staatlichen Startgeld von 5000 Euro für die Markterkundung wird sich auf den Weg gemacht. Die kommunale Zusammenarbeit mit Böbing, dessen Gemeinderat hat bereits zugestimmt, bringt einen Vorteil: nämlich 50 000 Euro Zusatzbonus für jeden Ort.

Kosten gedeckelt

Die EU-Kommission hat laut Finanzministerium dem Freistaat diese Breitbandförderung für Orte, „wo bereits schnelles Internet mit mindestens 30 Mbit/s verfügbar ist“, in der Fläche genehmigt. Die betreffenden Versorgungslücken liegen laut Bürgermeister Markus Bader (Freie Wählergemeinschaft) in Rottenbuch westlich der B 23 und in den dortigen Wohngebieten. 

Bader zufolge liegt der Höchstbetrag bei immerhin 90 Prozent der förderfähigen Kosten, allerdings gedeckelt auf maximal 5000 Euro pro Haushalt. Knapp über 200 Haushalte würden mit Glasfaserleitungen angeschlossen, so die Rechnung. 

Gemeinde kam in finanzielle Schwierigkeiten

Der Rathauschef warb für das neue Förderverfahren aus München: „Das ist nicht ganz so bürokratisch wie das Bundesprogramm.“ Für jenes hatte sich die Gemeinde entschieden – mit negativen Erfahrungen bei Aufwand und Umsetzung. 

Die Auszahlungsmodalitäten hatten die Kommune zum Jahresende 2019 in finanzielle Schwierigkeiten gebracht: Weil aus Berlin noch nicht über 600 000 Euro an Zuschüssen überwiesen worden waren, musste Rottenbuch rund 842 000 Euro aus den Rücklagen vorstrecken, um Rechnungen zahlen zu können.

Planungsbüro suchen

Für den Bürgermeister ist der weitere Glasfaserausbau notwendig – es sei ein Standortvorteil. Schließlich gebe es genug Betriebe, „die Gewerbesteuer zahlen“, betonte Bader. Zudem ziehe das schnelle Internet künftig vermehrt Homeoffice-Nutzer nach Rottenbuch. 

Die Gemeinde muss jetzt ein Planungsbüro mit der Markterkundung und der Suche nach einem Anbieter beauftragen. „Wir legen gleich los“, kündigt der Rathauschef an. Eine Hintertür hielt sich der Gemeinderat trotz Zustimmung offen: Sollte die Kostenschätzung aus dem Ruder laufen, könne man immer noch abspringen, hieß es.

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