+
Neue Heimat für den geschnitzten Auferstandenen: Bürgermeister Markus Bader (l.) und Kirchenpfleger Markus Angerer vor dem Turmzimmer, das hergerichtet wird. 

Gemeinde Rottenbuch übernimmt Trägerschaft

Andacht im Schönberger Turmstüberl

  • Andreas Baar
    vonAndreas Baar
    schließen

Der Wunsch steht seit Längerem auf der Liste der Schönberger Kuratie und der dortigen Kirchenverwaltung: Das ungenutzte Turmzimmer der Kirche Mariä Himmelfahrt möge zu einem Andachtsraum umgestaltet werden.

Rottenbuch/Schönberg– Dafür schuf der Gemeinderat, die Kommune Rottenbuch ist Eigentümerin von Gotteshaus und Pfarrhof, nun die formalen Voraussetzungen.

Die Gemeinde übernimmt die noch vertraglich zu fixierende Projektträgerschaft für die Umgestaltung des Turmstüberls. Dies beschlossen die Räte einstimmig. Der Raum soll aufgewertet werden. Denn hinter der Tür „ist nichts, eher modrig“, wie Bürgermeister Markus Bader (Freie Wählergemeinschaft) in der jüngsten Sitzung die Zustände beschrieb. 

Von der Kirchenverwaltung sei deshalb die Idee aufgekommen, das Innere „künstlerisch zu gestalten“, wie der Rathauschef weiter ausführte. „Das wäre eine Aufwertung.“ Angedacht ist zudem ein Sockel, der Platz für eine geschnitzte Christus-Figur bieten soll.

Das Vorhaben fand Zustimmung im Gemeinderat. „Das war bisher immer ein feuchter Raum“, warb der zweite Bürgermeister Vitus Gansler (Schönberger Wählergemeinschaft) für die Umsetzung. „Das tut sicherlich dem Turm auch gut.“ Als „gute Idee“ bezeichnete Gabriele Eirenschmalz (Freie Wählergemeinschaft) die Pläne. 

Einzige Bedingung: Der Ausbau habe zu erfolgen, „ohne dass es die Gemeinde finanziell belastet“, machte der Rathauschef klar. Laut Bader ist auch dieses Problem bereits gelöst und die Finanzierung gesichert. Der Kostenansatz liege bei rund 30 000 Euro, stolze 25 000 Euro habe die Kirchengemeinde bereits gesammelt, den Rest steuere die Kirchenstiftung bei. Als Alternative habe man versuchen können, das Projekt über die Erzdiözese München-Freising zu stemmen, erklärte der Bürgermeister. „Aber die brauchen Jahre.“

Die Idee zu der Raumnutzung hatte Kirchenpfleger Markus Angerer: „Weil er etwas Besonderes ist.“ Den Anstoß für die Figur habe der damalige Pastoralreferent Georg Jocher gegeben. Die Herstellung der Gestalt des Auferstandenen war vor zwei Jahren von der Rottenbucher Bürgerstiftung mit 800 Euro unterstützt worden.

Die kleine Kirche ist wichtig für die Schönberger und ihre Dorfgemeinschaft. Das Gotteshaus samt Schulhaus wurde in den 1860er Jahren errichtet. 1866 weihte man Mariä Himmelfahrt feierlich ein. 

Nach Umbauten, der spätgotische Stil ging bei der Renovierung in den 1950er Jahren verloren, erfolgte eine Erneuerung des Innenraums – unter Leitung von Restaurator Erwin Wiegerling wurde im Jahr 2009 der Chorraum leergeräumt und vergrößert. Die Kosten betrugen rund 166 000 Euro. 50 Prozent zahlte das Ordinariat, 60 000 Euro die Gemeinde, den Rest finanzierten die Schönberger selbst.

Am 6. Dezember 2009 feierten schließlich zahlreiche Gläubige zusammen mit dem damaligen Weihbischof Franz Dietl die Altarweihe. Wie es nun im Rottenbucher Gemeinderat hieß, soll Restaurator Wiegerling auch beim Schönberger Turmstüberl als Planer verantwortlich zeichnen.  

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Obstpressen stellen sich auf viel Arbeit ein
Im Gegensatz zum miserablen Vorjahr rechnen die Obstpressen im Landkreis heuer mit einer reichen Ernte, vor allem an Äpfeln. Die meisten Pressen starten ihren Betrieb in …
Obstpressen stellen sich auf viel Arbeit ein
B 23 bei Ramsau wird erneuert: Dank Baustelle Ruhe wie vor 50 Jahren
Die Fahrbahn der B23 südlich von Peiting bei Ramsau wird zur Zeit erneuert. Die Arbeiten laufen auf Hochtouren. Auch die Verkehrssicherheit soll verbessert werden.
B 23 bei Ramsau wird erneuert: Dank Baustelle Ruhe wie vor 50 Jahren
Denkmalschutz würde in Rottenbuch mitspielen: Schulneubau doch im Spitz?
Die Gemeinde Rottenbuch favorisiert grundsätzlich einen Standort für den Schulneubau von Regens Wagner. Der Denkmalschutz würde beim Areal jetzt doch mitspielen.
Denkmalschutz würde in Rottenbuch mitspielen: Schulneubau doch im Spitz?
5G-Ausbau im Landkreis Weilheim-Schongau: Telekom wehrt sich gegen ÖDP-Brief
Der ÖDP-Kreisverband Weilheim-Schongau hat in einer Pressemitteilung deutlich Position gegen den vor allem von der Telekom massiv betriebenen 5G-Ausbau in der Region …
5G-Ausbau im Landkreis Weilheim-Schongau: Telekom wehrt sich gegen ÖDP-Brief

Kommentare