Haushalt

Gute Konjunktur half Rottenbuch

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Das tat gut: Die Gemeinde Rottenbuch hatte 2017 mehr Geld zur Verfügung als geplant. Möglich machte das die brummende Konjunktur. Trotzdem musste tief in die Rücklagen gegriffen werden.

Rottenbuch – Ob ein Haushaltsjahr gut oder schlecht ausfällt, ist auch Ansichtssache. Unterm Strich zählen jedoch nur die nackten Zahlen. Nämlich: Wie viel Geld kann eine Kämmerei am Ende des Rechnungsjahres vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt zuführen? Letzterer ist der, in dem die Musik spielt – sprich, die Investitionen getätigt werden. Und da sah es in Rottenbuch im vergangenen Jahr nicht schlecht aus. Trotz der Grundstückskäufe von Gärtnereigelände und Neubaugebiet in Moos, die ins Gewicht fielen. VG-Geschäftsleiter Peter Vogt hatte in seinem 2017er-Finanzpaket bedingt optimistisch mit 85 000 Euro an Zuführung kalkuliert. Am Ende wurde es gar 176 781,27 Euro, wie er nun im Gemeinderat mitteilte. „Bei den Einnahmen im Verwaltungshaushalt konnte ein Plus erzielt werden“, erklärte Vogt also in seinem Rückblick bei der Verabschiedung des diesjährigen Haushalts zufrieden. „Wichtig ist, wie man gewirtschaftet hat“, gab es vom Kämmerer zu hören. Anscheinend gut, sein Fazit: „Die Zuführung war sehr gut.“

Mitverantwortlich dafür war vor allem eine höhere Gewerbesteuereinnahme als erwartet. Der Ansatz war bei der Haushaltsverabschiedung im Juni 2017 noch bei 300 000 Euro gelegen, das Ergebnis belief sich letztendlich auf immerhin 408 477 Euro – ein Plus von mehr als 108 000 Euro. Auch Rottenbuch profitierte von der brummenden Konjunktur in der bundesdeutschen Wirtschaft. Allerdings relativierten sich die guten Steuereinnahmen ein bisserl durch eine höhere Gewerbesteuerumlage: Statt 65 000 Euro mussten knapp über 95 000 Euro abgeführt werden. Ein Zustand, den Rechnungsprüfer Vitus Gansler ansprach: „Gewerbesteuerumlage und Kreisumlage fressen praktisch alles wieder auf“, mahnte er mit Blick auf die eigentlich guten Steuereinnahmen. Den 851 000 Euro an Einkommenssteuer-Beteiligung standen 2017 zum Beispiel satte 860 000 Euro Landkreisabgabe als größter Ausgabenposten gegenüber.

Zu dem guten Ergebnis im Verwaltungshaushalt trug aber auch dazu bei, dass die Gemeinde weniger Kredite in Anspruch nahm, als möglich gewesen wäre. Statt der geplanten 800 000 Euro wurden lediglich 240 000 Euro wahrgenommen. Kämmerer Vogt begründete dies damit, dass größere Projekte verschoben worden waren. Vor allem die hohen Investition für den Breitbandausbau laufen erst 2018 und 2019 in der Ausgabenseite auf. Vogt sprach in der jüngsten Haushaltssitzung von einem „Riesenbrocken“. Allein 1,22 Millionen Euro setzt er heuer an, allerdings plant er als Ausgleich eine Million Euro aus dem Förderprogramm. Laut Finanzplan sind im kommenden Jahr Ausbaukosten in Höhe von weiteren 1,3 Millionen Euro und nochmalige Zuschüsse von einer Million Euro vorgesehen,

Allerdings reichte die höhere Zuführung im vergangenen Jahr nicht aus. „Wir haben einiges von unserem Sparstrumpf abzwacken müssen“, räumte der Kämmerer ein. Stolze 648 700 Euro wurden der allgemeinen Rücklage entnommen. Ein Ergebnis, dass knapp unter den kalkulierten 686 000 Euro lag. Somit befanden sich zum Jahresende 2017 laut Vogt noch 745 000 Euro im Rottenbucher Säckel. Die Schulden beliefen sich auf 1,134 Millionen Euro. Bei 1801 Einwohnern lag die Pro-Kopf-Verschuldung bei 216,28 Euro.

Auch ein anderes Thema beschäftigte den Rottenbucher Gemeinderat: Kostenlose ÖPNV-Fahrten für Touristen

Andreas Baar

Rubriklistenbild: © dpa / Daniel Reinhardt / Symbolbild

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