Haushalt Rottenbuch

Große Projekte, hohe Ausgaben

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Der Gemeinde Rottenbuch stehen heuer große Investitionen bevor. Das zeigt sich im Haushalt 2017: Er ist auf Rekordniveau. Um alles finanzieren zu können, muss die Kommune tief in die Rücklagen greifen und Kredite aufnehmen. Das bedeutet: Die Schulden steigen wieder.

Rottenbuch – Gut, dass die Gemeinde Rottenbuch einen konsequenten Sparkurs gefahren hat. Die Finanzen wurden konsolidiert, der Sparstrumpf gefüllt und der Schuldenberg abgetragen. Ende 2016 überstiegen die Rücklagen erstmals seit Jahren die Miesen, die Kommune war praktisch schuldenfrei (wir berichteten). Doch das ändert sich mit dem jetzt vom Gemeinderat einstimmig verabschiedeten Haushalt 2017.

Das Gesamtpaket klettert gegenüber dem Vorjahr um 1,72 Millionen auf 5,87 Millionen Euro – das ist ein Rekordwert, wie es in der jüngsten Sitzung hieß. Der Grund: Im Klosterdorf stehen große Projekte an. Deshalb steigt der Vermögenshaushalt um mehr als 1,5 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. „Jetzt wird langsam wieder Geld ausgegeben“, bilanzierte Bürgermeister Markus Bader denn auch. Auf der Liste stehen vor allem der Breitbandausbau, die Schaffung des im Dorf umstrittenen Gewerbgeländes für einen Supermarkt samt Haus für Feuerwehr und Bauhof am südlichen Dorfrand sowie das neue Baugebiet im Ortsteil Moos.

Allein für das Breitband plant VG-Geschäftsleiter Peter Vogt je nach Rechnungsstellung der Telekom mit Ausbaukosten von 1,2 Millionen Euro in 2017 und weiteren 1,4 Millionen Euro in 2018. Dem stehen jedoch Zuschüsse von jeweils 1,0 Millionen Euro in beiden Jahren gegenüber.

Ein dicker Brocken, um den die Gemeinde nicht herum kommt, ist wieder die Kreisumlage. Satte 861 000 Euro stehen bei Oberbayerns höchstem Hebesatz von 56 Prozent der Steuerkraft zu Buche. Rathauschef Markus Bader erklärte die Abgabe an den Landkreis mit dessen „notwendigen Investitionen“ – wie dem millionenschweren Neubau der Berufsschule in Weilheim. Aus diesem Grund erwartet Rottenbuchs Bürgermeister auch keine Linderung beim Hebesatz: „Auf Jahre hinaus bleibt die Kreisumlage gleich.“

Die Zahlen passen – Keine große Diskussion im Gemeinderat

Die eigenen Großprojekte schafft Rottenbuch aber nur mit einer Kreditaufnahme, lautet das Fazit von Geschäftsleiter Vogt. Dafür hat er im Haushalt Einnahmen von 800 000 Euro eingeplant. Allerdings werde heuer nur 300 000 Euro Kredit festgesetzt, die bereits 2016 eingeplanten 500 000 Euro waren nicht in Anspruch genommen worden. Für den gemeindlichen Breitband-Anteil von fast 500 000 Euro soll ein zinsloses Darlehen von der Förderband Bayern aufgenommen werden. Doch das reicht nicht: Zusätzlich muss die Gemeinde kräftig an ihre Rücklagen gehen. Immerhin 686 000 Euro Entnahme sieht der Haushalt vor. Doch trotz der hohen Summen beruhigte Vogt: „Die Leistungsfähigkeit der Gemeinde ist gewahrt.“ Dafür sorgen neben dem finanziellen Polster, den hohen Steuereinnahmen auch die 85 000 Euro Zuführung heuer zum Vermögenshaushalt. Das dieser Ansatz deutlich höher ausfallen kann, zeigte sich im vergangenen Jahr: Statt der geplanten 80 000 Euro waren es erfreuliche 396 000 Euro gewesen. Geld, das die Finanzsituation Rottenbuchs wesentlich entlastete. Und weil 2016 große Projekt nicht umgesetzt wurden, steht 2017 Geld zur Verfügung.

Zudem geht die Kommune bei Grundstückskäufen wie für die Supermarktfläche und das Baugebiet „Moos“ nur in Vorleistung und kann mit einer späteren Gegenfinanzierung rechnen. Aus diesem Grund erwartet VG-Leiter Vogt auch, dass sich in den nächsten Jahren die Situation bei Rücklagen und Schulden wieder entspannt.

Groß diskutiert wurde der Haushalt im Gemeinderat nicht. Nikolaus Auhorn merkte jedoch an, dass man ein neues Fahrzeug für den personell erweiterten Bauhof nicht aus den Augen verlieren möge.

Christof Echtler erinnerte daran, dass die Feuerwehr ein Mehrzweckfahrzeug haben wolle. Auf die Anschaffung hatte sich der Rat bereits grundsätzlich verständigt – unklar ist noch, ob es einen Neu- und Gebrauchtwagen gibt. Laut Bürgermeister Bader wird dies aber erst 2018 ein Thema werden.

Rubriklistenbild: © dpa

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