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Fast 1000 Läufer für krebskranke Mutter -„Wir fühlen mit Marion so mit, weil sie kleine Kinder hat“

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Viele Menschen auf der Straße.
Mächtig was los war beim Spenden-Lauf für die an Krebs erkrankte Marion: Ab der Schönegger Käsealm in Schönegg joggten, liefen und spazierten fast 1000 Teilnehmer, auch mit Kind und Kegel für die gute Sache. Schnell waren bei der Anmeldung in der urigen Käsealm-Tenne (Gebäude im Hintergrund) die Bändel für die Teilnehmer vergriffen. © Gwendolin Sieber

Regelrecht überrannt worden sind die Organisatoren beim Spendenlauf für die krebskranke Marion am Rottenbucher Milchweg: 941 Teilnehmer starteten für die gute Sache – gerechnet hatte man mit 500.

Rottenbuch – „Es war echt gigantisch, so viele Teilnehmer hätten wir nicht erwartet“, ist Initiator Peter Vogt aus Rottenbuch nach der gelungenen Veranstaltung regelrecht überwältigt. Sein Antrieb für diese Aktion ist sehr persönlich – die an einer der schlimmsten Krebsarten erkrankte 35-jährige Mutter Marion ist seine Schwägerin.

Spendenlauf für krebskranke Mutter: Schönegger Käsealm mit im Boot

Nachdem am 31. März die Spendenaktion von der Metzgerei Boneberger publik gemacht worden war, überlegte er gemeinsam mit seinem Freund Stefan Fichtl aus Hohenfurch, wie man Marion helfen könnte. Da Vogt und Fichtl schon viele Jahre als Laufteam für die Schönegger Käsealm antreten, kamen sie auf die Idee, einen Spendenlauf zu veranstalten.

Gesagt, getan: Der 4,2 Kilometer lange Pfaffenwinkler Milchweg bei Schönegg, der schon viele Male für den Milchweglauf der Schönegger Käsealm (Höchstteilnehmerzahl: 700) genutzt worden war, war für die Beiden die erste Wahl. Und so sprachen sie genau eine Woche vor dem Lauf den Schönegger-Käsealm-Chef Sepp Krönauer an. „Das war für mich eine Selbstverständlichkeit“, Krönauer war sofort einverstanden.

Spendenlauf für krebskranke Mutter: In nur sechs Tagen alles organisiert

Zusammen mit der Schönegger Käsealm und vielen Helfern aus dem Familien- und Bekanntenkreis stellten sie den Spendenlauf dann innerhalb von sechs Tagen auf die Beine. Die Beteiligung an dem Lauf am vergangenen Samstagnachmittag war trotz wechselnder Wetterverhältnisse von Sonnenschein zu Schneegestöber von Anfang an gigantisch: Schon eine halbe Stunde nach Beginn seien es laut einem Feuerwehrmann, der gemeinsam mit vier Rottenbucher Feuerwehrkollegen die Verkehrsregelung übernahm, rund 400 Teilnehmer gewesen.

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Am Ende des Tages waren es insgesamt 941 Menschen, die für Marion an den Start gegangen waren. Gerechnet hatten die Organisatoren nach eigenen Angaben vielleicht mit 500 – vorausgesetzt es läuft gut. Irgendwann waren sogar die Teilnehmer-Bändel vergriffen, die Läufer erhielten stattdessen Zettel. Improvisation ist eben alles.

Läufer für einen Spendenlauf nebeneinander aufgestellt.
Team Prem: Bürgermeister Andreas Echtler, Daniel Keller (Marketing Schönegger Käsealm), Martin Holzmann und Andreas Krönauer (Junior-Chef der Schönegger Käsealm) haben sich gemeinsam für die gute Sache auf den (Milch)-Weg gemacht. © Gwendolin Sieber

Die Teilnehmer waren alters- und lauftechnisch bunt gemischt. Von Familien, die den Weg gemeinsam mit allen üblichen Milchwegstationen als Samstagsspaziergang nutzten, bis hin zu Laufgruppen, die gemeinsam die Zeit stoppten. Die fleißigsten Läufer der insgesamt 1374 Runden waren: Benjamin Bonfert aus Landsberg mit zehn Runden und damit 42 Kilometern sowie Josef Streicher aus Peißenberg mit neun Runden. Eine beachtliche Leistung zeigte Tobias Lex aus Steingaden – der erst Zehnjährige lief vier Runden.

Spendenlauf für krebskranke Mutter: „Ich mache mit, weil mein Bruder auch Krebs hat“

„Wir fühlen mit Marion so mit, weil sie kleine Kinder hat. Und das ist so was Schönes, wenn einer das ins Leben ruft“, war Läuferin Birgit Bräu aus Schönberg den Tränen nahe. Auch für Christian Hein aus Kinsau war es ein emotionaler Lauf: „Ich mache mit, weil mein Bruder auch Krebs hatte.“ „Für einen guten Zweck macht man mit“, sagte Marion Zwerger aus Morgenbach, die mit ihrer ganzen Familie teilnahm. Auch Ludwig Fichtl aus Hohenfurch, dessen Sohn Mitorganisator war, pflichtete dem bei: „Ja, man unterstützt so was gerne.“ Eine Bergwandergruppe aus Dettenschwang und Altenstadt sagte: „Wir wollen helfen.“

Wir fühlen mit Marion so mit, weil sie kleine Kinder hat. Und das ist so was Schönes, wenn einer das ins Leben ruft.

Läuferin Birgit Bräu aus Schönberg

Die An- und Abmeldung fand im ersten Stock der urigen Tenne bei der Schönegger Käsealm statt. Die gelaufenen Runden wurden dort anschließend eingetragen und bezahlt. Zehn Euro pro Runde spendeten die Teilnehmer selbst, fünf Euro pro Runde wurden von der Schönegger Käsealm obendrauf gelegt. Außerdem gab’s ein Käsegeschenk für jeden Teilnehmer.

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Um eine schöne Summe zu erhalten, rundete Sepp Krönauer den Gesamtbetrag noch auf auf 23 500 Euro – in der Summe sind auch Spenden der Teilnehmer in Höhe von 3000 Euro enthalten.

Spendenlauf für krebskranke Mutter: 120 000 Euro kostet ein Medikament

„Wir wünschen ihr vom ganzen Team alles Gute und beste Genesung“, so Sepp Krönauer, der neben seiner Unterstützung in der Ukraine und für Ukraine-Flüchtlinge auch die Leute in seiner Region auf keinen Fall vergessen möchte. Von der großen Hilfsbereitschaft ist er sehr beeindruckt.

Marion sei laut Peter Vogt überwältigt von der enormen Unterstützung des Spendenlaufs und der Hilfsbereitschaft in den vergangenen zehn Tagen. „Das tut ihr schon gut in dieser Zeit“, so Vogt und konnte schon verraten, dass die Spendensumme von insgesamt 120.000 Euro mittlerweile erreicht wurde. So viel kostet ein Medikament, das Marion braucht. GWENDOLIN SIEBER

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