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Tourismusverband Pfaffenwinkel

Kostenlose Fahrten für Touristen

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Mit einer kostenlosen ÖPNV-Karte für Urlauber sollen Tourismus und Nahverkehr im Landkreis Weilheim-Schongau angekurbelt werden.

Weilheim-Schongau – Im Rottenbucher Gemeinderat wurde das Vorhaben durchaus kontrovers diskutiert: Der Tourismusverband Pfaffenwinkel möchte eine ÖPNV-Gästekarte einführen. Zielgruppe: Gemeinden, die einen Kurbeitrag erheben. Die Tickets, erklärte Rottenbuchs Bürgermeister Markus Bader in der jüngsten Sitzung, würden an Urlauber ausgegeben, diese könnten damit kostenlos Bus oder Bahn nutzen. Abgerechnet wird zum Jahresende: Dann flattert vom ÖPNV-Betreiber eine Rechnung im Rathaus ein.

In Nachbarregionen gibt es schon derartige Angebote

Pfaffenwinkel-Geschäftsführerin Susanne Lengger hat sich für das Projekt Anregung bei den Nachbarn geholt: Im Ammertal und im Allgäu gibt es bereits derartige ÖPNV-Angebote. In Bad Bayersoien, neben den Ammergauer Alpen auch Mitglied in Lenggers Verband, wird die Gästekarte seit Jahren erfolgreich über die „Königscard“ in den RVO-Bussen praktiziert.

Die Tendenz bei den Fahrgästen ist steigend. „Wir wollen das jetzt für den Pfaffenwinkel realisieren“, sagt Lengger. „Seit Jahren“ werde die Idee einer kostenlosen Gästekarte für Bus und Bahn an den Tourismusverband herangetragen. Vorteil laut Lengger: Der öffentliche Nahverkehr würde mehr ausgelastet und gestärkt, auch der Umwelt tue man Gutes.

Lesen Sie auch: Immer mehr Urlauber kommen in den Pfaffenwinkel

Jetzt ist die Zeit reif: Mit der 2017 auch im Landkreis eingeführten „Königscard“ habe man laut Lengger für das neue Angebot „die technischen Voraussetzungen“ geschaffen. Wie berichtet, hatten sich Kreisausschuss und Verbandsversammlung 2016 für eine dreijährige Einführung der „Königscard“ ausgesprochen, die Urlaubern Vergünstigungen einräumt. Für die ÖPNV-Karten laufen derzeit die Verhandlungen. Lengger nennt den Busanbieter RVO und die Pfaffenwinkel- und Werdenfelsbahn als Gesprächspartner.

Interesse der Gemeinden wird abgefragt

Ebenfalls wird derzeit das Interesse bei den Gemeinden abgefragt. Lengger strebt eine Entscheidung nach der Sommerpause an, dann werde den Kommunen ein konkretes Angebot vorgelegt. Geplant sei die Einführung zur nächsten Sommersaison: „Am besten schon zum 1. Januar.“ Wie die Gemeinde den kostenlosen Nahverkehr für ihre Urlauber gegenfinanzieren, steht allerdings noch in den Sternen. Es läuft wohl auf eine Erhöhung der eigenen Kurbeiträge hinaus. „Aber da mischen wir uns nicht ein“, betont Pfaffenwinkel-Chefin Lengger.

Rottenbucher Gemeinderat ist begeistert

Im Rottenbucher Gemeinderat jedenfalls brachen nicht sofort Jubelstürme los. Im Klosterdorf zahlt jeder Gast laut Rathauschef Markus Bader 50 Cent Kurbeitrag pro Übernachtung, der Bürgermeister denkt an eine Anhebung auf um die 70 Cent. Ratsmitglied Christoph Echtler, selbst Campingplatz-Betreiber, verwies allerdings auf die Bus-Erfahrungen seiner Gäste und forderte: „Dann muss der RVO das Angebot erhöhen.“

Zweite Bürgermeisterin Gabriele Eirenschmalz sieht den Klosterort nicht unbedingt als ÖPNV-Ziel an: „Die meisten Gäste, die wir im Ort haben, sind eh Wanderer oder Kurzurlauber mit dem eigenen Auto.“ Rathauschef Bader, ein Anhänger der Gästekarte („Steigerung des Tourismus“), denkt an eine Infoveranstaltung mit RVO und Tourismusverband.

Andreas Baar

Rubriklistenbild: © BRB

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