Heuer wurden zum Thema „Engel, die Boten Gottes“ Tüten mit Material verteilt, die Pfarrer Josef Fegg für die Kinder zusammengestellt hatte.
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Heuer wurden zum Thema „Engel, die Boten Gottes“ Tüten mit Material verteilt, die Pfarrer Josef Fegg für die Kinder zusammengestellt hatte.

Erfolgreiche Corona-Variante der beliebten Veranstaltung im Pfarrverband Rottenbuch

Kinderbibeltage diesmal in der Tüte

Einfälle, nicht Ausfälle: Das ist das Motto von Pfarrer Josef Fegg vom Pfarrverband Rottenbuch. Und Ideen hat er genug, um seinen Gläubigen der vier Gemeinden Rottenbuch, Böbung, Wildsteig und Schönberg ein wenig Normalität im Corona-bedingt durcheinandergewirbelten kirchlichen Alltag zu vermitteln.

Rottenbuch - Sehr zu seinem Bedauern fielen vergangenes Jahr die traditionellen und beliebten Kinderbibeltage aus, die seit vielen Jahren immer am dritten Fastenwochenende von Freitag bis Sonntag stattfinden. „Gerade da begann der erste Lockdown“, erinnert sich Pfarrer Fegg.

Vergangenes Jahr war es zu kurzfristig, um irgendeine alternative Aktion anzubieten. Aber heuer hatte Fegg getreu seines Mottos eine wunderbare Idee, wie man Kindern diese beliebten Bibeltage auf eine andere Weise anbieten kann: Er legte Kinderbibeltagstüten in seinen vier Kirchen aus, die man mit nach Hause nehmen durfte.

In normalen Zeiten ist das Wochenende der Kinderbibeltage eine bis ins Detail durchorganisierte Sache. Immer eine von den vier Gemeinde richtet die Aktion aus. Die Kinder von der ersten bis zur sechsten Klasse durchlaufen an den drei Tagen verschiedene Stationen zu einem bestimmten Thema, das der Pfarrer anbietet. Es wird gebastelt, gesungen, gesportelt und viel erzählt, und die Kinder erfahren in diesem intensiven Kurs spielerisch gemeinsam etwas über ein biblisches Thema. Über 50 Helfer sind jedes Mal im Einsatz – es ist ein besonderes Wochenende für die gesamte Gemeinde.

Den Abschluss bildet immer ein gemeinsamer Gottesdienst „Das ist dann der Höhepunkt. Es wird viel gesungen und gelacht“, sagt Pfarrer Fegg.

All’ das auch in diesem Jahr nicht mehr machen zu können, hat den Pfarrer sehr beschäftigt. Er wollte den Kindern heuer unbedingt trotzdem die Kinderbibeltage vermitteln. Und er hatte die Idee, für die Kinder Tüten mit Material zu bestücken, damit sie im Kreise der Familie das diesjährige Motto „Engel, die Boten Gottes“ behandeln konnten.

An einer roten Schnur hingen die von den Kindern im Rahmen der Kinderbibeltage gebastelten Engel. durch die Kirche.

In den Tüten befanden sich unter anderem ein Brief zu dem Thema, eine Bastelanleitung für einen Engel, ein Backrezept für Engel-Muffins, viele Fragen und Geschichten über Engel, ein Blatt zum Ausmalen, das Lied „Wo Menschen sich vergessen, da berühren sich Himmel und Erde“ aus dem Gotteslob, ein Text „Jakob schaut die Himmelsleiter“ und weitere schöne Dinge. Zur Bewältigung dieser gewaltigen Menge Arbeit halfen Mitglieder der Jugendstelle unter der Leitung von Maria Stanek in Garmisch-Partenkirchen, zu denen Fegg ständigen Kontakt hat.

„Die Resonanz mit den Tüten war enorm“, freut sich Fegg. Nur noch einige wenige der insgesamt 200 gepackten Tüten lagen noch in der Kirche aus. Es haben seiner Schätzung nach mindestens 160 Kinder an seinem speziellen Kinderbibeltag teilgenommen. Und auch der traditionelle abschließende Gottesdienst der Kinderbibeltage war unter Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften in der Rottenbucher Kirche gut besucht.

Auch zu dessen Gestaltung hatte Fegg schöne Ideen: Die selbst gebastelten Engel der Kinder hingen an einer langen Schnur aufgereiht in der Kirche. Vor dem Altar stand eine hölzerne Schatzkiste. Darin durften die Kinder dann ihre vorbereiteten Fürbitten und Wünsche legen, die in der Osternacht „Gott im Osterfeuer übergeben werden“, wie Pfarrer Fegg es den Kindern erzählte.

REGINA WAHL-GEIGER

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