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Die drei Vorreiter vom Leonhardiverein Rottenbuch.

Leonhardiritt Rottenbuch

Vor Gott sind alle Menschen gleich

Im vorigen Jahr hatte es beim Leonhardiritt in Rottenbuch geschneit. Beim diesjährigen Brauchtumsritt hat alles gepasst. 129 prächtig herausgeputzte Pferde, 16 Kutschen und Festwagen sowie die vier Musikkapellen aus Rottenbuch, Böbing, Schönberg und Bad Bayersoien bildeten bei angenehmem Wetter den beeindruckenden Zug zu Ehren des Schutzpatrons der Rösser und des Viehs.

Rottenbuch – Ganz im Zeichen des Heiligen Leonhard stand gestern die 1770 Einwohner zählende Gemeinde Rottenbuch. Es war heuer übrigens der 69. Leonhardi-Ritt im Klosterdorf, der im Bayerischen Oberland ein religiöses und zugleich auch ein gesellschaftliches Ereignis darstellt. Die angenehmen Temperaturen sorgten für gute Stimmung unter den Reitern und den Musikanten, aber auch bei der politischen Prominenz, die es sich in den noblen Landauern auf dem Weg vom Sammelplatz am Hoffeld hin zum Gottesdienst auf dem Fohlenmarktplatz bequem gemacht hatte. „Da geht einem das Herz auf, wenn man sieht, wie sich alle herausgeputzt haben und vor allem, wenn an einem solchen Tag alle an einem Strang ziehen“, sagte Rottenbuchs Bürgermeister Markus Bader.

Stimmkreisabgeordneter Harald Kühn sieht im Leonhardiritt ein Fest, bei dem in besonderer Weise christliche Werte, Tradition und Brauchtum zum Ausdruck kommen. Für MdL Florian Streibl ist der Leonhardiritt eine Tradition, „die unsere Identität ausmacht und dabei auch die Tiere mit einschließt“.

Die Standarte der Unterammergauer Leonhardi-Gemeinschaft hat Anton Speer, Landrat von Garmisch-Partenkirchen, getragen. Wie all die 35 Jahre zuvor, sorgte Magnus Stückl dafür, dass sich Ross, Reiter, die 16 Festwagen und Kutschen in der richtigen Reihenfolge zum Zug entlang der Bundesstraße zum Gottesdienst formieren. Vorneweg die Vorreiter mit Schorsch Mayer, Thomas und Johann Eiler. Beim Gottesdienst, der auf dem Fohlenmarktplatz von Mesnerin Sabine Berkthold und Anton Speer vorbereitet wurde, stellte Pfarrer Josef Fegg die Menschen in den Mittelpunkt seiner Predigt, jene, die glauben, etwas Besseres zu sein und die glauben, sie müssten andere klein- und niedermachen. „Um diese Sorte Menschen geht es heute im Evangelium.“ Wer auf dem hohen Ross sitze, werde irgendwann mal tief fallen. Vor Gott seien schließlich alle Menschen gleich. Dies habe auch der Hl. Leonhard gezeigt, „ein Freund der Armen und Fürsprecher in allen Anliegen“, so Fegg.

Leonhardi in Rottenbuch: Das sind die Bilder

Der Musikkapelle aus Bad Bayersoien mit Dirigent Josef Felix war es vorbehalten, den Gottesdienst mit Chorälen aus der „Pochhammer Musikanten Messe“ von Mathias Rauch und Liedern aus der Schubert-Messe zu begleiten.

Walter Kindlmann

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